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IS ermordet Entwicklungshelfer Briten halten Enthauptungsvideo für echt

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Haines, Vater zweier Kinder, war als humanitärer Helfer in Syrien.

(Foto: Twitter)

Die Zweifel waren nur sehr gering. Doch nun bestätigt das britische Außenministerium offiziell, dass es davon ausgeht, dass David Haines tot ist. Das weltweite Entsetzen ist groß, auch Bundeskanzlerin Merkel übermittelt ihre Anteilnahme - und fordert Konsequenzen.

Das Video über die Enthauptung der britischen IS-Geisel David Haines ist nach Angaben des britischen Außenministeriums wohl echt. "Alle Zeichen deuten darauf hin, dass es authentisch ist", teilte das Ministerium in London mit. Am Samstagabend waren Bilder im Internet aufgetaucht, die die Enthauptung des 44-Jährigen vor laufender Kamera durch einen Vermummten zeigen.

Unmittelbar danach hatte der britische Premierminister David Cameron den "verabscheuenswürdigen Mord" verurteilt. Auch Angela Merkel zeigte sich erschüttert und forderte Konsequenzen: "Die Bundeskanzlerin drückt ihr Entsetzen über die menschenverachtende Tat der Terroristen aus, die durch nichts zu rechtfertigen sei und geahndet werden müsse", sagte eine Sprecherin der Regierung. Merkel ließ ihr Mitgefühl auch an die Familie des Getöteten ausrichten.

Das neue Video war auf der Website des US-Unternehmens Site abzurufen, das sich auf die Überwachung islamistischer Internetseiten spezialisiert hat. Haines sei als Vergeltung enthauptet worden, weil sich Cameron an der US-geführten Koalition gegen den IS beteilige, sagte der Vermummte in dem Video. Die 02.27 Minuten lange Aufnahme hat den Titel: "Eine Botschaft an die Alliierten der USA". Das Video beginnt mit einem Clip, in dem Cameron die britische Strategie gegen den IS darlegt.

Zu sehen ist dann Haines, gekleidet in einen orangefarbenen Overall. Er sagt seinen Namen und erklärt gefasst, er zahle den Preis für Camerons Politik. Der Vermummte - offenbar derselbe Extremist, der auch in den anderen Enthauptungsvideos zu sehen war - warnt die Briten, sie würden in "einen weiteren blutigen und nicht zu gewinnenden Krieg" gezogen. Am Ende der Aufnahme droht er mit der Ermordung einer weiteren britischen IS-Geisel.

Grausamer Mord

*Datenschutz

Der in Schottland geborene Haines war im März 2013 in Syrien verschleppt worden. Der 44-Jährige arbeitete für die internationale Hilfsorganisation Acted. Zuvor war er auf dem Balkan, in afrikanischen Staaten und im Nahen Osten als Entwicklungshelfer im Einsatz. Sein Bruder Mike würdigte ihn als "geliebten Bruder, der kaltblütig ermordet wurde". Sein Bruder sei dann am "lebendigsten und begeistertsten" gewesen, wenn er Menschen in Not habe helfen können. Wenige Tage vor der Ermordung hatte Haines' Familie die Entführer in einer Botschaft aufgefordert, sie zu kontaktieren - vergeblich. London verweigert wie die USA grundsätzlich die Zahlung von Lösegeld an Terroristen.

Auch Cameron reagierte bestürzt. "Dies ist ein verabscheuenswürdiger und entsetzlicher Mord an einem unschuldigen Entwicklungshelfer. Es ist eine Tat des schieren Bösen", sagte er laut einer Erklärung von Downing Street. "Wir werden alles in unserer Macht tun, um diese Mörder zu jagen und zur Rechenschaft zu ziehen." In London trat das Sicherheitskabinett unter Leitung Camerons zusammen, um die Lage erörtern.

Offensive gegen IS

Haines ist damit das dritte westliche Opfer der Extremisten, das vor laufender Kamera getötet wurde. Am 19. August hatte der IS ein Video ins Netz gestellt, das die Ermordung des US-Journalisten James Foley zeigte. Am 2. September folgte ein Video mit der Ermordung des US-Reporters Steven Sotloff.

Obama hat sich dem Druck der Dschihadisten bislang nicht gebeugt. Er kündigte am Mittwoch an, die Luftangriffe auf IS-Stellungen im Irak zu verstärken und auch auf Syrien auszuweiten. Nach dem Auftauchen des neuen Videos verurteilte er einen "barbarischen Mord". "Die USA stehen heute Nacht Schulter an Schulter mit unserem engen Freund und Verbündeten - in Trauer und Entschlossenheit", hieß es in einer Erklärung Obamas. "Wir werden mit dem Vereinigten Königreich und einer breiten Koalition von Ländern aus der Region und der ganzen Welt die Täter dieser abscheulichen Tat zur Rechenschaft ziehen und die Bedrohung (durch den IS) schwächen und zerstören."

Quelle: n-tv.de, sba/dpa

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