Politik

Raketen-Trümmer als Beleg Auch Saudi-Arabien bezichtigt nun den Iran

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Saudi-Arabien präsentiert Trümmer von Drohen und Marschflugkörpern, die von der Angriffsstelle stammen sollen.

(Foto: REUTERS)

Bisher gab sich Saudi-Arabien skeptisch. Doch unmittelbar vor dem Besuch von US-Außenminister Pompeo in Riad zeigt das Königreich Trümmer von der Angriffsstelle. Die sollen beweisen, dass der Iran hinter den Angriffen auf die Ölfelder steckt. Der US-Präsident kündigt weitere Sanktionen gegen Teheran an.

Hinter den Angriffen auf die Ölanlagen in Saudi-Arabien steckt nach Auffassung der Regierung in Riad "unzweifelhaft" der Iran. Als Beweise zeigte der Sprecher des saudi-arabischen Verteidigungsministeriums, Turki al-Maliki, Trümmerteile von "Drohnen" und "Marschflugkörpern", die seinen Angaben zufolge von der Angriffsstelle stammten. Die Attacken seien von Norden des Irans aus geführt worden, die genaue Abschussstelle sei aber noch unklar, sagte al-Maliki.

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Armeesprecher al-Maliki erläutert Erkenntnisse zur Herkunft der Waffentrümmer.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Angriff "kam nicht aus dem Jemen, trotz der Versuche des Irans, das so aussehen zu lassen", sagte der Sprecher. Die bei dem Angriff benutzten Drohnen hätten eine größere Reichweite als die Drohnen, die die Huthis benutzten. Bei dem Angriff auf die Ölraffinerie in Abkaik seien 18 Drohnen eingesetzt worden, bei der Attacke auf die Ölanlagen in Churais insgesamt sieben Marschflugkörper. Vier der Raketen hätten ihr Ziel erreicht, drei weitere seien vorher auf den Boden geschlagen, erläuterte der Militärsprecher weiter.

Zuvor hatten bereits die USA den Iran für die Attacken auf die Ölanlagen verantwortlich gemacht, die am Wochenende zu einem Einbruch der saudi-arabischen Ölproduktion geführt hatten. Die Regierung in Teheran weist die Anschuldigungen zurück.

In einem höchst ungewöhnlichen offiziellen Schreiben an die US-Regierung bestritt der Iran jegliche Beteiligung an den Angriffen. Präsident Hassan Ruhani bezeichnete die Anschläge als eine "Warnung" der jemenitischen Huthi-Rebellen an die Regierung in Riad. Die Rebellen hatten sich am Samstag zu den Attacken auf die beiden Ölanlagen des saudi-arabischen Staatskonzerns Aramco in Abkaik und Churais bekannt. Die Huthis werden im jemenitischen Bürgerkrieg vom Iran in ihrem Kampf gegen eine von Riad angeführte Militärkoalition unterstützt.

Nächste Schritte: Pompeo trifft den Kronprinzen

Zuvor hatte das Verteidigungsministerium in Riad bereits Belege dafür angekündigt, dass Teheran mit den Angriffen zu tun habe. Das Beweismaterial von den Orten der Attacken werde vor einem für den Abend geplanten Besuch von US-Außenminister Mike Pompeo in Saudi-Arabien präsentiert werden, hieß es.

Der saudi-arabische Energieminister Prinz Abdulasis bin Salman erklärte, internationale Ermittler - auch von den Vereinten Nationen - würden in die Untersuchung einbezogen. Pompeo kommt in Dschidda mit Kronprinz Mohammed bin Salman zusammen. Dabei soll es nach Angaben des US-Außenministeriums um die "Koordination der Anstrengungen zur Erwiderung der iranischen Aggression" gehen.

Als Reaktion auf die Luftangriffe kündigte US-Präsident Donald Trump eine "wesentliche" Verschärfung der Wirtschaftssanktionen gegen den Iran an. Er habe seinen Finanzminister Steven Mnuchin angewiesen, diese Verschärfungen umzusetzen, teilte Trump mit. Worin die neuen Iran-Sanktionen konkret bestehen sollen, war zunächst unklar. Trump äußerte sich dazu in seiner knappen Botschaft auf Twitter nicht.

Quelle: ntv.de, mau/AFP/dpa