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Heroin, Kokain oder Crack Wieder mehr Drogentote

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Die meisten Drogen-Todesfälle werden durch eine Überdosierung von Opiaten ausgelöst.

(Foto: picture alliance / dpa)

1333 Menschen sind vergangenes Jahr in Deutschland an Rauschgift gestorben. Das sind 107 Menschen mehr als im Vorjahr. Vor allem sogenannte Legal Highs werden immer mehr zum Problem.

Seit einigen Jahren steigt die Zahl der Drogentoten – so auch im Jahr 2016: Deutschlandweit stieg die Zahl um 107 auf 1333. Das geht aus Jahresberichts zur Rauschgiftkriminalität hervor, den Drogenbeauftragte Marlene Mortler und BKA-Chef Holger Münch in Berlin vorgestellt haben. Demnach bleibt die Haupttodesursache die Überdosierung von Opioden bzw. Opiaten - dazu gehört zum Beispiel Heroin. Aber auch neue psychoaktive Stoffe (NPS), auch Legal Highs genannt, werden immer mehr zum Problem: Teilweise werden die in Online- oder Headshops als vermeintlich unbedenkliche Kräutermischungen, Badesalze, Lufterfrischer oder Pflanzendünger verkauft.

In dieser Richtung sehen Mortler und Münch auch den Grund für die steigende Zahl der Drogentoten: Auch durch den Internethandel seien Drogen in Deutschland immer leichter und günstiger verfügbar. Mortler will stärker auf Prävention und Intervention setzen: "Jeder, der erstmalig mit einer verbotenen Substanz aufgegriffen wird, muss mit seinem Drogenkonsum konfrontiert werden und umgehend Beratung erhalten: Weder die Forderung nach einem Krieg gegen die Drogen hilft weiter, noch der Ruf nach einer Legalisierung."

Trauriger Spitzenplatz für Bayern

Abgesehen davon bleiben Alkohol und Tabak aber die gefährlichsten und tödlichsten Suchtstoffe hierzulande. Jedes Jahr sterben in Deutschland geschätzt 74.000 Menschen an den direkten und indirekten Folgen ihres Alkoholkonsums. Zählt man diejenigen hinzu, die durch Erkrankungen sterben, die durchs Rauchen ausgelöst und verstärkt werden, kommen noch einmal mehr als 100.000 hinzu. Die hohen Zahlen erklären sich schon allein damit, dass beide Drogen legal erhältlich und für fast jeden zugänglich sind.

Der Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen, Raphael Gaßmann, fordert ein Umdenken in der Drogenpolitik. Er sagt, seit Jahren passiere zu wenig. Die Verbotspolitik sei fehlgeschlagen. Er forderte auch, dass Drogensüchtige in Gefängnissen besser betreut werden. Viele der Drogentoten seien Häftlinge gewesen.

2015 war die Zahl der Drogentoten auf 1226 gestiegen. Ein Jahr zuvor waren es 1032, im Jahr 2013 noch 1002 Drogentote. Bis 2012 ging die Opferzahl zurück.

Weitere Ergebnisse zur Rauschgiftkriminalität:

  • die meisten Drogentote (84 Prozent) waren Männer.
  • die mit Abstand meisten Menschen starben an Drogen in Bayern (321)
  • danach folgen Nordrhein-Westfalen (204), Baden-Württemberg (170) und Berlin (167)

Quelle: n-tv.de, dsi/AFP

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