Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker +++ 01:05 US-Luftraum ab jetzt für russische Flugzeuge gesperrt +++

Einen Tag nach der Ankündigung durch Präsident Joe Biden tritt die Sperrung des US-Luftraums für russische Flugzeuge in Kraft. Von dem Verbot seien Linien-, Charter- und Frachtmaschinen betroffen, erklärt das US-Verkehrsministerium. Die Anordnung gilt demnach für alle Flugzeuge, die sich im Besitz eines russischen Staatsbürgers befinden oder die von einem Russen geleast, gechartert oder betrieben werden. In der Anordnung für russische Fluglinien, darunter auch Aeroflot, heißt es, die Luftraumsperre gelte "mit sofortiger Wirkung" und bis auf Weiteres.

+++ 00:38 Lindner nimmt bei Sanktionen Kryptowährungen ins Visier +++
Nach einem virtuellen Sonder-Finanzministertreffen der EU droht Bundesfinanzminister Christian Lindner Russland mit verschärften Sanktionen. Der Druck angesichts des russischen Einmarsches in die Ukraine werde "verstärkt, sollte die russische Führung nicht einlenken", schreibt Lindner auf Twitter. Er fordert zudem Maßnahmen, um zu verhindern, dass von Sanktionen betroffene Einzelpersonen oder Unternehmen Kryptowährungen verwenden, um die Strafmaßnahmen zu umgehen. Kryptowährungskäufe in Rubel sind auf ein Rekordhoch geklettert, seit die USA und ihre westlichen Verbündeten den russischen Finanzsektor mit harten Sanktionen überzogen.

+++ 00:16 Dominikanische Republik: 17.000 Russen und Ukrainer sitzen fest +++
Fast 17.000 Touristen aus Russland und der Ukraine sitzen offenbar in der Dominikanischen Republik fest, weshalb ihnen der Karibikstaat nun Unterkünfte zur Verfügung stellen will. Ihnen werde das Aufenthaltsrecht in einer Unterkunft garantiert, "bis eine endgültige Lösung für ihre Situation angesichts des Konflikts in ihren Ländern gefunden ist", teilt das Tourismusministerium des Inselstaates mit. Eine entsprechende Vereinbarung hätten die Regierung und der Hotel- und Gaststättenverband Asonahores sowie Hotelvertreter getroffen.

+++ 00:10 Internationaler Strafgerichtshof nimmt Ermittlungen zu Kriegsverbrechen auf +++
Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) nimmt Ermittlungen zu möglichen Kriegsverbrechen in der Ukraine auf. Das Ermittlungsverfahren starte "sofort", erklärt IStGH-Chefermittler Karim Khan in der Nacht zum Donnerstag. Die Sammlung von Beweismitteln "hat jetzt begonnen". Für seine Ermittlungen habe er die Unterstützung von 39 Staaten erhalten.

+++ 00:01 Weltbank stoppt alle Projekte in Russland und Belarus +++
Wegen des Kriegs in der Ukraine stoppt die Weltbank alle Projekte in Russland und in Belarus. Die Organisation habe allerdings bereits seit 2014 keine Kredite oder Investitionen in Russland mehr genehmigt, erklärt die Weltbank. Seit Mitte 2020 habe es auch keine neuen Kredite für Belarus gegeben. Russland hatte 2014 die ukrainische Schwarzmeer-Halbinsel Krim eingenommen. In Belarus war es im August 2020 zu einer Präsidentschaftswahl gekommen, die von der internationalen Gemeinschaft weithin als gefälscht eingeschätzt wurde.

+++ 23:47 Großbritannien wirft Russland Kriegsverbrechen vor +++
Großbritannien bezichtigt russischen Präsidenten Wladimir Putin, für Kriegsverbrechen bei den Angriffen auf die Ukraine verantwortlich zu sein. "Was wir schon jetzt von Wladimir Putins Regime gesehen haben, bezüglich der Nutzung von Kampfmitteln, die sie bereits auf unschuldige Zivilisten abgeworfen haben, das erfüllt aus meiner Sicht bereits vollkommen die Bedingungen eines Kriegsverbrechens", sagt Großbritanniens Premier Boris Johnson. Ein Regierungssprecher Johnsons fügt hinzu, formal sei es Sache internationaler Gerichte, die Frage möglicher Kriegsverbrechen zu klären. Großbritanniens Außenministerin Liz Truss teilt am Abend mit, ihr Land und 37 Verbündete hätten russische Gräueltaten beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gemeldet. Der belgische Premier Alexander de Croo schreibt auf Twitter, auch für Präsident Putin gebe es Regeln im Krieg. "Zivilisten anzugreifen ist ein Kriegsverbrechen." Deshalb werde Belgien das Anliegen Großbritanniens unterstützen. Der Internationale Strafgerichtshof hatte am Dienstag bereits angekündigt, eine Untersuchung der Ereignisse in der Ukraine vorzunehmen.

+++ 23:33 Spanien schickt Ukraine Granatenwerfer und Maschinengewehre +++
Spanien will der Ukraine eine Ladung mit offensiven Waffen und Munition schicken. Dazu zählten Granatenwerfer und Maschinengewehre, sagt die spanische Verteidigungsministerin Margarita Robles in einem Interview mit dem TV-Sender Antena3. Die Ladung solle am Freitag verschickt werden. Zwei Flugzeuge sollen das Material nach Polen in die Nähe zur Grenze der Ukraine bringen. Dort könnten Vertreter der Ukraine es abholen.

+++ 23:17 Bericht: Ukrainische Spezialeinheiten drohen Russen, dass sie keine Gefangenen mehr machen werden +++
Ukrainische Spezialeinheiten sollen Russland drohen, dass sie keine Gefangenen mehr machen werden, berichtet das ukrainische Online-Portal "The Kyiv Independent". Dies solle eine Reaktion auf den "brutalen Beschuss" ukrainischer Zivilisten und Städte sein, so das Portal weiter. Die Spezialeinheiten sollen demnach damit drohen, russische Soldaten zu töten.

+++ 23:02 Mysteriöser Unfall mit Hubschrauber: Sieben Tote in Rumänien +++
Die rumänische Luftwaffe muss gleich zwei rätselhafte Unfälle hinnehmen. Beim Absturz eines Militärhubschraubers im Südosten des Landes seien alle sieben Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen, teilt das Verteidigungsministerium am Abend laut rumänischen Medienberichten mit. Die Crew des Helikopters befand sich auf einer Suchmission, nachdem kurz zuvor ein Kampfjet der Luftwaffe vom Typ MiG-21 Lancer verschwunden war. Beide Vorfälle ereigneten sich etwa 100 Kilometer Luftlinie von der Grenze zur Ukraine entfernt am Schwarzen Meer. Der Hubschrauber vom Typ IAR-330 Puma habe bei der Suche nach der Militärmaschine zunächst den Kontakt zum Kontrollturm verloren und sei danach in der Nähe des Orts Cogealac abgestürzt, heißt es in den Berichten. Die Maschine war von der Luftwaffenbasis Mihail Kogalniceanu nahe der Hafenstadt Constanta zu einer Patrouillenmission gestartet und dann vom Radar verschwunden. Auf dem Stützpunkt ist seit Jahren US-Militär stationiert. Seit der Verschärfung des Russland-Ukraine-Konflikts wurden dort die NATO-Truppenkontingente sowie die Ausrüstung verstärkt.

+++ 22:48 Bürgermeister von Cherson: Russische Soldaten dringen in Ratsgebäude ein +++
Dem Bürgermeister der südukrainischen Stadt Cherson zufolge dringen russische Soldaten in das Bürgermeisteramt ein. In einer Erklärung ruft Igor Kolychajew die russischen Truppen in der Stadt auf, nicht auf Zivilisten zu schießen. Diese sollen nur tagsüber und alleine oder zu zweit auf die Straße gehen. "Wir haben keine Streitkräfte in der Stadt, nur Zivilisten und Menschen, die hier leben wollen", heißt es weiter. Die Regierung in Kiew hat zuvor Berichte zurückgewiesen, wonach Cherson als erste größere ukrainische Stadt von der russischen Armee eingenommen worden sei.

+++ 22:38 Europäische Investitionsbank plant milliardenschweres Hilfspaket für Ukraine +++
Die Europäische Investitionsbank (EIB) will nach eigenen Angaben am Freitag ein Hilfspaket über zwei Milliarden Euro für die Ukraine schnüren. Davon seien 700 Millionen sofortige Liquiditätshilfe und die übrige Summe für kritische Infrastrukturprojekte vorgesehen. "Wir werden dabei helfen, alles wieder aufzubauen, was die russische Armee umstößt", erklärt EIB-Chef Werner Hoyer.

+++ 22:25 USA verschieben Test von Interkontinentalrakete +++
Die US-Regierung verschiebt als Zeichen der Deeskalation im Konflikt mit Russland den geplanten Test einer Langstreckenrakete. Verteidigungsminister Lloyd Austin habe angeordnet, dass der für diese Woche vorgesehene Test einer ballistischen Interkontinentalrakete vom Typ Minuteman III vorerst nicht stattfinde, erklärt Pentagon-Sprecher John Kirby. Damit wolle man zeigen, dass die USA nicht die Absicht hätten, sich an Aktionen zu beteiligen, "die missverstanden oder falsch interpretiert" werden könnten. "Wir haben diese Entscheidung nicht leichtfertig getroffen, sondern um zu zeigen, dass wir eine verantwortungsvolle Atommacht sind." Die Ankündigung von Russlands Präsident Wladimir Putin, Abschreckungswaffen in erhöhte Alarmbereitschaft zu setzen, sei "gefährlich", "unnötig" und "inakzeptabel", sagt Kirby.

+++ 22:15 Hunderte Festnahmen bei Demos in Russland +++
Bei neuen Protesten gegen den Angriff Russlands auf die Ukraine sind in russischen Städten 724 Menschen festgenommen worden. Das Bürgerrechtsportal Owd-Info veröffentlichte am Mittwochabend eine Liste mit den Namen der Festgenommenen. Seit Beginn der Anti-Kriegs-Demonstrationen sind demnach 7586 Menschen in Gewahrsam genommen worden. Am Mittwoch habe es in mehr als 25 russischen Städten Proteste gegeben. Das Entsetzen über den Krieg gegen die Ukraine treibt in Russland viele Menschen zu Protesten auf die Straße. Die Behörden warnen eindringlich vor einer Teilnahme an den nicht genehmigten Kundgebungen. Unter dem Vorwand, Ansteckungen mit dem Coronavirus verhindern zu wollen, werden Demonstrationen nicht erlaubt. Auf Twitter kursiert ein Video, das die Verhaftung von Yelena Osipowa zeigt. Sie hat im Zweiten Weltkrieg die Belagerung von Leningrad überlebt und wird nun in St. Petersburg von zwei Sicherheitsbeamten abgeführt.

+++ 22:01 Kiew: Bahnhofs-Explosion war abgeschossener russischer Marschflugkörper +++
Eine Detonation in der Nähe des Hauptbahnhofs von Kiew geht einem Berater des ukrainischen Innenministeriums zufolge auf einen abgeschossenen russischen Marschflugkörper zurück. Dieser sei von der ukrainischen Luftabwehr abgefangenen worden, erklärt Anton Heraschtschenko im Internet. Die herabfallenden Trümmer hätten ein Heizrohr getroffen und die Detonation ausgelöst. Die daraus resultierenden Opfer und Schäden seien deutlich geringer, als es bei dem anvisierten Einschlag der Rakete im Zentrum der Stadt der Fall gewesen wäre. Zu der Zahl etwaiger Opfer macht Heraschtschenko keine Angaben.
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+++ 21:55 Luftangriffe treffen Bahnhof von Kiew +++
In der ukrainischen Hauptstadt ist es am Abend zu neuen Luftangriffen gekommen. Nach Angaben des staatseigenen Bahnunternehmens Ukrsalisnyzja schlug ein Geschoss südlich des Hauptbahnhofs ein. "Das Bahnhofsgebäude hielt stand und wurde leicht beschädigt." Zur Zeit des Angriffs sollten Tausende Kinder und Frauen mit Zügen in Sicherheit gebracht werden. Über mögliche Opfer wurde zunächst nichts bekannt. Ein in sozialen Medien veröffentlichtes Video zeigte Rauch in der Nähe der Gleise aufsteigen. Der Zugverkehr gehe weiter, teilte Ukrsalisnyzja mit. In der Nähe des Bahnhofs liegt das Verteidigungsministerium. In Kiew wie auch in vielen anderen Städten des Landes wurde am Abend Luftalarm ausgelöst. Die Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko schrieb im Nachrichtenkanal Telegram: "Die Lage ist kompliziert." In der Millionenstadt seien mehrere Explosionen zu hören gewesen. "Mehrere Autos fingen Feuer." Zudem sei eine Polizeistation beschädigt worden. Kämpfe habe es in nördlichen Vororten gegeben.

+++ 21:44 Bericht: Großstadt Cherson wohl in russischer Hand +++
Die strategisch wichtige Stadt Cherson im Süden der Ukraine ist nach Angaben ukrainischer Beamter wohl an die russischen Streitkräfte gefallen. Es wäre die erste Großstadt, in der das russische Militär die Kontrolle übernommen hätte. "Es gibt hier keine ukrainische Armee", sagte der Bürgermeister von Cherson, Igor Kolykhaev, in einem Interview mit der "New York Times". "Die Stadt ist umzingelt." Der Bürgermeister sagte, dass eine Gruppe bewaffneter russischer Offiziere das Rathausgebäude betreten habe. Sie hätten ihm mitgeteilt, dass sie eine neue Verwaltung einsetzen. Die Übernahme der Stadt hatte die Ukraine am Nachmittag noch dementiert. (siehe Eintrag von 14:27 Uhr)

+++ 21:25 Waisenhaus in Odessa evakuiert - Kinder auf dem Weg nach Berlin +++
Nach der Evakuierung eines Waisenhauses im südukrainischen Odessa sind rund 120 Kinder - darunter ein sechs Tage altes Baby - auf der Flucht nach Berlin. Die Waisen hätten sich zusammen mit einem Dutzend Betreuern in fünf Bussen auf den Weg gemacht, sagt der Chefrabbiner von Odessa und der Südukraine, Abraham Wolff, am Abend. Das Waisenhaus gehört der jüdischen Gemeinde Mishpacha Chabad. In Odessa wird ein Angriff der russischen Armee befürchtet. Die Busse mit den Kindern seien jetzt in Chisinau, der Hauptstadt der Republik Moldau angekommen. Die Reise solle ohne größere Pausen zügig durch Rumänien Richtung Westen fortgesetzt werden, sagt der mitreisende Rabbinersohn Mendi Wolff. Spätestens Freitagmittag wolle man in Berlin ankommen, wo die Geflüchteten Unterstützung von der jüdischen Gemeinde hätten. "Vor 70 Jahren ist mein Großvater vor den Nazis aus Deutschland geflohen - jetzt tritt mein Sohn die Reise in umgekehrter Richtung an", sagte Abraham Wolff.

+++ 21:10 "New York Times": Chinesen baten Kreml um Einmarsch erst nach Olympia +++
Hochrangige chinesischen Behörden haben einer Zeitung zufolge russische Regierungsvertreter Anfang Februar gebeten, nicht vor dem Ende der Olympischen Winterspiele in die Ukraine einzumarschieren. Die "New York Times" beruft sich auf Vertreter der US-Regierung und einen aus Europa. Der Zeitung zufolge lag ein westlicher Geheimdienstbericht über russisch-chinesische Absprachen vor, der bislang geheim gehalten worden sei. Aufgrund der Informationen müsse unterstellt werden, dass China von den Angriffsplänen des russischen Präsidenten Wladimir Putin wusste.

+++ 20:40 Chodorkowski glaubt an baldigen Sturz Putins +++
Der russische Exil-Oppositionelle Michail Chodorkowski ist der Überzeugung, dass der russische Präsident Wladimir Putin durch den Krieg in der Ukraine seinen eigenen Sturz vorantreibt. Putins Anordnung zum Angriff auf die Ukraine sei eine "emotionale" Angelegenheit und zeige, dass der russische Präsident zunehmend "paranoid" handle, sagte Chodorkowski dem französischen Sender France 24 in einem in London aufgezeichneten Interview. Die Macht des Kreml werde "nicht schnell" verfallen, aber in "ein oder zwei Jahren". Der Angriff auf die Ukraine sei ein "Suizid", Putin werde selbst dann nicht obsiegen, wenn seine Truppen die ukrainische Hauptstadt Kiew und die östliche Großstadt Charkiw einnähmen, sagte Chodorkowski. Es sei auch möglich, dass das Ende durch einen Zusammenbruch der russischen Wirtschaft erfolge.
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+++ 20:25 Russische Kampfjets verletzen Schwedens Luftraum +++
Schweden meldet die Verletzung seines Luftraumes über der Ostsee durch vier russische Kampfflugzeuge. Die Kampfjets vom Typ Suchoi Su-27 und Suchoi Su-24 seien für kurze Zeit in den schwedischen Luftraum über dem Osten der Insel Gotland eingedrungen, teilt der schwedische Generalstab am Abend in Stockholm mit. Derzeit wird in Schweden, das seit Jahrzehnten eine Neutralitätspolitik verfolgt, intensiv über einen Beitritt in die NATO diskutiert.

+++ 20:15 Ukraine zählt 7000 tote russische Soldaten +++
Der militärische Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj erklärt, über 7000 russische Soldaten seien seit dem Beginn der Invasion getötet worden. Hunderte seien gefangen genommen worden, darunter auch Offiziere, sagt Olexij Arestowitsch. Ein schwer verletzter russischer Kommandeur sei nach Belarus gebracht worden.

+++ 20:03 Neue Verhandlungen: Kiew lässt sich mit Zusage Zeit +++
Die ukrainische Seite gibt sich bedeckt zu der von Russland für Donnerstagmorgen angekündigten zweiten Gesprächsrunde. "Es ist zweifelhaft, dass ohne die Anwesenheit der anderen (ukrainischen) Seite am Verhandlungstisch wirklich Verhandlungen stattfinden können", twittert der ukrainische Präsidentenberater Mychailo Podoljak. "Warten Sie also einfach auf den tatsächlichen Beginn des Dialogs."

+++ 19:52 Außenminister Lawrow: Sanktionen sind "Diebstahl" +++
Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat das Einfrieren russischer Vermögenswerte im Ausland durch westliche Länder als "Diebstahl" kritisiert. "Sie spucken auf alle ihre Prinzipien, die sie auf der internationalen Bühne verankert haben", sagt Lawrow in einem Interview dem TV-Sender Al-Dschasira, aus dem die russische Agentur Interfax zitiert. Der Westen habe begonnen, die Vermögenswerte der russischen Zentralbank und privater Unternehmer zu beschlagnahmen, so Lawrow. "Das ist Diebstahl."

+++ 19:38 Angst vor Atomunfall: Umweltministerium rät von Jodtabletten ab +++
Vor dem Hintergrund des russischen Kriegs gegen die Ukraine und einer möglichen Gefahr von Angriffen auf Atomkraftwerke hat das Bundesumweltministerium vor einer anlasslosen Einnahme von Jodtabletten gewarnt. "Aufgrund der Entfernung zur Ukraine ist nicht damit zu rechnen, dass eine Einnahme von Jodtabletten erforderlich werden könnte", schrieb das Ministerium am Nachmittag. Zuvor hatte der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, aufgrund der anhaltenden Kämpfe im Krisengebiet vor der Gefahr eines Atomunfalls gewarnt. Jodtabletten dienen nach Angaben des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) im Falle eines nuklearen Unfalls als Schutz vor einer Einlagerung von radioaktivem Jod in die Schilddrüse. "Von einer selbstständigen Einnahme der Tabletten wird dringend abgeraten.

+++ 19:23 US-Justiz setzt Spezialeinheit auf Oligarchen an +++
Eine Sondergruppe des US-Justizministeriums soll den Druck auf russische Oligarchen erhöhen. Die als "KleptoCapture" (von "Kleptokratie", der Diebesherrschaft, und "to capture", fangen) bekannte Task Force soll Sanktionen und Exportverbote durchsetzen sowie Maßnahmen, mit denen Russland von den Märkten ausgesperrt werden soll, teilt das Ministerium mit. "An jene, die das russische Regime durch Korruption und Umgehung von Sanktionen stützen: Wir werden Ihnen die sicheren Häfen nehmen und Sie zur Verantwortung ziehen", sagt Vize-Justizministerin Lisa Monaco. "Oligarchen seid gewarnt: Wir werden alle Mittel einsetzen, um Ihre kriminellen Einkünfte einzufrieren und zu beschlagnahmen."

+++ 18:52 Georgien will EU-Aufnahme beantragen +++
Georgien will am morgigen Donnerstag die Aufnahme in die EU beantragen. "Wir fordern die EU-Gremien auf, unseren Antrag einer Notfallprüfung zu unterziehen und Georgien den Status eines EU-Beitrittskandidaten zu gewähren", sagt der Chef der Regierungspartei Georgischer Traum, Irakli Kobachidse, dem Online-Portal "civil.ge" zufolge. Dies sei eine politische Entscheidung der Partei "unter Berücksichtigung des allgemeinen politischen Kontexts und der neuen Realität". Der Antrag werde am Donnerstag im Namen der Regierung in Brüssel übergeben. Damit legt Kobachidse eine Kehrtwende hin. Am Dienstag hatte er darauf beharrt, Georgien wolle erst 2024 einen solchen Antrag stellen, weil "eine übereilte Initiative kontraproduktiv" sein könnte.

+++ 18:35 Wie der Krieg Bewertungsportale und Tinder erfasst +++

+++ 18:01 UN-Vollversammlung fordert von Russland Abzug aus Ukraine +++
Die UN-Vollversammlung verurteilt den Angriff Russlands auf die Ukraine mit großer Mehrheit und fordert Russland zum Ende seiner Aggression auf. 141 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen stimmen in New York für eine entsprechende Resolution. 35 Länder enthielten sich, 5 lehnten den Beschluss ab. Kiew rief zuvor die Länder der Welt zum Zusammenhalt auf. "Wir erleben einen entscheidenden Moment für unsere Generation", sagte der ukrainische UN-Botschafter Serhij Kyslyzja zum Ende der dreitägigen Dringlichkeitssitzung vor dem größten UN-Gremium. Russland sei nicht nur für seine außenpolitischen Ziele einmarschiert. "Sie sind gekommen, um der Ukraine das Existenzrecht zu nehmen." Es sei die Aufgabe der Weltgemeinschaft, Moskau zu verurteilen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dokumentiert das Abstimmungsergebnis. Die Länder, die für die Verurteilung Russlands gestimmt haben, stehen auf der richtigen Seite der Geschichte, schreibt er.
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+++ 17:59 Russland beziffert erstmals Verluste: 498 Soldaten getötet +++
Im Krieg in der Ukraine sind nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau bisher 498 russische Soldaten getötet worden. Zudem seien 1597 Soldaten verletzt worden, teilt das Ministerium mit. Es sind die ersten offiziellen Zahlen dazu aus Russland seit Kriegsbeginn am Donnerstag voriger Woche. Die Ukraine spricht von 5800 russischen Gefallenen.
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+++ 17:50 Polen will verletzte Ukrainer verarzten: 7000 Klinikbetten bereit +++
Polen hält für die Aufnahme von Ukrainern 7000 Krankenhausbetten bereit. Diese ständen sowohl für kranke Flüchtlinge als auch für diejenigen bereit, die bei Kampfhandlungen in dem Nachbarland verwundet würden, sagt Gesundheitsminister Adam Niedzielski in Warschau. Die Regierung bereite außerdem einen Gesetzentwurf vor, der die medizinische Versorgung der Flüchtlinge im Rahmen des staatlichen Gesundheitssystems NFZ regeln solle.

+++ 17:32 Neue Verhandlungen wohl noch am Abend +++
Die Ukraine stimmt der Nachrichtenagentur Unian zufolge neuen Verhandlungen mit Russland noch am Abend zu. Unian bezog sich dabei auf Informationen des ukrainischen Delegationsleiters David Arachamija. Uhrzeit und Ort für die Gespräche wurden nicht genannt. Nach Kremlangaben ist auch die russische Seite für weitere Gespräche bereit. Sie sei bereits am Nachmittag aufgebrochen, berichtet die belarussische Nachrichtenagentur Belta.

Update 19:01 Uhr: Russland erwartet nach eigenen Angaben die Unterhändler der ukrainischen Regierung für eine zweite Gesprächsrunde am Donnerstagmorgen. Dann solle über eine Feuerpause gesprochen werden, meldet die Nachrichtenagentur TASS unter Berufung aus den russischen Verhandler Wladimir Medinsky. Der ukrainischen Delegation werde freies Geleit zugesichert.

+++ 17:17 Wie sag ich's meinen Kindern? Podcast erklärt den Krieg +++
Die Bilder aus der Ukraine sind längst in Schulen und Kindergärten angekommen. Bei Tiktok und anderswo begegnet den Kindern und Jugendlichen der Krieg jeden Tag aufs Neue. Das macht vielen Kindern Angst und sorgt für viele Fragen. GEOlino, das Wissensmagazin für Kinder, hat deshalb einen Podcast zum Krieg in der Ukraine aufgelegt. In vier Folgen wird kindgerecht erklärt, wie der Konflikt entstanden ist, was in Russland und der Ukraine passiert und was der Krieg bedeutet.

+++ 17:03 Korridore für Zivilisten: Ukraine bittet Papst um Vermittlung +++
Die Ukraine hat nach Worten der stellvertretenden ukrainischen Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk den Papst gebeten, mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über die Zulassung humanitärer Korridore zur Unterstützung der vom Krieg betroffenen Zivilisten zu sprechen. "Ich hoffe, dass das Gespräch stattfinden wird", sagt sie im ukrainischen Fernsehen.

+++ 16:45 Mariupol ohne Wasser: Russen sollen Flucht von Zivilisten blockieren +++
Die ukrainische Hafenstadt Mariupol leidet nach Worten des Bürgermeisters Wadym Boitschenko während ununterbrochener Angriffe russischer Streitkräfte unter zahlreichen Opfern und einem Wasserausfall. "Die feindlichen Besatzungstruppen der Russischen Föderation haben alles getan, um die Flucht der Zivilbevölkerung aus der Stadt mit einer halben Million Einwohner zu blockieren", sagt er in einer Live-Sendung im ukrainischen Fernsehen. Eine genaue Opferzahl nennt er nicht.

+++ 16:25 Aufruf an russische Mütter: Holt eure gefangenen Söhne in Kiew ab +++
Das ukrainische Verteidigungsministerium ist nach eigenen Angaben bereit, gefangene russische Soldaten an ihre Mütter zu übergeben - wenn diese "in die Ukraine kommen, um sie abzuholen". Das Verteidigungsministerium veröffentlicht Telefonnummern und eine E-Mail-Adresse, über die Informationen über gefangene russische Soldaten abgefragt werden können. An die Mütter der Soldaten gerichtet heißt es: "Sie werden empfangen und nach Kiew gebracht, wo Ihr Sohn an Sie zurückgegeben wird." "Anders als die Faschisten (von Kreml-Chef Wladimir) Putin führen wir keinen Krieg gegen Mütter und ihre gefangenen Kinder", schreibt das Verteidigungsministerium. Nach Angaben Kiews nahm die ukrainische Armee seit Beginn des russischen Angriffskriegs vor knapp einer Woche dutzende Soldaten fest. Über eine Hotline des Verteidigungsministeriums können russische Eltern abfragen, ob ihre Söhne zu den von der ukrainischen Armee gefangenen oder getöteten Armeeangehörigen gehören.

+++ 16:11 Deutsche Waffen an Ukraine übergeben +++
Die von Deutschland bereitgestellten Waffen für die Ukraine sind übergeben worden. Das erfährt dpa aus Regierungskreisen in Berlin. Am Samstag hatte die Bundesregierung angekündigt, die ukrainischen Streitkräfte mit 1000 Panzerabwehrwaffen sowie 500 Boden-Luft-Raketen vom Typ "Stinger" zu unterstützen. Derweil erreichen weitere Bundeswehr-Soldaten die unter deutscher Führung stehende Battlegroup in Litauen. Insgesamt soll der Verband durch 350 Soldaten und Soldatinnen der Bundeswehr verstärkt werden. Die ersten deutschen Verstärkungskräfte trafen bereits Mitte Februar in Rukla ein.
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+++ 16:01 Kiew: Mehr als 1000 Ausländer melden sich für Fremdenlegion +++
Mehr als 1000 Ausländer schließen sich nach ukrainischen Angaben dem Kampf gegen Russland an. "Aus 16 Ländern weltweit sind bereits Freiwillige in die Ukraine gekommen, die bereit sind, Rücken an Rücken mit dem ukrainischen Volk gegen die Aggressoren zu kämpfen", sagt der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba vor Journalisten. "Ihre Zahl hat bereits mehr als 1000 Menschen überschritten." Die Angaben waren zunächst nicht unabhängig zu überprüfen. Kuleba betont, 19 Länder hätten der Ukraine bisher Waffenlieferungen zugesagt. Präsident Wolodymyr Selenskyj ermöglichte am Dienstag per Erlass die visafreie Einreise von Ausländern, die in einer internationalen Legion die Ukraine verteidigen sollen. Russische Staatsbürger sind davon ausgeschlossen.
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+++ 15:45 Nord-Stream-Aus: Moskau sieht Verhältnis zu Berlin "irreparabel beschädigt" +++
Das russische Außenministerium kritisiert die Bundesregierung wegen ihres Vorgehens im Fall der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 scharf. "Berlins Entscheidung, das Projekt zu stoppen, wird die russisch-deutschen Beziehungen, die nicht durch unsere Schuld in den vergangenen Jahren alles andere als ungetrübt waren, irreparabel beschädigen", teilt die Sprecherin des Ministeriums in Moskau, Maria Sacharowa, mit. "Die Verantwortung für die Folgen dieser rechtswidrigen Handlungen, die den Ruf Deutschlands als verlässlichem Außenwirtschaftspartner in Frage stellen, liegt ausschließlich auf der deutschen Seite."
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+++ 15:33 Pistorius: Deutscher Verfassungsschutz nimmt Putin-Freunde ins Visier +++
Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius kündigt an, dass der Verfassungsschutz angesichts des Kriegs in der Ukraine verstärkt Putin-freundliche Parteien und Organisationen beobachten werde. "Es ist jedenfalls klar, dass der Verfassungsschutz sein Augenmerk derzeit besonders auf diejenigen Organisationen und Parteien im Land richtet, die womöglich eine besondere Nähe zu Putin auszeichnet", sagt der Sozialdemokrat. Das betreffe Teile der AfD sowie "Teile der Bewegung, die sich gegen die Corona-Maßnahmen wendet, denn hier es gibt es eine Schnittmenge".

+++ 15:20 Johnson will superreiche Russen auflisten +++
Die britische Regierung will eine Liste von Personen veröffentlichen, die eng mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin verbunden sind. Das sagt Großbritanniens Premierminister Boris Johnson im Parlament in London. Die britische Regierung steht wegen ihrer jahrelang laschen Haltung gegenüber russischen Oligarchen seit Wochen heftig in der Kritik. In der kommenden Woche will das Unterhaus einen Gesetzentwurf debattieren, der es ausländischen Investoren unmöglich machen soll, sich bei Immobilienkäufen hinter Briefkastenfirmen und Strohmännern zu verstecken. Die Opposition kritisiert aber, dass darin bislang eine Frist vorgesehen ist, die Oligarchen Zeit geben könnte, ihr Geld außer Landes zu bringen.

+++ 15:10 Bundesregierung gibt nationale Ölreserven frei +++
Als Reaktion auf den Ukraine-Krieg und zur Beruhigung des Ölmarktes gibt die Bundesregierung einen Teil der nationalen Ölreserve frei. Das teilt das Bundeswirtschaftsministerium mit. Wirtschaftsminister Robert Habeck erklärt: "Wir leisten damit einen Beitrag im internationalen Konzert. In Zeiten wie diesen ist es wichtig, geschlossen zu handeln."
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+++ 15:06 Oligarchen-Jachten kreuzen vor den Malediven +++
Russische Milliardäre bringen offensichtlich ihre Superjachten aus der Reichweite westlicher Sanktionen. Mindestens fünf der Luxus-Schiffe liegen bei den Malediven vor Anker oder kreuzen in den Gewässern vor der Inselgruppe im Indischen Ozean, wie aus Schifffahrts-Daten hervorgeht. Die Malediven haben kein Auslieferungsabkommen mit den USA. Die Regierung in Washington hat angekündigt, das Eigentum sanktionierter Personen zu beschlagnahmen. Von der Regierung der Malediven war bislang keine Stellungnahme zu erhalten. Nach Daten von Marinetraffic liegt die Superjacht "Clio" vor der Inselgruppe. Sie gehört Oleg Deripaska, Gründer des Aluminium-Riesen Rusal. Auch die "Titan" von Mitbegründer des Stahlriesen Evraz, Alexander Abramow, ist im Indischen Ozean. Dasselbe gilt für die 88 Meter lange "Nirwana" des reichsten Russen, Wladimir Potanin. Die meisten der Jachten ankerten noch zu Jahresbeginn in Häfen im Nahen Osten.

+++ 14:55 Kiew: Mehr als 2000 Zivilisten tot +++
Bei der russischen Invasion sind nach Angaben des ukrainischen Rettungsdienstes bislang mehr als 2000 Zivilisten getötet worden. Hunderte Gebäude seien zerstört worden, darunter Krankenhäuser, Kindergärten und Wohngebäude, heißt es in einer Erklärung. "Jede Stunde verlieren Kinder, Frauen und Verteidigungskräfte ihr Leben."
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+++ 14:46 Russischer TUI-Großaktionär verlässt Aufsichtsrat +++
Der russische TUI-Großaktionär Alexej Mordaschow verlässt angesichts der gegen ihn verhängten EU-Sanktionen den Aufsichtsrat des Reisekonzerns. Das teilt das Unternehmen am Nachmittag mit. "Ziel der EU-Sanktionen ist, dass Herr Mordaschow nicht mehr über seine Aktien an der TUI AG verfügen kann", hieß es. So solle verhindert werden, dass Mordaschow Erlöse oder Gewinne aus seiner Beteiligung an TUI erzielen kann. "In diesem Zusammenhang scheidet Herr Mordaschow auch mit sofortiger Wirkung aus dem TUI-Aufsichtsrat aus. Er hat die Niederlegung seines Mandates heute formell gegenüber dem Unternehmen erklärt", hieß es weiter.

+++ 14:37 Wegen Waffenlieferungen: Kreml warnt vor Eskalation mit NATO +++
Angesichts der Unterstützung der NATO für die Ukraine warnt Russland vor einem Konflikt mit der Allianz. "Natürlich entstehen Risiken", sagt Vizeaußenminister Alexander Gruschko dem Staatssender Rossija-24. "Wir sind natürlich beunruhigt über das Waffenlieferungsprogramm, das ist in dieser Situation sehr gefährlich", sagt Gruschko. Es gibt keine Garantien, dass es keine Zwischenfälle geben wird. Es gibt keine Garantien, dass solche Zwischenfälle in einer völlig unnötigen Weise eskalieren könnten." Mehrere NATO-Mitglieder, darunter Deutschland, hatten nach dem russischen Angriff auf die Ukraine Waffenlieferungen an Kiew angekündigt.
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+++ 14:27 Ukraine dementiert: Stadt Cherson nicht gefallen +++
Die Regierung in Kiew dementiert die Erfolgsmeldung Moskaus, dass die südukrainische Großstadt Cherson komplett in russische Hand gefallen sei. Die Kämpfe dauerten an, sagte der Berater des Büroleiters im ukrainischen Präsidialamt, Olexij Arestowitsch. Mit der Einnahme Chersons könnte Russland den ukrainischen Nachschub zwischen dem Westen und dem Osten des Landes schwer treffen. Der Berater des Innenministeriums, Anton Heraschtschenko, sprach am Morgen von zahlreichen toten Zivilisten, die Cherson unter anderem mit sogenannten Molotow-Cocktails verteidigt hätten.

+++ 14:15 Kreml räumt ein: Russische Wirtschaft schwer getroffen +++
Die Sanktionen des Westens sind nach Kremlangaben ein schwerer Schlag gegen die russische Wirtschaft. Zugleich betont der Kreml in Moskau, dass das Land große Reserven habe, den Druck auszuhalten. "Sie wird auf den Beinen stehenbleiben", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen Nachrichtenagentur Interfax. Russland habe Polster, um die Folgen der Sanktionen abzufedern. Zugleich sagt er, dass das Riesenreich auf die Sanktionen des Westens reagieren werde - mit "nüchternem Kopf" und "ohne sich selbst ins Bein zu schießen".

+++ 13:49 Experte Kaim: Putin wirkt zur Eskalation entschlossen +++
Putin ist bereit zur Eskalation, so analysiert Verteidigungsexperte Markus Kaim das Verhalten des russischen Präsidenten. Nachdem die geplante "politische Enthauptung" der ukrainischen Regierung nicht geglückt sei, scheine Russland nun zu einer Strategie wie im syrischen Aleppo überzugehen. Das würde bedeuten, dass gezielt Wohnbezirke angegriffen würden, auch um Wasser- und Stromleitungen zu zerstören. Damit wolle man die Zivilbevölkerung in die Flucht schlagen.

+++ 13:22 USA offen für Sanktionen gegen russischen Energiesektor +++
Die USA sind nach Angaben der Präsidialamtsprecherin Jen Psaki offen für Sanktionen gegen die russische Öl- und Gasindustrie. Die US-Führung prüfe mögliche Auswirkungen auf die Weltmärkte und die Energiepreise in den USA, sagt Präsidalamtssprecherin Jen Psaki. "Wir sind sehr offen", sagt Psaki in einem Interview von MSNBC auf die Frage, ob die USA und ihre westlichen Verbündeten auch Sanktionen gegen die Energiebranche verhängen werden. "Es liegt sehr viel auf dem Tisch, aber wir müssen abwägen, welche Auswirkungen es geben kann."

+++ 13:09 IAEO: Erhöhte Strahlung in Tschernobyl keine Gefahr +++
Die erhöhten Strahlungswerte im ukrainischen Kernkraftwerk Tschernobyl sind nach Angaben der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) immer noch so niedrig, dass sie trotz der Bewegung russischer Militärfahrzeuge vor Ort keine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellen. IAEO-Generaldirektor Rafael Grossi erklärt, die Sicherheit und der Schutz von Nuklearanlagen und nuklearen und anderen radioaktiven Materialien in der Ukraine dürften nicht gefährdet werden.

+++ 12:57 Abramowitsch will Chelsea verkaufen +++
Roman Abramowitsch versucht, den Fußballclub Chelsea London zu verkaufen. Das berichtet die "Daily Mail". Der Oligarch verlange umgerechnet 3,6 Milliarden Euro. Den Deal wolle er über eine US-Bank abwickeln. Der Schweizer Milliardär Hansjörg Wyss erwägt nach eigenen Angaben, den legendären Verein zu kaufen. Abramowitsch wolle Chelsea "nun schnell loswerden", sagt Wyss der Schweizer Zeitung "Blick". Wyss habe "mit drei weiteren Personen am Dienstag ein Angebot erhalten, um Chelsea von Abramowitsch zu kaufen". Nach Berichten eines britischen Abgeordneten versucht der Russe offenbar auch, seine Londoner Villa und ein Penthouse loszuwerden.

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20 Jahre lang gehörte der Londoner FC Chelsea dem Oligarchen Roman Abramowitsch.

(Foto: picture alliance / empics)

+++ 12:43 Widerstand in SPD gegen Milliardenspritze für Bundeswehr +++
In der SPD formiert sich Widerstand gegen die von Kanzler Olaf Scholz angekündigte Milliarden-Aufrüstung der Bundeswehr. Die linke SPD-Gruppe "Forum Demokratische Linke" erklärt mit weiteren Organisationen wie der sozialistischen Jugend "Die Falken" und dem Netzwerk Attac Deutschland, man lehne "das von Bundeskanzler Scholz am Sonntag vorgeschlagene Sondervermögen für Aufrüstung in Höhe von 100 Milliarden Euro und dauerhafte Rüstungsausgaben von über zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts ab". Die Organisationen argumentieren, die Bundeswehr sei nicht von Unterfinanzierung geplagt, sondern von strukturellen Problemen bei Management und Beschaffung. "Die Bundeswehr muss reformiert, nicht aufgerüstet werden", fordern sie.

+++ 12:30 Ukraine-Flüchtlinge sollen zwei Jahre in EU bleiben dürfen +++
Flüchtlinge aus der Ukraine sollen vorerst zwei Jahre lang in der Europäischen Union bleiben können. Das sieht ein Notfallplan der EU-Kommission vor, über den am Donnerstag die Innenminister der Mitgliedstaaten beraten sollen. "Alle, die vor Putins Bomben fliehen, sind in Europa willkommen", erklärt Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Dem Vorschlag zufolge sollen die aus der Ukraine geflüchteten Menschen vorläufige Aufenthaltstitel in der EU erhalten. Damit hätten sie für vorerst zwei Jahre auch das Recht, zu arbeiten und die jeweilige Gesundheitsversorgung zu beanspruchen, Kinder könnten zur Schule gehen.
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+++ 12:25 Ukrainer müssen erbeutete Panzer nicht versteuern +++
Die Nationale Behörde zur Korruptionsbekämpfung der Ukraine verhöhnt die russischen Aggressoren und teilt mit, dass erbeutetes russisches Kriegsgerät nicht in der Steuererklärung angegeben werden müsse. Begründung: "Dieser Schrott ist viel zu wenig wert."

+++ 12:20 DHL stoppt Lieferungen nach Russland und Belarus +++
Der Logistikkonzern DHL setzt in der Ukraine Lieferungen nach Russland und Belarus aus. "Bis auf Weiteres" würden auch keine Sendungen in diese beiden Länder mehr angenommen, erklärt der Konzern. Zudem werden in der Ukraine nach dem russischen Angriff alle dortigen Büros geschlossen und der Betrieb vorerst eingestellt. "Unser größtes Anliegen und unsere höchste Priorität ist derzeit die Sicherheit unserer Mitarbeiter", so der Konzern zur Begründung.

+++ 12:16 Schröders Frau meldet sich zu Wort +++
Knapp eine Woche nach Altkanzler Gerhard Schröder äußert sich dessen Ehefrau Soyeon Schröder-Kim fast wortgleich zum Angriff Russlands auf die Ukraine. Viele Menschen hätten sie gefragt, "ob mein Mann nicht mit Herrn Putin über den Krieg in der Ukraine reden könnte", schreibt Schröder-Kim auf Instagram. Sie betont, der Krieg und das damit verbundene Leid für die Menschen in der Ukraine müssten schnellstmöglich beendet werden. "Das ist eindeutig die Verantwortung der russischen Regierung." Wie zuvor ihr Mann verweist jedoch auch Schröder-Kim auf die Bedeutung bestehender Verbindungen zu Russland.
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+++ 12:05 Lawrow: Regierung in Kiew muss alle Nationalitäten vertreten +++
Russland will der Ukraine die Zusammensetzung ihrer künftigen Regierung vorschreiben. "Das ukrainische Volk wählt seine Führung", sagt der russische Außenminister Sergej Lawrow in einem auszugsweise veröffentlichten Interview mit dem TV-Sender Al-Dschasira, aus dem die Agentur Tass zitiert. "Aber sie muss alle Nationalitäten der Ukraine vertreten", fordert Lawrow. Russland behauptet immer wieder, die prowestliche ukrainische Regierung diskriminiere russische Muttersprachler und Russen vor allem im Osten der Ukraine. Dafür gibt es keine unabhängigen Belege.

+++ 11:59 Ecclestone nennt Putin "sehr geradlinig und ehrenhaft" +++
Bernie Ecclestone, der ehemalige Boss der Formel 1, verteidigt Russlands Präsidenten Wladimir Putin. In einem Interview mit "Times Radio", das bereits am 25. Februar gesendet wurde, sagt er: "Als Person fand ich ihn sehr geradlinig und ehrenhaft", so Ecclestone. "Er hat genau das getan, was er gesagt hat". Zum Zeitpunkt des Gesprächs mit dem 91-Jährigen herrschte in der Ukraine bereits seit anderthalb Tagen Krieg.

+++ 11:41 Kiew: Tschetschenische Spezialeinheit plante Anschlag auf Selenskyj +++
Laut einem Beitrag ukrainischer Sicherheitsbehörden auf Telegram ist ein Anschlag auf Präsident Wolodomyr Selenskyj vereitelt worden. So sei eine Gruppe tschetschenischer Elitesoldaten getötet worden, die den Auftrag gehabt hätten, Selenskyj aufzuspüren und umzubringen, wie der Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates Oleksij Danilow mitteilt. Den entscheidenden Hinweis hätte die Ukraine von russischen Sicherheitskräften erhalten, die den Krieg nicht unterstützten, heißt es. Die Angaben lassen sich unabhängig nicht überprüfen. Vor Kurzem hatte die "Times" von Hunderten Söldnern berichtet, die in Kiew Jagd auf Selenskyj machen sollen.

+++ 11:35 Uni Göttingen prüft Schröders Ehrendoktortitel +++
Die Universität Göttingen beschäftigt sich mit der Frage, wie sie vor dem Hintergrund des russischen Angriffs auf die Ukraine mit dem Ehrendoktortitel von Altkanzler Gerhard Schröder umgehen soll. "Dieser Prozess ist aber noch nicht abgeschlossen", teilt die Universität mit. Das Nachrichtenportal "The Pioneer" hatte zuvor berichtet, die Uni prüfe den Entzug der Ehrendoktorwürde des SPD-Politikers.

+++ 11:21 EU straft Belarus mit neuen Sanktionen +++
Die EU-Staaten sind sich einig über neue Sanktionen gegen Russlands Verbündeten Belarus. Dies teilt die französische EU-Ratspräsidentschaft auf Twitter mit. Betroffen sind demnach vor allem die belarussische Holz-, Kali,- und Stahlindustrie. Die Maßnahmen sollen in Kraft treten, sobald sie im EU-Amtsblatt veröffentlicht seien. Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko ist ein Verbündeter und militärischer Unterstützer von Kremlchef Wladimir Putin im Krieg gegen die Ukraine. Russische Angriffe auf die Ukraine werden auch von belarussischem Gebiet aus geführt.

+++ 11:11 Nawalny ruft zu täglichen Protesten auf +++
Der inhaftierte Kreml-Kritiker Alexej Nawalny ruft zu täglichen Protesten gegen den russischen Einmarsch in die Ukraine auf. "Alexei Nawalny hat die Menschen aufgerufen, jeden Tag um 19.00 Uhr und am Wochenende um 14.00 Uhr gegen den Krieg zu protestieren", sagt seine Sprecherin Kira Jarmisch. "Lassen Sie uns wenigstens nicht zu einer Nation von verängstigten Schweigern werden", heißt es in einem bei Twitter veröffentlichten Aufruf. "Lasst uns nicht gegen den Krieg sein. Lasst uns den Krieg bekämpfen."

+++ 11:03 Russisches Fernsehen: Ukrainer beschießen Charkow +++
Bislang lautet die offizielle Sicht in Moskau, dass russische Truppen in der Ukraine nur eine "Militäroperation" durchführen, keinen Krieg – erst recht nicht gegen die Zivilbevölkerung. Angesichts vermehrt auftauchender Bilder von zerstörten Wohnhäusern und verletzten Zivilisten sieht sich das russische Fernsehen nun zu einer Erklärung gezwungen: Der Sender NTV, der Gazprom gehört, erklärt nun offenbar, dass es die Ukrainer selbst sind, die das Stadtzentrum von Charkiw beschossen haben.

+++ 10:56 Russland berichtet über Einnahme von größtem AKW in Ukraine +++
Russische Einheiten bringen nach Angaben aus Moskau das Gebiet um das größte Atomkraftwerk in der Ukraine unter ihre Kontrolle. Dies hätten russische Diplomaten der Internationalen Atomenergiebehörde in Wien mitgeteilt, berichtet IAEA-Chef Rafael Grossi. In der Ukraine sind 15 Kernreaktoren in vier Kraftwerken in Betrieb. Grossi hat deshalb bereits vor der Gefahr eines schweren Atomunfalls im Zuge der Kampfhandlungen gewarnt. Laut dem Brief der russischen Botschaft an die IAEA sorgen die Mitarbeiter im nun eingenommenen AKW Saporischschja weiterhin für den sicheren Betrieb. Die Strahlenwerte seien normal. Noch am Tag zuvor hatte die ukrainische Regierung davon gesprochen, dass ihre Kontrolle über alle laufenden AKWs gewahrt sei.

+++ 10:48 Britische TV-Produzenten stoppen Lizenzverkauf nach Russland +++
Die BBC und andere britische Produzenten von TV-Inhalten verkaufen vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges keine Lizenzen mehr an russische Sender. Die BBC habe zudem ihre russischen Kunden darum gebeten, bereits gekaufte Episoden etwa von Fernsehserien oder Unterhaltungsshows nicht mehr auszustrahlen.

+++ 10:33 Russland zu neuen Gesprächen mit der Ukraine bereit +++
Russland erklärt sich zu neuen Verhandlungen mit der Ukraine am Abend bereit. "Unsere Delegation ist bereit, die Gespräche fortzusetzen", sagt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Die russische Abordnung werde "am frühen Abend vor Ort sein", sagt Peskow, ohne jedoch den Verhandlungsort zu nennen. Er hoffe, dass die ukrainischen Unterhändler ebenfalls erscheinen werden. Der ukrainische Präsidentenberater Mykhailo Podolyak sagt der Nachrichtenagentur Reuters, dass weitere Gespräche mit Russland im Gespräch seien, aber erst eine "substanzielle Agenda" benötigt werde. Ihm zufolge wird noch über einen Termin diskutiert.

+++ 10:25 Fürst Albert friert Geld russischer Oligarchen ein +++
Auch das Fürstentum Monaco reagiert auf den Krieg in der Ukraine. In einer offiziellen Mitteilung des Palastes kündigt Fürst Albert an, russisches Geld einzufrieren: "Der Fürst verurteilt die Invasion der Ukraine durch Russland aufs Schärfste und drückt den Ukrainern seine volle Solidarität und Unterstützung aus." Er unterstütze Appelle für einen sofortigen Waffenstillstand und bekräftigt mit dem Schreiben das Bekenntnis des Fürstentums zur Achtung des Völkerrechts, der Souveränität, Integrität und Unabhängigkeit der Staaten. "Meinungsverschiedenheiten und Konflikte können nur friedlich gelöst werden, in einem Dialog und mit Diplomatie", so Albert.

+++ 10:05 Ukrainischer Biathlet Pidrutschnji im Kriegsdienst +++
Der ukrainische Ex-Weltmeister Dmytro Pidrutschnji ruft mit einem Post aus seinem Kriegsdienst viele Reaktionen aus der gesamten Biathlon-Welt hervor. "Ich bin allen dankbar, die mir schreiben und sich Sorgen um meine Familie machen, und denen, die die Ukraine unterstützen und helfen", schreibt der 30-Jährige bei Instagram. Dazu zeigt er sich auf einem Foto in Militär-Uniform mit Helm: "Ich bin derzeit in meiner Heimatstadt Ternopil und diene in der Nationalgarde der Ukraine. Dieses Foto wurde während des Luftalarms aufgenommen." Noch vor zwei Wochen startete der beste Skijäger seines Landes bei den Olympischen Winterspielen in Peking. Laut Medienberichten kämpfen auch andere Biathleten an der Front, darunter mit Julia Dschima die beste Frau, die 2014 in Sotschi noch Olympia-Gold mit der Staffel der Ukraine geholt hatte.

+++ 09:44 Internationaler Schieß-Verband schließt Russen und Belarussen aus +++
Der internationale Schieß-Verband ISSF schließt während des Weltcups in Kairo die russischen und belarussischen Schützen aus. "Nach einer entsprechenden Entscheidung der IOC-Exekutive und einem Treffen mit dem IOC-Präsidenten hat der ISSF beschlossen, dass Athleten aus der Russischen Föderation und Belarus nicht mehr an ISSF-Meisterschaften teilnehmen dürfen", heißt es in einer Mitteilung des Verbandes. In den Entscheidungen mit der Luftpistole, die am Montag in Kairo anstanden, durften die Sportler aus Russland und Belarus nicht mehr zum Finale der besten Acht antreten. Der ISSF tat sich mit einer Reaktion lange schwer. Hintergrund dürfte sein, dass dem Verband mit Präsident Wladimir Lissin und Generalsekretär Alexander Ratner zwei Russen vorstehen.

+++ 09:36 London: Putins Brutalität wird zunehmen +++
Russland wird nach Einschätzung des britischen Verteidigungsministers Ben Wallace bei seiner Invasion der Ukraine noch massiver vorgehen. Die Brutalität des russischen Präsidenten Wladimir Putin werde größer werden, sagt Wallace im britischen Hörfunksender LBC. "Jeder, der logisch denkt, würde nicht tun, was er tut. Also werden wir sehen, wie seine Brutalität zunimmt." Weiter sagt Wallace: "Er setzt sich nicht durch, er umzingelt Städte, er bombardiert sie rücksichtslos nachts (...) und er wird letztlich versuchen, sie zu zerstören und in die Städte einzurücken."

+++ 09:31 Minsk: Belarus schickt Truppen an westliche und südliche Grenzen +++
Belarus erhöht nach eigenen Angaben die Sicherheitsvorkehrungen an seinen westlichen und südlichen Grenzen. Belarus ist ein Verbündeter Russlands und grenzt im Süden an die Ukraine. Präsident Alexander Lukaschenko hatte am Dienstag erklärt, sein Land habe nicht vor, sich am russischen Militäreinsatz in der Ukraine zu beteiligen. Vorwürfe aus Kiew, wonach russische Truppen die Ukraine auch von belarussischem Territorium aus angreifen, weist er zurück.

+++ 09:17 Selenskyj: Russland will uns alle auslöschen +++
Nach dem russischen Angriff auf die Gedenkstätte Babyn Jar auf dem Gebiet der ukrainischen Hauptstadt Kiew wirft der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den russischen Truppen vor, sie wollten das Land und seine Geschichte zerstören. In Babyn Jar verübten im Zweiten Weltkrieg deutsche Besatzungstruppen und ihre ukrainischen Helfer ein Massaker an der jüdischen Bevölkerung. "Dieser Angriff zeigt, dass für viele Menschen in Russland unser Kiew absolut fremd ist", sagt Selenskyj in einer Video-Botschaft. "Sie wissen gar nichts über Kiew, über unsere Geschichte. Aber sie alle haben den Befehl, unsere Geschichte, unser Land, uns alle auszulöschen."

+++ 09:08 "Times"-Bericht: Abramowitsch verkauft Besitz in London +++
Der russische Oligarch Roman Abramowitsch will seine Villa in London und eine Wohnung in den nächsten Tagen verkaufen. Das meldet die britische "Times" und beruft sich dabei auf einen Parlamentsabgeordneten. Der Besitzer des Londoner Fußballclubs FC Chelsea fürchte sich davor, dass gegen ihn doch noch Sanktionen verhängt werden.

+++ 09:02 Bürgermeister: Verletzte können nicht aus Mariupol gebracht werden +++
Die ukrainische Stadt Mariupol am Asowschen Meer liegt nach Angaben des Bürgermeisters seit Dienstagabend unter intensivem Beschuss. Es sei unmöglich, Verletzte aus der Stadt herauszubringen.

+++ 08:49 Ukrainischer Gouverneur: Viele Tote und Verletzte in Charkiw +++
In der zweitgrößten ukrainischen Stadt Charkiw sind nach Angaben des Gouverneurs der Region mindestens 21 Menschen getötet und 112 verletzt worden. Über Nacht standen demnach die ukrainischen Verteidigungsstellungen "ständig unter Beschuss durch feindliche Flugzeuge, Artillerie und Schusswaffen", so Oleh Sinehubov auf seiner offiziellen Facebook-Seite. Wie Sinehubov weiter berichtet, wurden die nördlichen und nordöstlichen Sektoren der Stadt angegriffen. Der Gouverneur bestätigt auch einen Angriff auf ein Militärkrankenhaus.

+++ 08:41 Russische Sberbank kehrt europäischem Markt den Rücken +++
Russlands größtes Bankhaus Sberbank zieht sich aus dem europäischen Markt zurück. Die europäischen Filialen seien mit starken Bargeldabflüssen konfrontiert und es gebe Drohungen gegen Mitarbeiter und Gebäude, teilt der Finanzkonzern mit. Das Geldhaus sei nach einer Anordnung der Zentralbank nicht mehr länger in der Lage, die europäischen Tochtergesellschaften mit Liquidität zu versorgen. Das Kapitalniveau und die Qualität der Vermögenswerte reiche aber aus, um alle Sparer auszuzahlen.

+++ 08:32 Moskau verkündet Einnahme von Cherson - Ukraine berichtet von Umzingelung +++
Das russische Militär erlangt eigenen Angaben zufolge die volle Kontrolle über die seit Tagen umkämpfte südukrainische Großstadt Cherson. "Russische Einheiten der Streitkräfte haben das Zentrum der Region Cherson vollständig unter ihre Kontrolle gebracht", sagt der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, einer Mitteilung zufolge. Es wäre die erste ukrainische Gebietshauptstadt, die russische Truppen seit Ausbruch des Krieges am vergangenen Donnerstag unter ihre Kontrolle gebracht haben. Nach Angaben lokaler Behörden in der Ukraine ist die Stadt dagegen vollständig von russischen Truppen umzingelt.

+++ 08:18 Zwei ukrainische Fußballprofis getötet +++
Im Krieg in der Ukraine sind auch zwei Profifußballer gefallen. Wie die Spielervereinigung FIFPRO bestätigt, kamen Vitalii Sapylo und Dmytro Martynenko ums Leben. Der 21-jährige Sapylo, Torwart beim Zweitligisten Karpaty Lviv, wurde nach Angaben der britischen Zeitung "Sun" bei Kämpfen um die Hauptstadt Kiew getötet. Der 25-jährige Verteidiger Martynenko sei gemeinsam mit seiner Mutter bei einem Bombenangriff ums Leben gekommen, der einen Wohnblock traf, in dem sich das Haus der Familie befand.

+++ Esken: "Freiheit muss sich auch nach außen wehrhaft zeigen" +++
Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken sagt Bundeskanzler Olaf Scholz die Unterstützung ihrer Partei bei den umfassenden Rüstungsvorhaben zu. "Die SPD steht da ganz klar an seiner Seite", sagte Esken in der ntv-Sendung "Frühstart". Putins Angriffskrieg stelle eine Zäsur für die europäische Friedensordnung dar und habe eine "Zeitenwende" eingeleitet. "In dieser Situation muss man ganz klar sagen: Die Freiheit muss sich auch nach außen wehrhaft zeigen", sagte Esken. Einer Wiedereinführung der Dienstpflicht erteilt Esken indes eine klare Absage: "Die Dienstpflicht darüber haben wir lange genug diskutiert, damit ist Schluss." Eine Wiedereinführung würde weder bei der Verbesserung des Zustands der Bundeswehr noch in der aktuellen Auseinandersetzung mit Russland helfen.

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+++ 08:11 Bundeswehr-Experte rechnet mit Guerillakrieg +++
Der Vorsitzende des Bundeswehrverbands, André Wüstner, rechnet mit einem Guerillakrieg in den ukrainischen Städten. "In den Städten selbst, im Orts- und Häuserkampf, da sind natürlich Kräfte, wie sie die Ukraine hat, mit ihren Panzerfäusten und mehr überlegen", sagt der Oberstleutnant in der ARD. Eine solche Aussicht könne den russischen Präsidenten Wladimir Putin allerdings dazu bringen, "mit Feuerwalzen über diese Städte herzufallen". Er gehe fest davon aus, dass Putin seine Angriffsbewegungen verstärke und es in den nächsten Tagen bittere Kämpfe geben werde.

+++ 08:03 Mehr als 450.000 Flüchtlinge in Polen +++
Mehr als 450.000 Menschen sind seit Beginn der russischen Invasion von der Ukraine inzwischen nach Polen gekommen. Dies teilt der stellvertretende Innenminister Pawel Szefernaker im Rundfunk mit. Am Montag überquerten demnach 100.000 Menschen die Grenze, gestern waren es 98.000.

+++ 07:49 Tote und Verletzte nach Angriffen auf Schytomyr +++
Bei Luftangriffen auf die Großstadt Schytomyr sterben ukrainischen Angaben zufolge mindestens zwei Menschen. Dies berichtet der staatliche Dienst der Ukraine für Notfallsituationen. 16 weitere Menschen seien verletzt worden, heißt es. Rettungskräfte konnten 12 Menschen aus den Trümmern bergen, darunter sechs Kinder. Schytomyr liegt rund 140 Kilometer westlich der Hauptstadt Kiew.

+++ 07:32 Putin stoppt Ausfuhr von mehr als 10.000 Dollar pro Person +++
Russland verbietet von heute an die Ausfuhr von ausländischem Bargeld im Wert von umgerechnet 10.000 Dollar (knapp 9000 Euro). Ausländische Währungen sind von dem Verbot betroffen, wie es in einem vom russischen Präsidenten Wladimir Putin unterzeichneten Dekret heißt. Damit soll ein Abfluss von Kapital verhindert werden. Zahlreiche Menschen verlassen wegen Putins Angriff auf die Ukraine Russland, weil sie Angst vor einer Verschärfung der Lage haben. Deshalb versuchen sie, ihr Bargeld in Sicherheit zu bringen. Vor allem ziehen auch viele Menschen in Russland massenhaft Geld von ihren Konten ab. Putin begründet sein Verbot mit "unfreundlichen" Schritten der USA und anderer westlicher Staaten und Organisationen gegen Russland.

+++ 07:28 Schweden will Militär stärken +++
Schweden will nach dem Einmarsch Russlands in der Ukraine seine militärischen Fähigkeiten stärken. Die "allgemeine Bedrohungslage" habe sich erhöht, sagt Regierungschefin Magdalena Andersson in einer Fernsehansprache. "Schwedens Verteidigungsfähigkeiten müssen gestärkt werden, die Aufrüstung muss vorangetrieben werden." Sie kündigt Beratungen über höhere Verteidigungsausgaben an. Nach dem Ende des Kalten Krieges hatte Schweden seine Militärausgaben gekürzt.

+++ 07:17 WFP befürchtet Folgen für weltweite Lebensmittelversorgung +++
Hilfsorganisationen warnen vor gravierenden Folgen des Ukraine-Krieges für die Lebensmittelversorgung - insbesondere in Ländern der arabischen Welt und Westasien. Mehr als die Hälfte der Nahrungsmittel, die das Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP) in Krisenregionen verteilt, stammt laut der Organisation aus der Ukraine. "Putins Krieg überzieht nicht nur die Ukraine mit unermesslichem Leid. Die Auswirkungen werden weit über die Grenzen der Region zu spüren sein, sagt der Direktor des WFP in Deutschland, Martin Frick. "Schon jetzt sind 276 Millionen Menschen in 81 Ländern von akutem Hunger betroffen." Ägypten - mit mehr als 100 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichstes Land der arabischen Welt - bezieht Weizenimporte zu großen Teilen aus Russland und der Ukraine. Gleiches gilt für Tunesien. In beiden Ländern sind vor allem arme Menschen auf Brot dringend angewiesen.

+++ 07:05 Bericht: Russen gehen in Trostjanez "von Haus zu Haus" +++
Russische Truppen besetzen offenbar die Stadt Trostjanez in der Region Sumy. Dies twittert die unabhängige russische Zeitung "Nowaja Gazeta". Laut dem Gouverneur der Region Sumy, so der Tweet, "gehen die Russen von Haus zu Haus, holen die Leute aus den Kellern und lassen sie nachts draußen sitzen." Die Angaben lassen sich unabhängig nicht überprüfen.

+++ 06:47 Habeck: "Je stärker Deutschland dient, umso größer ist seine Rolle" +++
Die sicherheitspolitische Kehrtwende der Bundesregierung vom Wochenende findet nach den Worten von Vizekanzler Robert Habeck ein sehr positives Echo in der US-Regierung. "Je stärker Deutschland dient, umso größer ist seine Rolle", sagt der Wirtschafts- und Klimaschutzminister, der zu einem zweitägigen Besuch in Washington ist. Die "Bereitschaft, eine dienende Führungsrolle auszuüben" werde in der US-Hauptstadt erfreut zur Kenntnis genommen.

+++ 06:35 Warnung vor verstärktem Cyberterrorismus +++
Experten fürchten einen Anstieg von Terroranschlägen in der Ukraine - vor allem im Bereich der Cyberkriminalität. Russland seien bereits eine ganze Reihe von Angriffen auf die Computersysteme der Ukraine und anderer Länder zugeschrieben worden, berichtet die Denkfabrik IEP (Institute for Economics and Peace) bei der Vorstellung ihres Globalen Terrorismus-Index. "Es ist möglich, dass die Bedrohung durch Cyberterrorismus parallel zur Eskalation des Ukraine-Konflikts weltweit ansteigt", heißt es.

+++ 06:25 Ölpreis steigt auf mehr als 110 Dollar +++
Wegen der zunehmenden Angst vor den Folgen des Ukraine-Kriegs auf die weltweite Energieversorgung steigt der Ölpreis auf mehr als 110 Dollar (99 Euro). Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent klettert in der Nacht um mehr als fünf Prozent auf 110,87 Dollar. Der Preis der Sorte WTI steigt ebenfalls um fünf Prozent auf 109,22 Dollar.

+++ 06:14 Frankreich will Luxus-Villen kremltreuer Russen konfiszieren +++
Frankreich will Luxus-Villen und Jachten kremltreuer Russen konfiszieren. Dies kündigt Wirtschaftsminister Bruno Le Maire an. Derzeit würden Listen von Villen, Jachten und Luxusautos erstellt, die Russen gehören, die von den EU-Sanktionen bereits betroffen sind oder es demnächst sein könnten. Diese Listen dürften lang werden, denn die Côte d'Azur ist traditionell ein Tummelplatz reicher Russen.

+++ 05:56 Weltbank kündigt Hilfspaket über drei Milliarden Dollar an +++
Die Weltbank kündigt ein Hilfspaket in Höhe von drei Milliarden Dollar (2,7 Milliarden Euro) für die von Russland angegriffene Ukraine an. "Mindestens 350 Millionen Dollar" Soforthilfen sollen bereits diese Woche freigegeben werden, erklärt die Weltbank gemeinsam mit dem Internationalen Währungsfonds IWF. Darauf sollten dann 200 Millionen Dollar "für Gesundheit und Bildung" folgen. "Wir sind zutiefst schockiert und traurig über die verheerende menschliche und wirtschaftliche Bilanz des Krieges in der Ukraine", betonen die Weltbank und der IWF.

+++ 05:47 Mehrheit der Deutschen begrüßt Milliardenpaket für Bundeswehr +++
Fast drei Viertel der Deutschen befürworten einer Umfrage zufolge das geplante 100 Milliarden Euro schwere Investitionspaket für die Bundeswehr. 74 Prozent der Bundesbürger begrüßen die Ankündigung von Bundeskanzler Olaf Scholz für eine bessere Ausstattung der Verteidigungskräfte, berichtet die Zeitung "Augsburger Allgemeine" aus der repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey. 19 Prozent halten demnach den Anstieg der Rüstungsausgaben für falsch. Sieben Prozent der Befragten antworteten unentschieden auf die Frage: "Befürworten Sie, dass die Bundeswehr zur Aufrüstung 100 Milliarden Euro als Sondervermögen erhalten soll?".

+++ 05:30 Boeing setzt Wartung für russische Fluggesellschaften aus +++
Der US-Flugzeughersteller Boeing stellt eigenen Angaben zufolge die Lieferung von Teilen, die Wartung sowie den technischen Support für russische Fluggesellschaften und wichtige Geschäftsaktivitäten in Russland ein. "Während der Konflikt andauert, konzentrieren sich unsere Teams darauf, die Sicherheit unserer Kollegen in der Region zu gewährleisten", sagt ein Boeing-Sprecher. Zuvor hatte der Airbus-Rivale bereits den Betrieb seines Trainingscampus in Moskau ausgesetzt und sein Büro in Kiew vorübergehend geschlossen.

+++ 04:49 Ukraine: Russische Luftlandetruppen attackieren Klinik in Charkiw +++
Die ukrainische Armee berichtet, dass russische Luftlandetruppen die zweitgrößte Stadt Charkiw angreifen. "Russische Luftlandetruppen sind in Charkiw gelandet (...) und haben ein örtliches Krankenhaus angegriffen", erklärt die ukrainische Armee auf dem Nachrichtendienst Telegram. "Es findet ein Kampf zwischen den Invasoren und den Ukrainern statt."

+++ 04:35 Bürgermeister: Bereits mehr als 100 Verletzte in Mariupol +++
Bei russischen Luftangriffen auf die Hafenstadt Mariupol im Südosten der Ukraine sind nach Angaben von Bürgermeister Wadym Bojtschenko bereits mehr als 100 Bewohner verletzt worden. "Die Zahl verwundeter Zivilisten wächst jeden Tag", sagt Bojtschenko der Agentur Unian zufolge. "Heute sind 128 Menschen in unseren Krankenhäusern. Unsere Ärzte gehen nicht einmal mehr nach Hause." Zuletzt habe sich die Situation in der Stadt zunächst gebessert, dann aber sei ein neuer Angriff erfolgt. Mariupol liegt nahe der sogenannten Kontaktlinie zwischen prorussischen Separatisten und ukrainischer Armee im Verwaltungsbezirk Donezk.

+++ 04:15 Biden: Putin hat keine Ahnung, was auf ihn zukommt +++
US-Präsident Joe Biden hat der Ukraine im Krieg gegen Russland die Solidarität seines Landes zugesichert. Zum Auftakt seiner Rede zur Lage der Nation im US-Kongress ruft er die Abgeordneten und Senatoren dazu auf, sich zu erheben, und "ein unmissverständliches Signal an die Ukraine und die Welt zu senden". Dem russischen Präsidenten Wladimir Putin drohte er mit Konsequenzen. "Er hat keine Ahnung, was auf ihn zukommt." Selbst wenn Russland auf dem Schlachtfeld vorankommen sollte, werde Putin langfristig "einen hohen Preis" bezahlen.

+++ 03:56 Ukraine warnt vor weiterer Unterstützung durch Belarus am Einmarsch +++
Das Verteidigungsministerium in Kiew warnt vor einer weiteren Unterstützung von Belarus am Einmarsch Russlands in die Ukraine. Belarus helfe Russland bereits mit der Anwesenheit von Truppen und Waffen auf seinem Gebiet, teilt das Ministerium mit. Die belarussischen Truppen seien in Kampfbereitschaft und befänden sich nahe der ukrainischen Grenze. Das US-Verteidigungsministerium hatte jüngst erklärt, es gebe keine Hinweise, dass belarussische Truppen in die Ukraine einmarschierten. Auch der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hatte gesagt, dass keine Truppen im Kriegseinsatz im Nachbarland seien.

+++ 03:22 Kretschmer fordert "vernünftiges Verhältnis zu Russland" +++
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer wirbt dafür, mit Moskau im Gespräch zu bleiben. "Ein vernünftiges Verhältnis zu Russland ist wichtig", sagt Kretschmer dem MDR. Man werde alles dafür tun, die Souveränität der Ukraine zu gewährleisten so der CDU-Politiker. "Aber es geht hier auch darum, insgesamt eine Möglichkeit für eine Zukunft zu haben, in der man zusammen arbeiten und leben kann." Man dürfe die Krise nicht noch weiter anheizen, sagt Kretschmer. Auch mit Blick auf die Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen, sei es richtig, weiter mit Russland zusammenzuarbeiten. "Wir werden nur in Frieden leben, wenn wir mit Russland im Frieden leben."

+++ 02:59 London belegt vier ranghohe Militärs aus Belarus mit Sanktionen +++
Für ihre Unterstützung des russischen Einmarschs in der Ukraine belegt London vier führende Vertreter des belarussischen Militärs mit Sanktionen. Betroffen seien Generalstabschef und erster stellvertretender Verteidigungsminister Viktor Gulewitsch sowie drei weitere Generalmajore und Vize-Verteidigungsminister, teilt das britische Außenministerium mit. Sie würden mit einem Einreiseverbot belegt und ihre Vermögen in Großbritannien eingefroren. Die Sanktionen treten demnach sofort in Kraft. Die britische Außenministerin Liz Truss wirft dem "Regime des belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko" vor, die illegale Invasion der Ukraine zu "unterstützen und aktiv zu fördern".

+++ 02:33 US-Ölriese Exxon kündigt Rückzug aus Russland an +++
ExxonMobil will sein Öl- und Gasfördergeschäft in Russland wegen der russischen Invasion in die Ukraine aufgeben. "Wir verurteilen Russlands militärische Aktionen", erklärt der größte US-Ölmulti in einer Mitteilung. Das Unternehmen unterstütze die Menschen in der Ukraine und spreche sich für eine starke internationale Reaktion gegenüber Russland aus. Der Ausstieg aus dem gemeinsam mit dem russischen Rosneft-Konzern sowie indischen und japanischen Partnerfirmen betriebenen Öl- und Gasförderprojekt Sakhalin-1 in Russland werde sorgsam und in enger Abstimmung mit den anderen Unternehmen durchgeführt, kündigt Exxon an.

+++ 02:10 Biden will US-Luftraum für russische Flugzeuge sperren +++
US-Präsident Joe Biden will offenbar den US-Luftraum für russische Flugzeuge sperren. Dies berichten mehrere Medien, darunter CBS, CNN und das "Wall Street Journal". Biden will die Maßnahme demnach bei seiner Rede zur Lage der Nation um 03.00 Uhr MEZ offiziell bekannt geben. Die US-Regierung folgt damit der EU und Kanada, die russischen Flugzeugen bereits Überflug, Starts und Landungen auf ihrem Gebiet untersagt hatten.

+++ 01:51 Belarus schickt weitere Truppen an die Grenze zur Ukraine +++
Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko ordnet die Entsendung weiterer Truppen an die Grenze zur Ukraine an. Bei einer Sitzung des belarussischen Sicherheitsrats sagt er der staatlichen Nachrichtenagentur Belta zufolge, dass "fünf taktische Bataillonsgruppen" zusätzlich zum "Schutz" der Grenzregion im Süden entsandt werden sollen. Solche Einheiten bestehen in der Regel aus Hunderten Soldaten mit gepanzerten Fahrzeugen und Artilleriewaffen. Lukaschenko versichert jedoch, dass sich sein Land nicht an der russischen Offensive in der Ukraine beteiligen werde. "Das ist nicht unsere Aufgabe", bekräftigt er.

+++ 01:22 Ukraine: Russische Militärkolonne im Süden vernichtet +++
Eine Kolonne von russischen Militärfahrzeugen ist nach ukrainischen Angaben in der Nähe der Stadt Bashtanka vernichtet worden. Das berichtet der Vorsitzende des des Regionalrats von Dnipropetrowsk, Mykola Lukaschuk, auf seiner Facebook -Seite. Demnach soll die Kolonne aus 800 Fahrzeugen bestanden haben und von Flugzeugen der ukrainischen Luftwaffe attackiert worden sein.

+++ 00:54 Luftangriff auf die Großstadt Schytomyr +++
Aus der ukrainischen Großstadt Schytomyr wird ein Luftangriff gemeldet. Vermutlich Marschflugkörper des russischen Typs Kalibr hätten zahlreiche Wohngebäude beschädigt, darunter ein Krankenhaus, meldet die Agentur Unian. Der Berater des Innenministeriums, Anton Geraschtschenko, spricht mit Verweis auf lokale Behörden von vier Toten. Auf Videos, die in sozialen Netzwerken geteilt wurden, sind brennende Häuser und Rettungskräfte zu sehen. Schytomyr liegt rund 140 Kilometer westlich der Hauptstadt Kiew.

+++ 00:32 Rund 1300 ukrainische Geflüchtete erreichen Berlin +++
Rund 1300 Geflüchtete aus der Ukraine sind am Abend mit mehreren Zügen am Berliner Hauptbahnhof eingetroffen. Die Züge seien aus Polen gekommen, sagt ein Sprecher der Feuerwehr. Der rbb berichtet, es seien Sonderzüge gewesen. Auf Nachfrage sagt ein Bahn-Sprecher, es habe sich um reguläre Verbindungen gehandelt. Helfer versorgen die Menschen am Bahnhof mit Essen und Trinken. Schon tagsüber waren ukrainische Geflüchtete mit regulären Zügen in der Hauptstadt angekommen.

+++ 00:06 Biden über Putin: Diktatoren müssen Preis zahlen +++
US-Präsident Joe Biden richtet eine deutliche Botschaft an Russlands Präsident Wladimir Putin. "Wenn Diktatoren keinen Preis für ihre Aggression zahlen, verursachen sie mehr Chaos", heißt es in Bidens Redemanuskript der Ansprache zur Lage der Nation. Aus diesem Grund sei die NATO gegründet worden. Russlands Präsident habe gedacht, er könne den Westen spalten und die Nato würde nicht reagieren. "Putin hat sich geirrt. Wir waren bereit", so Biden. "Putins Krieg war vorsätzlich und grundlos", mahnt Biden. Seine erste Ansprache zur Lage der Nation wird für 3 Uhr MEZ erwartet.

+++ 23:42 Türkei: Russischen Antrag auf Fahrt durch Meerengen abgewiesen +++
Die Türkei weist den Versuch Russlands, weitere Kriegsschiffe durch die türkischen Meerengen ins Schwarze Meer zu bringen, ab. Moskau habe Anträge auf Durchfahrt für Schiffe gestellt und sie zurückgenommen, nachdem die türkische Seite sie dazu aufgefordert hätte, sagt Außenminister Mevlüt Cavusoglu im Interview mit "Habertürk". Die Anfragen seien am 27. und 28. Februar gestellt worden. Russland habe die Anfrage für Schiffe gestellt, die teilweise nicht im Schwarzen Meer registriert seien. Die Türkei - als Hüterin der Meerengen Bosporus und Dardanellen zwischen Mittelmeer und Schwarzem Meer - soll laut internationalem Recht Kriegsschiffen von Parteien, die sich im Krieg befinden, die Durchfahrt verwehren.

+++ 23:15 Baerbock verurteilt "dreiste Lügen" Russlands +++
Außenministerin Annalena Baerbock ruft die Staaten der Welt auf, den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine scharf zu verurteilen. "Heute müssen wir uns alle zwischen Frieden und Aggression, zwischen Gerechtigkeit und dem Willen des Stärkeren, zwischen Handeln und Wegschauen entscheiden", sagt die Grünen-Politikerin bei der Dringlichkeitssitzung der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York. Dem russischen Außenminister Sergej Lawrow wirft sie vor, Russlands Macht als Ständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat zu missbrauchen. Baerbock spricht vor dem größten UN-Gremium von "dreisten Lügen" Moskaus.

+++ 22:54 Linken-Politikerin Wagenknecht will Russland "Angebot" machen +++
Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht plädiert im Krieg Russlands gegen die Ukraine dafür, der russischen Führung auf diplomatischem Wege ein Angebot zu machen. "Ein Ende des Blutvergießens kann nur erreicht werden, indem man der russischen Führung ein Angebot macht", sagt Wagenknecht. Die "Umrisse eines solchen Angebots" seien dabei klar: "Ein sofortiger Waffenstillstand, Rückzug der russischen Truppen, die Anerkennung der Souveränität und territorialen Integrität der Ukraine, aber im Gegenzug die Zusicherung des Westens, künftig darauf zu verzichten, die ukrainischen Streitkräfte weiter in die militärischen Strukturen der NATO zu integrieren", erklärt die Linken-Abgeordnete.

+++ 22:30 Geheimdienst in Kiew: Moskau arbeitet an Vorwand für Kriegseintritt von Belarus +++
Russland bereitet dem ukrainischen Militärgeheimdienst zufolge eine Provokation vor, um eine Beteiligung von belarussischen Truppen in die Kämpfe zu rechtfertigen. Nahe der Grenze zur Ukraine seien etwa 300 belarussische Panzer zusammengezogen, teilt der Geheimdienst in sozialen Medien mit.

+++ 22:20 Swift: EU schließt sieben russische Banken aus +++
Die EU wird mehrere russische Banken aus dem Banken-Kommunikationsnetzwerk Swift ausschließen. Darauf verständigen sich am Abend die Ständigen Vertreter der 27 EU-Staaten in Brüssel, wie die aktuelle französische EU-Ratspräsidentschaft in Brüssel mitteilt. Laut Diplomatenkreisen werden sieben russische Banken von der Maßnahme betroffen sein. Die größte russische Bank Sberbank gehört demnach nicht dazu. Die Einigung soll noch heute Abend im schriftlichen Verfahren durch die Hauptstädte bestätigt werden. Anschließend sollen die Sanktionen im EU-Amtsblatt veröffentlicht werden. Von diesem Zeitpunkt an wären sie in Kraft. Gleiches gilt für die Strafmaßnahmen gegen die russischen Staatsmedien RT und Sputnik.

+++ 22:01 Deutschland kauft Gasreserve für 1,5 Milliarden Euro +++
Der Bund kauft als Reaktion auf Gasprobleme im Winter und den russischen Angriff auf die Ukraine für 1,5 Milliarden Euro Gas als Reserve für die nächste Zeit. Regierungskreise bestätigen einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenportals "The Pioneer". Das Portal berief sich auf ein Schreiben des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesfinanzministerium, Florian Toncar. Das Finanzministerium habe grünes Licht für einen entsprechenden Antrag des Wirtschaftsministeriums geben. Der Haushaltsausschuss des Bundestages sei nicht wie in vergleichbaren Fällen üblich konsultiert worden. Die erste Lieferung soll demnach noch am heutigen Dienstag erfolgen, so die Begründung des Finanzministeriums.

+++ 21:45 Selenskyj benutzt sicheres US-Satellitentelefon +++
Die Regierung in Washington bleibt in regelmäßigem Kontakt mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über ein sicheres Satellitentelefon. Das Gerät hätten die USA der ukrainischen Regierung im letzten Monat gegeben, noch vor dem russischen Angriff, berichtet der US-Sender CNN. Ein mit der Angelegenheit vertrauter US-Beamter erläutert weiter, das sichere Telefon ermögliche es Selenskyj, mit den USA in Kontakt zu bleiben, während er mobil ist. Der ukrainische Präsident wechselt laut CNN zwischen mehreren Orten in Kiew, die mit einer erheblichen Sicherheitspräsenz geschützt sind. Auch heute telefonierte Selenskyj bereits mit US-Präsident Joe Biden und dankte danach den USA für ihre Unterstützung.

+++ 21:30 "Russische Werbe-Ikone": Schelte für Schwesig +++
Während einer Dringlichkeitssitzung des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern kritisieren CDU, Grüne und FDP die bisherige Russland-Politik von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Bis vor zwei Wochen sei Schwesig eine "russische Werbe-Ikone" gewesen, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Franz-Robert Liskow in Schwerin. Er begrüße, dass Schwesig inzwischen eine Kehrtwendung vollzogen habe und den Kurs der Bundesregierung unterstütze. Schwesig nahm krankheitsbedingt nicht an der Landtagssitzung teil.

+++ 21:15 Ab 10.000 Dollar: Putin verfügt Devisen-Kontrollen +++
Das russische Präsidialamt kündigt Kapitalkontrollen für ausländisches Bargeld ab Mittwoch an. Präsident Wladimir Putin habe ein Dekret unterzeichnet, wonach die Ausfuhr von Fremdwährungen mit einem Wert von mehr als umgerechnet 10.000 Dollar untersagt wird, heißt es.

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Quelle: ntv.de, mau/ghö/jpe/dpa/rts/AFP/DJ

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