Politik

Einreiseverbot für FN-Chefin? Brexit-Befürworter wollen Le Pen nicht sehen

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Marine Le Pen will auf der Insel Werbung für ihr Weltbild machen.

(Foto: REUTERS)

Das britische Ansinnen, möglicherweise aus der EU auszutreten, gefällt auch der rechtsextremen französischen Politikerin Marine Le Pen. Sie plant vor der Brexit-Abstimmung noch einen Besuch auf der Insel. Doch sie ist nicht willkommen.

Ein Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union dürfte der rechtsextremen französischen Politikerin Marine Le Pen ins Konzept passen. Sollte die Chefin des Front National (FN) im kommenden Jahr zur französischen Staatschefin gewählt werden, will sie mit Brüssel die französische Mitgliedschaft im Schengen-Raum und in der Eurozone verhandeln. Ein EU-Austritt der Briten würde ihrer Positionen Auftrieb verleihen. Daher plant sie noch vor dem Referendum im Juni einen öffentlichen Auftritt auf der Insel - um Werbung für die euroskeptische Sache zu machen. Darüber berichtet der "Tagesspiegel".

Britische Politiker könnten ihr jedoch einen Strich durch die Rechnung machen. Dem Bericht zufolge setzt sich etwa die Labour-Politikerin Gisela Stuart dafür ein, dass Le Pen nicht kommt. Die Labour-Abgeordnete und Vizechefin der "Vote Leave"-Kampagne, die Werbung für einen Austritt macht, kritisiert, Le Pens Ansichten seien "spaltend und aufrührerisch". "Ihre Anwesenheit im Vereinigten Königreich wäre nicht förderlich für das Allgemeinwohl", sagte sie dem Blatt. Großbritannien hat in der Vergangenheit bereits mehrfach Hassprediger an der Einreise gehindert.

Den geplanten Besuch der französischen Politikerin will sie mit einem Einreiseverbot verhindern. Dazu habe sie sich bereits schriftlich an die britische Innenministerin Theresa May gewandt und sie gebeten, die Einreise Le Pens zu verhindern, so der "Tagesspiegel". Dabei erinnerte sie auch an Äußerungen Le Pens, die 2010 Gebete von Muslimen in der Öffentlichkeit mit der Nazi-Besatzung Frankreichs verglichen hatte.

Auch der Vorsitzende der EU-feindlichen UKIP will Le Pen nicht im Land haben. Er ziehe es vor, Le Pen vor der Abstimmung nicht im Land zu sehen, erklärte er. In der Vergangenheit hatte er Le Pen Antisemitismus vorgeworfen.

Quelle: ntv.de, bdk