Politik

Maschine wollte nach Armenien Ankara verweigert Bundeswehr Überflug

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Die Bundeswehr war mit einem Airbus 310 unterwegs (Symbolbild).

(Foto: picture alliance/dpa)

Eigentlich ist die Gewährung von Überflugrechten zwischen Nato-Ländern Routine. Nicht aber in diesem Fall. Laut einem Bericht verweigerte die Türkei einer Bundeswehr-Maschine die Benutzung des Flugraums. Schuld dürfte das Flugziel gewesen sein.

Die Türkei hat einem Flugzeug der Deutschen Luftwaffe auf dem Weg nach Armenien den Überflug verweigert. Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass der betreffende Flieger Ende Juli von Köln nicht zur armenischen Hauptstadt Eriwan fliegen konnte. Er musste zur Basis zurückkehren.

Mit der Maschine sollten armenische Soldaten nach Deutschland gebracht werden. Laut "Spiegel" soll die Verweigerung spontan und ohne Begründung gekommen sein. Militärs werteten den Vorfall als bewusste Provokation. Die Bundeswehr ginge davon aus, dass der Nato-Partner Türkei den Flug wegen seines Ziels gestoppt habe.

Mitte August wurden die Soldaten laut Ministerium mit einem Flug, der nicht über den türkischen Luftraum ging, abgeholt. Der "Spiegel" schrieb von einem Flug über Russland. Die Soldaten sollen dem Magazin zufolge in Deutschland ausgebildet werden. Armenien und Deutschland kooperieren auf militärischem Gebiet.

Die Türkei unterhält keine diplomatischen Beziehungen zu Armenien. Bis heute weigert sich Ankara, den von Soldaten des Osmanischen Reichs begangenen Völkermord an Armeniern während des Ersten Weltkriegs anzuerkennen. Damals starben bis zu eineinhalb Millionen Menschen. Im Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan, der zuletzt wieder an Schärfe zugenommen hatte, unterstützt Ankara Aserbaidschan.

Quelle: ntv.de, mli/dpa