Politik

"Fickst du die?" Berliner CDU-Frau wirft Henkel Sexismus vor

Frank Henkel äußert sich nicht konkret, bietet aber ein Gespräch an.

Frank Henkel äußert sich nicht konkret, bietet aber ein Gespräch an.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Berliner CDU-Bezirkspolitikerin Jenna Behrends wirft männlichen Parteikollegen vor, sich sexistisch zu verhalten. Einer von ihnen ist angeblich Innensenator Frank Henkel. Der zeigt sich verwundert.

Die Berliner CDU-Politikerin Jenna Behrends hat Sexismus-Vorwürfe gegen ihre Partei erhoben. "Warum ich nicht mehr über den Sexismus in meiner Partei schweigen will", schrieb Behrends in einem Beitrag für das Online-Magazin "Edition F", das sich als "digitales Zuhause für starke Frauen" definiert.

c2fe2031205631ec65c185bc43999da2.jpg

Hält Politik für zu wichtig, um sie nur "alten Männern zu überlassen": Die Berliner CDU-Politikerin Jenna Behrends.

(Foto: dpa)

Immer wieder sei sie mit Gerüchten konfrontiert worden, sie würde aus Karrieregründen mit Funktionären ins Bett gehen. Aber, so schreibt Behrends, "die junge Frau, die bereit wäre, sich für ein kommunales Ehrenamt hochzuschlafen", gebe es nur in der "schmutzigen Fantasie" der CDU.

"Die junge Frau, die ständig mit den Gerüchten um ihre angeblichen Affären konfrontiert wird, die gibt es in echt", hält Behrends dagegen. Auf einem Parteitag sei sie von einem Parteifreund als "große süße Maus" bezeichnet worden. Jener Parteikollege soll einen anderen zudem gefragt haben: "Fickst du die?" Dem "Tagesspiegel" sagte sie, es handele sich um Innensenator und Berliner CDU-Parteichef Frank Henkel.

Der Berliner CDU-Chef zeigte sich verwundert und "auch ein bisschen enttäuscht über Inhalt und Stil dieses offenen Briefes". Die CDU Mitte, für die Behrends nun auch in der BVV sitzt, habe Quereinsteigern immer wieder eine Chance gegeben, erklärte Henkel in einer Mitteilung. "Wenn sich Frau Behrends mit mir austauschen will, steht ihr meine Tür wie jedem anderen Mitglied meines Kreisverbandes für ein Gespräch offen", heißt es weiter. "Solche Dinge sollten nicht im Raum stehen bleiben, sondern geklärt werden. Versuche einer Kontaktaufnahme durch den Kreisverband waren bislang leider erfolglos." Die Bundes-CDU wollte die Vorwürfe nicht kommentieren.

Behrends, Jahrgang 1990, ist am vergangenen Sonntag für die CDU in die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) gewählt worden, die Volksvertretung auf Ebene der Berliner Bezirke. 2015 war sie in die Partei eingetreten. In ihrem Text kritisierte Behrends den fehlenden Zusammenhalt von Frauen innerhalb der Partei. Sie soll als "nimmersatte Karrieristin" bezeichnet worden sein. Gleichzeitig erklärte sie, dass Politik zu wichtig sei, "um sie hauptsächlich alten Männern zu überlassen".

Quelle: n-tv.de, sro/dpa

Mehr zum Thema