Politik

Zeitung spoilert Personalie AfD präsentiert "prominenten Neuzugang"

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Der Neue in der AfD: Nicolaus Fest.

(Foto: www.facebook.com/festnicolaus)

Am Donnerstag will die AfD in Berlin ein bekanntes Neumitglied präsentieren. Die Vorstellung war eigentlich als Überraschung geplant, aber daraus wird nun doch nichts.

Der Journalist Nicolaus Fest ist der AfD beigetreten. Das meldet der "Tagesspiegel" und beruft sich dabei auf Parteikreise. Die Partei hatte für den morgigen Donnerstag zu einer Pressekonferenz mit dem Berliner AfD-Chef Georg Pazderski eingeladen. Thema: "Die Vorstellung eines prominenten Neuzugangs". Dabei handelt es sich offenbar um Fest. Der 54-Jährige ist Sohn des bekannten Historikers Joachim Fest.

Der Jurist arbeitete ab 2001 beim Axel-Springer-Verlag und leitete dort das Kultur-Ressort der "Bild"-Zeitung. 2013 wurde er stellvertretender Chefredakteur der "Bild am Sonntag". Im Juli erschien ein umstrittener Kommentar, in dem Fest den Islam "als Integrationshindernis" bezeichnete. Er schrieb außerdem: "Mich stört die weit überproportionale Kriminalität von Jugendlichen mit muslimischem Hintergrund. Mich stört die totschlagbereite Verachtung des Islam für Frauen und Homosexuelle."

"Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann und Marion Horn, Chefredakteurin der "Bild am Sonntag" distanzierten sich damals von dem Beitrag. Diekmann antwortete in einem Gegenkommentar: "Keine Pauschalurteile über den Islam". Bei "Bild" und Axel Springer sei kein Raum "für pauschalisierende, herabwürdigende Äußerungen gegenüber dem Islam und den Menschen, die an Allah glauben". Der deutsche Presserat sprach eine Rüge aus.

"Richtiger wäre ein anderes 'Warum?'"

Fest verließ "Bild" Ende 2014. "Auf eigenen Wunsch" wie es damals hieß. Ein Zusammenhang mit seinem Islam-Kommentar wurde damals auch von Seiten des Springer-Verlags abgestritten. Seit seinem Weggang vom Springer-Verlag betreibt Fest einen Blog, in dem er sich kritisch mit den Themen Islam und Einwanderung auseinandersetzt. In einem Interview mit der rechten Tageszeitung "Junge Freiheit" erklärte er im April 2015, die Meinungsfreiheit in Deutschland sei bedroht, eine offene Diskussion würde erdrückt.

Im Juli 2016, nach dem Terroranschlag in Nizza, veröffentlichte Fest einen Gastbeitrag in der Zeitung. Darin schreibt er unter anderem: "Richtiger wäre ein anderes 'Warum?' Nämlich die Frage, warum sich der Westen dies antut, warum er den Islam auf dem eigenen Territorium duldet?" Aus Sicht von Fest ist der "volkswirtschaftliche Nutzen" von Muslimen fraglich. Fest kommt zu dem Schluss: Der Westen könne die offene Gesellschaft nur erhalten, "wenn er den Islam kursorisch ausschließt. (…) Wer die Freiheit der westlichen Welt erhalten will, muss ihren Feinden Zutritt und Verbleib versagen."

Die AfD verbindet ein spezielles Verhältnis zu Journalisten. Auf einigen Parteitagen schloss die Partei Pressevertreter aus. Anhänger der Partei erheben gegen Medien häufig den "Lügenpresse"- Vorwurf, wobei Parteichefin Frauke Petry lieber von "Pinocchio"-Presse spricht. Zugleich gibt es einige prominente ehemalige Journalisten in der AfD. Parteivizechef Alexander Gauland war Herausgeber der "Märkischen Allgemeinen". Armin Paul Hampel, Beisitzer im Parteivorstand, arbeitete unter anderem als Auslandskorrespondent der ARD in Neu-Delhi. Mit Fest schließt sich nun ein weiterer Journalist der AfD an. Welche Funktion Fest übernehmen soll, ist noch nicht bekannt.

Quelle: ntv.de, cro