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"Bösartige" Missbrauchsvorwürfe "X-Men"-Regisseur sagt Termine ab

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Egan kam als 15-Jähriger aus Nebraska nach Hollywood und fand schnell Kontakt zu höheren Hollywood-Kreisen.

(Foto: REUTERS)

"X-Men"-Regisseur Bryan Singer sieht sich schweren Anschuldigungen ausgesetzt: Ende der Neunziger sollen er und weitere Hollywood-Größen Teenager auf Parties zum Sex gezwungen haben. Er sei "wie ein Stück Fleisch" herumgereicht worden, sagt der 31-jährige Kläger.

"X-Men"-Regisseur Bryan Singer hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe von sexuellem Missbrauch eines Teenagers als "ungeheuerlich, bösartig und absolut falsch" zurückgewiesen. In einer Stellungnahme sagte Singer nach Angaben des US-Branchenblattes "Hollywood Reporter" weiter, dass er in den nächsten Wochen nicht an Werbeterminen für seinen neuen Film "X-Men: Zukunft ist Vergangenheit" teilnehmen werde. Er wolle nicht, dass diese "erfundenen Behauptungen" in irgendeiner Weise von dem "fantastischen Film" ablenken.

Das frühere Kinder-Model Michael Egan III. hat Singer wegen sexuellen Missbrauchs verklagt. Der heute 31-Jährige wirft dem Regisseur vor, ihn Ende der 90er Jahre bei Partys in Kalifornien und auf Hawaii zum Sex gezwungen zu haben, als er selbst erst 15 bis 17 Jahre alt war. Dabei habe Singer seine Macht und Stellung in der Unterhaltungsindustrie ausgenutzt.

Der Regisseur habe ihn mit Drogen, Alkohol, Drohungen und Versprechungen gefügig gemacht, so Egan in einer Pressekonferenz. Er sei bei Hollywood-Partys von Gästen mit Alkohol abgefüllt und mehrfach vergewaltigt worden. "Für diese Leute war ich wie ein Stück Fleisch, sie haben mich herumgereicht", sagte das einstige Model, das durch den Kontakt zu Singer auf eine Filmkarriere gehofft hatte. Egans Mutter sagte, sie habe sich bereits im Jahr 2000 an das FBI gewandt, doch die Behörde habe keine Ermittlungen aufgenommen.

Erst Jahre später Mut zur Klage

Neben Singer verklagt Egan noch drei weitere Männer aus der Film- und Fernsehbranche, darunter den ehemaligen Fox-Programmchef Herman Garth Ancier. Singer zählt zu Hollywoods erfolgreichsten Regisseuren. Neben "X-Men" und "X-Men 2" drehte er unter anderem "Superman Returns" und "Operation Walküre - Das Stauffenberg Attentat". "X-Men: Zukunft ist Vergangenheit" läuft im Mai in den Kinos an.

Egan sagte, er habe sich zunächst in den Alkohol geflüchtet, um über die Ereignisse hinwegzukommen. Im letzten Jahr habe er aufgehört zu Trinken und beschlossen, die angeblichen Täter vor Gericht zu bringen. Dazu musste er in Hawaii klagen, weil dort  auch Fälle vorgebracht werden können, die Jahre zurückliegen. Ein Anwalt des Regisseurs wies den Vorwurf des sexuellen Missbrauchs als absurd und erfunden zurück. Singer könne anhand von Flugtickets und Hotelrechnungen nachweisen, dass er in dem genannten Zeitraum 1999 nicht in Hawaii war, wo der Missbrauch angeblich stattgefunden hat. Vielmehr habe Singer damals in Toronto gedreht, berichtete das Promiportal TMZ.com unter Berufung auf den Anwalt.

Quelle: n-tv.de, ino/AFP/dpa

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