Politik

Kritik an Fließbandhinrichtungen Arkansas tötet zwei Häftlinge per Giftspritze

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Per Giftspritze wurden Jack Jones und Marcel Williams hingerichtet.

(Foto: dpa)

Der US-Bundesstaat Arkansas richtet zwei Häftlinge hin. Die wegen Vergewaltigung und Mordes zum Tode verurteilten Männer sterben durch Injektion einer Giftspritze. Es ist das erste Mal seit 17 Jahren, dass in den USA zwei Menschen an einem Tag hingerichtet werden.

Ungeachtet der Kritik an ihren geplanten "Fließband"-Hinrichtungen haben die Behörden im US-Bundesstaat Arkansas am Montag zwei weitere Häftlinge exekutiert. Zuvor hatte das Oberste Gericht ein Gesuch auf Aufschub abgelehnt hatte. Die beiden wegen Vergewaltigung und Mordes zum Tode verurteilten Männer Jack Jones und Marcel Williams seien durch Injektion einer Giftspritze getötet worden, teilte Generalstaatsanwältin Leslie Rutledge mit. Es ist das erste Mal seit 17 Jahren, dass in den USA zwei Todeskandidaten an einem Tag hingerichtet werden.

Der republikanische Gouverneur von Arkansas, Asa Hutchinson, wollte ursprünglich bis Ende April acht Häftlinge hinrichten lassen, weil das Haltbarkeitsdatum des bei Giftinjektionen verwendeten Mittels Midazolam abläuft. Hutchinson hatte deshalb per Dekret die größte Hinrichtungswelle in den USA seit 40 Jahren angeordnet. Vier der geplanten Exekutionen wurden aber inzwischen von Gerichten gestoppt. Am vergangenen Donnerstag war Ledell Lee (51) als erster Häftling seit 15 Jahren in Arkansas ebenfalls per Giftspritze hingerichtet worden. Die vorerst letzte Hinrichtung ist für den 27. April geplant.

Das Vorhaben von Arkansas' Behörden sorgte weltweit für Kritik und Proteste. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte den US-Bundesstaat auf, die "Fließband"-Hinrichtungen zu stoppen. Bei den Fällen der Todeskandidaten gebe es zahlreiche rechtliche Bedenken. Auch die Europäische Union sowie die Bundesregierung in Berlin protestierten gegen die geplanten Exekutionen.

In den USA werden die tödlichen Substanzen für die Giftspritzen knapp, weil sich viele europäische Pharmafirmen weigern, den US-Behörden Nachschub zu liefern. Midazolam steht bereits seit langem in der Kritik, weil das Mittel offenbar nicht stark genug ist, um Schmerzen der Todeskandidaten zu vermeiden.

Quelle: ntv.de, tno/AFP/dpa