Politik

Seit 1920 "Neubürger" in Deutschland Brüssel macht Waschbären den Garaus

55356285.jpg

Waschbären lieben auch Gelbe Säcke und Mülltonnen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Sie gehören zu den invasiven Arten. Seit den 1920er Jahren machen es sich die Waschbären in Europa gemütlich und verdrängen hier und dort einheimische Tiere. Jetzt widmet sich die EU-Kommission dem ernsten Thema "Einwanderung".

Nordamerikanische Waschbären sollen sich in Europa nicht weiter ausbreiten. Die EU-Kommission verabschiedete in Brüssel eine Liste von 37 Tier- und Pflanzenarten, die eigentlich auf anderen Kontinenten zu Hause sind und deshalb von europäischem Boden zurückgedrängt werden sollen. Dazu gehören der Waschbär und das Grauhörnchen.

Haltung, Import, Verkauf und Zucht der Arten auf dieser Liste sind damit verboten. Das gilt nach Kommissionsangaben auch für Zoos: Die Tierparks dürfen ihre Tiere behalten, müssen aber dafür sorgen, dass sie sich nicht fortpflanzen oder ausbrechen.

Als Pelzlieferant wurde der Waschbär in den 1920/30er Jahren aus Nordamerika nach Deutschland gebracht und fristete sein Dasein in den Folgejahren hauptsächlich in Pelzfarmen. Mit dem Ziel, ihn hier anzusiedeln, wurde der Waschbär 1934 in Hessen erstmals bewusst ausgesetzt. Stand der Waschbär in den Folgejahren seiner Ansiedlung noch unter Naturschutz, nahm Hessen den Kleinbären als erstes Bundesland in das Jagdrecht auf.

Heute fällt er in fast allen Bundesländern unter das Jagdrecht. Der Umgang mit dem Waschbären als "Neubürger" in Deutschland wird seither kontrovers diskutiert. Denn der Waschbär kann beispielsweise örtlich ein Problem für den bodenbrütenden Kiebitz, für Amphibien oder auch den Rotmilan darstellen.

Quelle: n-tv.de, ppo/dpa

Mehr zum Thema