Politik

Moscheen-Schließung gefordert AfD-Neuling Fest wettert gegen Islam

b0b315c436623bbe1240509b98023db0.jpg

Nicolaus Fest (r.) hat bei seiner Vorstellung als AfD-Mitglied für Aufsehen gesorgt.

(Foto: dpa)

Vom Chefredakteur der "Bild am Sonntag" zum Mitglied der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland: Nicolaus Fest sorgt gleich bei seiner offiziellen Vorstellung für Aufsehen. Denn er hat für den Islam in Deutschland ganz spezielle Vorstellungen.

Der Publizist Nicolaus Fest hat bei seiner offiziellen Vorstellung als neues AfD-Mitglied den Islam als totalitäre Bewegung bezeichnet. Er halte den Islam "weniger für eine Religion als eine totalitäre Bewegung", die mit dem Nationalsozialismus vergleichbar und nicht mit dem deutschen Grundgesetz vereinbar sei, sagte Fest in Berlin. "Das öffentliche Ausüben (...) dieser Ideologie muss man verhindern."

*Datenschutz

"Genauso wie ich Hakenkreuze oder andere Symbole der Nazis nicht im öffentlichen (...) Raum sehen will, möchte ich Symbole hier sehen, die für eine andere totalitäre Ideologie stehen." Dies bedeute auch, dass die Moscheen in Deutschland geschlossen werden müssten, sagte der ehemalige stellvertretende Chefredakteur der "Bild am Sonntag" auf Nachfrage von Journalisten.

Im Juli 2014 hatte Fest einen islamkritischen Kommentar verfasst, der der "Bild am Sonntag" eine Rüge des deutschen Presserates einbrachte. Darin hatte Fest den Islam unter anderem als Integrationshindernis bezeichnet. Zwei Monate später hatte er das Medienhaus Axel Springer ("Bild", "Die Welt") verlassen - auf eigenen Wunsch, um als freier Journalist zu arbeiten, wie es damals hieß.

Fest fürchtet Verhältnisse wie in Russland

Zusätzlich legte Fest seine Beweggründe für den Parteibeitritt auch in einem Youtube-Video dar. Darin warnt er, die Bundesregierung habe wiederholt Rechtsbrüche begangenen, vom Maastricht-Vetrag über die Bankenrettung bis zu den im Dublin-Abkommen festgeschriebenen EU-Einreiseregeln. "Das ist ein bisschen wie in der DDR-Volkskammer", sagt Fest, weil es an einer echten Opposition gegen solche Rechtsverstöße fehle.

"Weil die Regierung nicht mehr von der Opposition kontrolliert wird, schwindet die Rechtsstaatlichkeit", sagt Fest in dem Video. In Deutschland drohten Verhältnisse wie in der DDR oder im heutigen Russland. "Wer sich einmal über das Recht hinweg setzt, tut es ohne Skrupel auch ein zweites oder drittes Mal."

Neonazis nur "dumme Jungs"

"Am meisten aber beunruhigt mich etwas anderes, nämlich die Gefahr, dass wir vor einer totalitären Bedrohung einknicken, vor dem Islam", sagt Fest. In Schwimmbädern herrsche Ausnahmezustand, Bücher und Karikaturen würden aus Furcht nicht gedruckt. Schwule und Juden würden auf offener Straße drangsaliert. Ein Phänomen, dass Fest pauschal dem Islam zuschreibt.

Er habe zudem einen "ästhetischen Grund" für den AfD-Beitritt, sagt Fest. Er sei ein Freund "von einem fröhlichen, bürgerlichen Optimismus und von Manieren und Stil". Merkel schaue aber stets mürrisch und verduckst, Gabriel beschimpfe Demonstranten als "Pack" und verliere wegen "ein paar dummen Jungs" die Berherrschung. Damit spielt Fest auf Gabriels Stinkefinger an, als dieser von Neonazis massiv beleidigt worden war.

Quelle: n-tv.de, red/dpa

Mehr zum Thema