Politik

Kampf gegen Coronavirus Bayern will Katastrophenfall ausrufen

128498036.jpg

Söder begründet die Ausrufung des Katastrophenfalls mit der Notwendigkeit einer einheitlichen Führung.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ab Montag erlahmt das öffentliche Leben in Deutschland vollends. Bayern will dann als erstes Bundesland noch einen Schritt weiter gehen: Ministerpräsident Söder kündigt an, den Katastrophenfall auszurufen.

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder die Ausrufung des Katastrophenfalls im Freistaat angekündigt. Man werde das tun, weil man eine einheitliche Strategie unter einer einheitlichen Führung brauche, sagte der CSU-Chef im Bayerischen Rundfunk.

Mit der Ausrufung des Katastrophenfalls sind in erster Linie organisatorische Fragen verbunden. Diese seien notwendig, damit das Land im Kampf gegen das Coronavirus entsprechende Maßnahmen ergreifen könne, zitierte die Deutsche Presse-Agentur Regierungskreise. Der Katastrophenfall soll zunächst für 14 Tage gelten.

Neben den bekannten Schritten wie einer Schließung aller nicht systemrelevanten Geschäfte soll dann auch die Bundeswehr mit ihren Krankenhäusern in die Krisenpläne einbezogen werden. Das Gesundheitsministerium soll - so berichteten die "Nürnberger Nachrichten" - zudem sämtliche Beatmungsgeräte im Land erfassen und ein Notfallkonzept entwickeln, wie sich sogenannte temporäre Krankenhäuser einrichten lassen. Sie sollen demnach in Messe-, Sport- und Konzerthallen entstehen, falls die Zahl der Erkrankten drastisch steigt.

Spahn: Supermärkte bleiben offen

Derweil bat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn um Verständnis für die drastischen Maßnahmen in Deutschland, um gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus "das öffentliche Leben herunterzufahren". In der ZDF-Sendung "Berlin direkt" sagte er zu den Schließungen vieler Einrichtungen: "Was ich nicht ausschließen kann - dass wir zu weiteren Maßnahmen kommen."

Spahn versicherte zugleich: "Supermärkte, Apotheken, Banken - die werden auf jeden Fall auf bleiben, die stellen die Grundversorgung sicher." Der Minister betonte, bei der Coronavirus-Pandemie sei Deutschland noch "relativ am Anfang der Entwicklung". Es werde hierzulande leider auch noch mehr Tote durch die Lungenkrankheit Covid-19 geben.

Zu den geplanten Grenzschließungen betonte Spahn, diese seien nötig, um soziale Kontakte tatsächlich so weit wie möglich einzuschränken. Er fügte hinzu, es müsse auch verhindert werden, dass etwa Menschen aus Österreich angesichts eigener Beschränkungen nun "alle über die Grenze einkaufen gehen".

Deutschland führt am Montag umfassende Kontrollen und Einreiseverbote an den Grenzen zur Schweiz, Österreich, Frankreich, Luxemburg und Dänemark ein. "Für Reisende ohne triftigen Reisegrund gilt, dass sie nicht mehr einreisen können", sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer in Berlin. Die Entscheidung werde am Montag ab 8Uhr greifen. Zudem bleiben in Deutschland ab Montag oder Dienstag Schulen und Kitas geschlossen und die Bahn will den Regionalverkehr reduzieren.

Quelle: ntv.de, mli/dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.