Politik

Heftige Kämpfe mit Taliban Berichte über IS-Vormarsch in Afghanistan

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Die IS-Anhänger sollen viele Mohn-Felder zerstört haben.

(Foto: AP)

Nicht nur in Syrien, Irak und Libyen versucht die Terrormiliz IS, Gebiete unter ihre Kontrolle zu bringen. Seit Neuestem ist sie auch in Afghanistan aktiv. Dort legt sie sich vornehmlich mit anderen Radikalislamisten an.

Die vornehmlich in Syrien und im Irak aktive IS-Miliz ist offenbar auch in Afghanistan zunehmend auf dem Vormarsch. In der östlichen Provinz Nangarhar haben sie nach Angaben von Behördenvertretern und Augenzeugen mehrere Gebiete unter ihre Kontrolle gebracht, die bislang von den rivalisierenden Taliban beherrscht wurden. In einigen Gegenden weht demnach bereits die schwarze Fahne des IS, und ausländische Kämpfer predigen mit Hilfe von Übersetzern in Moscheen.

Insgesamt hätten die IS-Anhänger mindestens sechs der 21 Bezirke in Nangarhar erobert, sagte der Chef des Provinz-Rats, Ahmed Ali Hasrat. In anderen Bezirken lieferten sich die rivalisierenden Islamisten noch Schlachten.

Augenzeugen schilderten, dass die IS-Anhänger in Kleinlastern anrückten, auf denen große Maschinengewehre montiert gewesen seien. "Die Taliban konnten sich nicht widersetzen und flohen", sagte ein Stammesvertreter. Anschließend hätten die IS-Kämpfer Mohnfelder niedergebrannt und damit die Grundlage für die Opiumproduktion zerstört, mit der sich die Taliban finanzieren.

Bei den IS-Anhängern soll es sich überwiegend um Ex-Taliban und Dutzende ausländische Kämpfer gehandelt haben. Einige Dorfbewohner hätten sie jubelnd begrüßt, erzählten Augenzeugen. Die Angaben ließen sich unabhängig nicht überprüfen. Unklar ist auch, ob es eine direkte Verbindung zwischen dem Islamischen Staat in Syrien und im Irak sowie seinen Anhängern in Afghanistan gibt.

Die Taliban, die Afghanistan von Mitte der 1990er Jahre bis 2001 beherrschten, räumten ein, dass sie einige Gebiete in Nangarhar aufgeben mussten. Sie würden aber nicht gegen den IS kämpfen, sondern gegen "Diebe und Verbrecher", sagte ein Taliban-Sprecher.

Quelle: ntv.de, mbo/rts

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