Politik

Eklat in Thüringen AfD fragt nach Anzahl der Homosexuellen

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Die AfD-Fraktion im Thüringer Landtag

(Foto: imago/Jacob Schröter)

Seit Ende vergangenen Jahres sitzt die AfD im Thüringer Landtag. Jetzt sorgt die rechtspopulistische Partei mit einer sonderbaren Anfrage für Empörung.

Die AfD hat im thüringischen Landtag einmal mehr mit einer ungewöhnlichen Anfrage überrascht. Die AfD-Abgeordnete Corinna Herold wollte von der Landesregierung wissen, wie viele Homo-, Bi- und Transsexuelle in dem Freistaat leben. Eine solche Statistik wird jedoch weder in Thüringen noch in anderen Bundesländern geführt.

Mit ihrer Anfrage sorgte die AfD für Empörung. Die Fraktionschefin der Linken, Susanne Hennig-Wellsow, warf der Partei im "MDR" vor, Sittenpolizei zu spielen. Der CDU-Abgeordnete Henry Worm sagte: "Die Zeiten, in denen sich Homosexuelle registrieren lassen mussten, sind zum Glück vorbei." Aus Sicht der Grünen-Politikerin Astrid Rothe-Beinlich zeige die rechtskonservative AfD mit der Anfrage, dass sie sich an anderen sexuellen Orientierungen störe.

Kritik kommt auch vom Leiter der Gedenkstätte Buchenwald, Volkhard Knigge. Dass die AfD solche formal unsinnigen Anfragen stelle, "sollte uns zu denken geben". In den vergangenen Wochen habe sich ihr ideologisches Programm als völkisch-nationale Partei mehr und mehr herausgeschält. Dies würden auch die Auftritte von Parteichef Björn Höcke auf den AfD-Demonstrationen zeigen - "der Wolf frisst immer weniger Kreide", sagte Knigge dem MDR.

Quelle: n-tv.de, cro/dpa

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