Politik

Von Russland eingesetzt Besatzungsbürgermeister bei Anschlag schwer verletzt

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Russische Soldaten in Enerhodar (Bild vom 1. Mai).

(Foto: AP)

Die ukrainische Kleinstadt Enerhodar ist von Russland besetzt. Der Kreml hat bereits einen Bürgermeister eingesetzt - auf den nun ein Anschlag verübt wird. Der Mann wird schwer verletzt. Russland macht Nationalisten dafür verantwortlich.

Der von den russischen Besatzungstruppen eingesetzte Bürgermeister der Kleinstadt Enerhodar ist bei einem Sprengstoffanschlag am Sonntag schwer verletzt worden. "Der selbsternannte Chef der 'Volksadministration' von Enerhodar, Andrij Schewtschik, ist durch eine Explosion am Eingang des Wohnhauses verletzt worden, in dem seine Mutter lebt", teilte die ukrainische Militärverwaltung des Gebiets Saporischschja am späten Sonntagabend auf ihrem Telegram-Kanal mit.

Enerhodar liegt im Süden der Ukraine an einem der großen Dnepr-Stauseen. Es habe sich um einen gezielten Partisanenangriff gegen einen Kollaborateur gehandelt, heißt es weiter. Medienberichten zufolge liegt Schewtschik auf der Intensivstation. Auch seine Leibwächter seien bei dem Attentat verletzt worden.

Laut der ukrainischen Militärverwaltung suchen die russischen Besatzungstruppen nun nach zwei jungen Männern in einem roten Audi. Zudem hätten sie die Checkpoints verstärkt. Das russische Ermittlungskomitee hat nach eigenen Angaben am Montag "wegen des Verbrechens ukrainischer Nationalisten" ein Strafverfahren eingeleitet.

In Enerhodar liegt das leistungsstärkste Atomkraftwerk Europas. Die Kleinstadt im Süden des Verwaltungsbezirks Saporischschja wurde bereits in den ersten Kriegstagen von russischen Truppen besetzt. Bei den Gefechten war kurzzeitig sogar ein Feuer auf dem Gelände des Atomkraftwerks ausgebrochen, das aber wieder gelöscht werden konnte. Die Gebietshauptstadt Saporischschja liegt rund 60 Kilometer nordöstlich von Enerhodar und befindet sich weiterhin unter ukrainischer Kontrolle.

Quelle: ntv.de, mli/AFP

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