Politik

"Unschöne Szenen" in Stuttgart Bahnhofsgegner protestieren

Nach einer erneuten Demonstration von Gegnern des Großprojekts "Stutgart 21" kommt es in der Innenstadt zu turbulenten Szenen. Im Laufe der Woche soll im Gemeindetag der Antrag für einen sofortigen Baustopp gestellt werden.

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(Foto: dpa)

Die Gegner des umstrittenen Milliardenprojekts Stuttgart 21 haben erneut zu Tausenden am Nordbahnhof protestiert. Rund 1000 der nach Polizeiangaben etwa 6000 Demonstranten zogen anschließend in die Innenstadt weiter, blockierten dort den Innenstadtring sowie weitere Straßen und zogen um den Landtag. Größere Zwischenfälle habe es nicht gegeben, "bis auf ein paar unschöne Szenen mit Verkehrsteilnehmern", berichtete ein Polizeisprecher. Am späten Abend lösten sich die Protestzüge allmählich auf.

Das "Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21" hatte zuvor einen sogenannten "zweiten Schwabenstreich" angekündigt: Die Wut über das Projekt solle künftig nicht mehr nur mit Trommeln und Trillerpfeifen hörbar sein, sondern mit Hilfe grüner Bänder auch sichtbar werden. Am Abend wurden bereits grüne "Bänder des Widerstands" verteilt, die sich die Protestierenden an die Kleider heften oder um die Handgelenke binden konnten. Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) hatte zuvor vermutet, den Demonstranten gehe es nicht um das Bahnhofsprojekt, sondern eine Abwahl von Schwarz-Gelb bei der Landtagswahl im März 2011.

Thomas Adler von der Fraktionsgemeinschaft SÖS und Linke kündigte an, gemeinsam mit den Grünen einen Antrag in den Stuttgarter Gemeindetag einzubringen. Darin werde der sofortige Baustopp für das Bahnprojekt verlangt. Die Kritiker halten das Bahnprojekt für viel zu kostspielig und verkehrspolitisch fragwürdig. Das Projekt sieht vor, den Hauptbahnhof für mindestens 4,1 Milliarden Euro in eine unterirdische Durchgangsstation umzubauen und an die Schnellbahntrasse nach Ulm anzuschließen.

Quelle: ntv.de, dpa

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