Politik

Gutachten zu "Stuttgart 21" Brandschutz ist mangelhaft

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Noch das kleinere Problem: eine defekte Uhr am Stuttgarter Bahnhof.

(Foto: dapd)

Wieder einmal ist das Bahnprojekt "Stuttgart 21" in der Kritik. Einem Medienbericht zufolge gibt es große Mängel beim Brandschutz. Die Fluchtwege sind offenbar zu lang und schmal. Die Konsequenzen könnten fatal sein.

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Die Gegner von "Stuttgart 21" dürften sich in ihrer Kritik bestärkt fühlen.

(Foto: dpa)

Das Brandschutzkonzept für das Bahnprojekt "Stuttgart 21" weist einem Zeitungsbericht zufolge eklatante Mängel auf. Die Evakuierung des Tiefbahnhofs würde im Katastrophenfall viel zu lange dauern, berichtet die "Stuttgarter Zeitung" unter Berufung auf ein ihr vorliegendes Gutachten, das von der Deutschen Bahn selbst in Auftrag gegeben worden sei. Auch die Fluchtwege seien zu lang und zu schmal. Im Evakuierungsfall seien sogar Menschenleben gefährdet.

Die Gutachter kommen den Angaben zufolge wegen der Probleme zu dem Schluss, "dass derzeit kein genehmigungsfähiges Konzept für Brandschutz, Sicherheit und Entrauchung vorliegt". Ihrer Ansicht nach sei es zwingend nötig, die Pläne für den Tiefbahnhof zu ändern.

Im ungünstigsten Fall könnte die Bahnhofshalle "nach 24 Minuten" verraucht sein, zitiert die "Stuttgarter Zeitung" aus dem Gutachten. Die Bahn ginge allerdings in ihrem Konzept von einer Evakuierungszeit von 23 Minuten aus. Die Gutachter sehen dies offenbar als kritisch an.

Bahn beschwichtigt

"Stuttgart21"-Projektsprecher Wolfgang Dietrich sagte der Zeitung, dass die Bahn das Gutachten nicht bagatellisieren wolle. Es gebe aber auch "keinen Grund zum Dramatisieren". Außerdem verwies er auf sich widersprechende Aussagen in verschiedenen Gutachten.

Durch das sehr umstrittene Projekt "Stuttgart 21" sollen der Stuttgarter Bahnknoten neu geordnet und der Hauptbahnhof unter die Erde verlegt werden. In einer Volksabstimmung hatten sich die Baden-Württemberger Ende vergangenen Jahres für den Bau des Bahnhofs entschieden.

Quelle: n-tv.de, ghö/AFP

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