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Deutschland sagt Leopard zu Bericht: USA zu Lieferung von Abrams-Panzern bereit

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Einige Experten sagen, dass die Abrams-Panzer der Ukraine aktuell keine große Hilfe sein würden.

(Foto: picture alliance / abaca)

Die Hängepartie um die Lieferung westlicher Panzer an die Ukraine könnte ein Ende haben. Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" tendiert die US-Regierung doch dazu, Abrams-Panzer zu schicken. Im Gegenzug könnte Deutschland seine zögerliche Haltung hinsichtlich der Leopard-Panzer aufgeben.

Die Regierung Biden neigt offenbar dazu, eine größere Anzahl von Abrams-M1-Panzern an die Ukraine zu liefern. Eine Ankündigung der Lieferungen könnte noch diese Woche erfolgen, sagten US-Beamte laut "Wall Street Journal". Die Ankündigung wäre Teil einer umfassenderen diplomatischen Übereinkunft mit Deutschland, bei der Berlin zustimmen würde, eine geringere Anzahl eigener Leopard-2-Panzer zu schicken sowie die Lieferung weiterer in Deutschland hergestellter Panzer durch Polen und andere Länder zu genehmigen. Damit könnte eine transatlantische Meinungsverschiedenheit über die Panzer beigelegt werden, die gegen Ende des ersten Kriegsjahres zu Zerwürfnissen zu führen drohte. Das Weiße Haus lehnte eine Stellungnahme ab.

Das Abkommen würde eine Kluft zwischen den USA und Deutschland sowie anderen europäischen Staaten über die Lieferung von Panzern an die Ukraine in einer entscheidenden Phase des Krieges überwinden. Kiew bereitet eine Gegenoffensive vor, um ukrainisches Gebiet zurückzuerobern, und Russland mobilisiert Truppen für eigene Offensiv-Operationen.

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Zuletzt hatte es Berichte gegeben, wonach Scholz die Lieferung des US-Kampfpanzers zur Bedingung für eine mögliche Entsendung deutscher Kampfpanzer gemacht habe. Der neue Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte jedoch auch nach Aussage seines US-Kollegen Lloyd Austin klargemacht, dass es einen solchen Zusammenhang nicht gebe. Trotz erheblichen Drucks aus der Ukraine und von Partnerstaaten hat die Bundesregierung noch keine Entscheidung zur Lieferung von Leopard-Kampfpanzern an Kiew getroffen.

Scholz und Biden telefonierten

Die Änderung der US-Position folgt laut dem Bericht auf ein Telefonat zwischen US-Präsident Biden und Bundeskanzler Olaf Scholz am 17. Januar, in dem Biden sich bereiterklärt habe, die Bereitstellung der Abrams-Panzer entgegen dem Urteil des Pentagons zu prüfen. Ein hochrangiger deutscher Beamter sagte, die Frage sei seit mehr als einer Woche Gegenstand intensiver Verhandlungen zwischen Washington und Berlin gewesen und scheine auf dem Weg zu einer Lösung zu sein.

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Militärbeamte haben öffentlich argumentiert, dass die Abrams-Panzer ein erhebliches Maß an Ausbildung und logistischer Unterstützung erfordern und daher für den gegenwärtigen Zeitpunkt des Konflikts nicht geeignet sind. Die US-Panzer müssten über den Atlantik transportiert werden, die Instandhaltung sei aufwendiger, und sie verbrauchten zu viel Treibstoff, hieß es weiter. Die Panzer schlucken außerdem das Flugzeugbenzin Kerosin, nicht Diesel wie der Leopard und viele Gefährte der Ukrainer. Doch Beamte des Weißen Hauses und des Außenministeriums zeigten sich dagegen offener für die Lieferung von Abrams, um die diplomatische Blockade zu durchbrechen, die den Leopard-Lieferungen im Wege steht, wie es weiter heißt. Einige demokratische Gesetzgeber, die dem Weißen Haus nahestehen, wie Senator Chris Coons aus Delaware, haben ebenfalls darauf gedrängt, dass einige Abrams geliefert werden.

Die Entscheidung käme weniger als eine Woche nach einem umstrittenen Treffen auf dem Stützpunkt Ramstein in Deutschland, bei dem es den USA und ihren Verbündeten nicht gelang, Deutschland davon zu überzeugen, anderen Nationen die Entsendung von Panzern aus deutscher Produktion zu gestatten.

Quelle: ntv.de, als/dpa

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