Panorama

Streithähne telefonieren miteinander Wagenknecht verzeiht Lanz

3gfm4134.jpg4661422637746179971.jpg

Markus Lanz will aus seinen Fehlern beim Wagenknecht-Interview lernen

(Foto: dpa)

Sein Verhalten im Gespräch mit Sahra Wagenknecht hat offenbar nicht nur Tausende Zuschauer gewurmt - sondern auch ihn selbst. Markus Lanz räumt ein, sich im Umgang mit der Linken-Politikerin ordentlich verschätzt zu haben.

"Wer hat es denn formuliert?" "Haben Sie es geschrieben?", "Was verdient man da?", "Frau Wagenknecht, ich muss noch mal dazwischen gehen": Markus Lanz ließ Sahra Wagenknecht kaum einen Satz ausreden. Immer wieder unterbrach der Moderator die Linken-Politikerin, während diese zu erklären versuchte, warum im Programmentwurf ihrer Partei die EU als militaristische Macht und neoliberales Projekt bezeichnet wird.

Nun hat der heftig unter Druck geratene Lanz Fehler eingeräumt: "Wenn das energische Nachfragen zu rustikal und sogar persönlich war, dann bedaure ich das", sagte Lanz dem Branchendienst "DWDL.de". Dies habe er ihr bereits in einem längeren Telefonat gesagt, zitierte ihn der Dienst.

Wagenknecht habe die telefonische Entschuldigung von Lanz angenommen, wie die "Bild"-Zeitung in ihrer Samstagsausgabe berichtet. "Herr Lanz hat mich angerufen und sich entschuldigt. Das akzeptiere ich." Lanz präsentiert an diesem Samstag seine erste "Wetten, dass..?"-Ausgabe in diesem Jahr. Sie wird live um 20.15 Uhr aus Karlsruhe übertragen.

Nach der "Markus Lanz"-Ausgabe vom 16. Januar im ZDF hatte die Zuschauerin Maren Müller aus Leipzig eine Online-Petition gegen den Talkmaster gestartet. Diese Aktion im Internet unter dem Motto "Raus mit Markus Lanz aus meiner Rundfunkgebühr!" hatten bis Freitagnachmittag mehr als 170.000 Menschen unterschrieben. Müller will die Petition nach Abschluss der Aktion als eine Form des "gebündelten Protests" dem ZDF überbringen.

Lanz will daraus lernen

Nach dem Eindruck seiner Kritiker hatte Lanz die Politikerin in der Sendung immer wieder abrupt unterbrochen. Der Journalist Hans-Ulrich Jörges sprang ihm dabei als Gast der Sendung zur Seite. "Allein durch die Konstellation - also, eine Frau gegen zwei Männer - entstand zwangsläufig der Eindruck: Das ist jetzt unfair. Weil aber Frau Wagenknecht jemand ist, der sich sehr kraftvoll wehren kann und das auch tat, habe ich das in diesem Moment nicht so eingeschätzt. Mein Fehler", sagte Lanz. Er werde daraus lernen.

Das ZDF hatte sich über das Echo im Netz "überrascht" gezeigt. "Allerdings muss man diese Zahl auch in Relation zu den Millionen Zuschauern setzen, die sich nicht geäußert haben", hieß es vom Sender. "Bisher hat sich Frau Müller noch nicht bei uns gemeldet. Wir stehen einer Übergabe aber offen gegenüber." Am Donnerstagabend schauten knapp zwei Millionen Menschen "Markus Lanz".

Quelle: ntv.de, dsi/dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.