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Klimaschutz global Ban Ki Moon bittet um Hilfe

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Eins ist klar: So geht's nicht weiter.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Angesichts eines drohenden Scheiterns der Klimakonferenz von Kopenhagen setzt UN-Generalsekretär Ban Ki Moon auf den Druck der Menschheit: Er sammelt Unterschriften.

Angesichts eines drohenden Scheiterns der Klimakonferenz von Kopenhagen setzt UN-Generalsekretär Ban Ki Moon auf den Druck der Menschheit: Er sammelt Unterschriften. Die UN-Kampagne "Seal the Deal" - zu Deutsch etwa: den Vertrag abschließen, den Sack zumachen - wirbt für ein Gelingen der Konferenz, die im Dezember in der dänischen Hauptstadt einen Nachfolgevertrag für das auslaufende Kyoto-Protokoll aushandeln soll.

Tatsächlich steht der Erfolg von Kopenhagen auf der Kippe: Derzeit sorgt vor allem Japan auf der aktuell laufenden Vorbereitungskonferenz in Bonn für große Enttäuschung. Aber auch die USA haben bislang nicht die von Präsident Barack Obama geweckten Erwartungen erfüllt.

In der Petition heißt es, "die Welt" dränge die Führer der Welt dazu, auf der Konferenz in Kopenhagen - im UN-Jargon "COP 15" genannt - verpflichtende Ziele zu definieren, wie bis 2020 der Ausstoß an Treibhausgasen reduziert werden kann. "Ergreift diese Gelegenheit, um die Menschen und den Planten zu schützen. Fördert grünes Wachstum; startet die grüne, kohlenstoffarme Wirtschaft von morgen."

"Wir müssen in Kopenhagen die Sache zum Abschluss bringen", sagt Ban Ki Moon in einer Videobotschaft auf der Website "Seal the Deal 2009". Er fordert "ein faires und effektives Klima-Abkommen, das den Ausstoß von Treibhausgasen reduziert und Millionen Familien dabei hilft, sich an immer extremeres Wetter und andere Folgen des Klimawandels anzupassen".

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Die Unterschriftensammlung läuft schleppend an. Am Donnerstagmittag hatten nicht einmal 1000 Menschen die Petition unterzeichnet.

Viel zu wenig aus Japan

Japan hat angekündigt, seinen Treibhausgas-Ausstoß bis 2020 um 15 Prozent im Vergleich zu 2005 zu senken. Dies entspricht einer Minderung um etwa 8 Prozent im Vergleich zu 1990, was die übliche Bezugsgröße ist. Das sind nur zwei Prozent mehr als der Wert von minus sechs Prozent, den Japan nach dem Kyoto-Protokoll schon bis 2012 erreichen muss. Mit anderen Worten: Es ist viel zu wenig. Ziel der Maßnahmen ist, die globale Erwärmung auf unter 2 Grad zu begrenzen. Höhere Temperaturen könnten Kettenreaktionen hervorrufen, die eine noch stärkere Erwärmung mit noch gravierenderen Folgen auslösen würden.

Die Position der Bundesregierung bei den UN-Verhandlungen lautet, dass die Industrieländer ihre Treibhausgas-Emissionen bis 2020 um 25 bis 40 Prozent im Vergleich zu 1990 reduzieren sollten, was auf der Linie des Weltklimarates IPCC liegt. Das IPCC fordert zudem eine Reduzierung um 80 Prozent bis 2050. Klimaschützer fordern eine Reduzierung von mindestens 40 Prozent bis 2020 und von mindestens 95 Prozent bis 2050.

Die EU will ihren Treibhausgas-Ausstoß bis 2020 um 20 Prozent im Vergleich zu 1990 senken und dieses Ziel auf 30 Prozent erhöhen, wenn andere wichtige Verschmutzer mitziehen. Die USA wollen ihre Treibhausgase bis 2020 um 17 Prozent im Vergleich zu 2005 reduzieren. Während in Europa - auch durch den Zusammenbruch der alten Ostblock-Industrien - in den 1990er Jahren die Emissionen vielerorts abnahmen, stiegen sie trotz Kyoto-Protokoll in Japan um etwa 7 Prozent.

Am Mittwoch machten UN-Organisationen in Bonn auf Klimaflüchtlinge aufmerksam. Bis zum Jahr 2050 könnten rund 200 Millionen Menschen - das sind etwa 2,5 Mal so viele Menschen wie in Deutschland leben - wegen des Klimawandels ihre Existenzgrundlagen verlieren.

Quelle: ntv.de, hvo/dpa