Politik

Über alle Parteigrenzen hinweg Bund ehrt Helmut Schmidt mit Stiftung

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Im November ist Helmut Schmidt im Alter von 96 Jahren gestorben - sein politisches Erbe soll nun in Form einer Stiftung weiterleben.

(Foto: dpa)

Das politische Erbe von Altkanzler Helmut Schmidt soll fortgeführt werden. Dazu ruft die Bundesregierung eine Stiftung ins Leben, die sich nicht nur mit dem Wirken Schmidts, sondern auch der politischen und wirtschaftlichen Zukunft Deutschlands beschäftigt.

SPD-Altkanzler Helmut Schmidt starb im vergangenen November im Alter von 96 Jahren, nun will die Politik ihm über Parteigrenzen hinweg mit einer Bundesstiftung ein Denkmal setzen. Union und SPD wollen an diesem Donnerstag im Bundestag einen Gesetzentwurf zum Aufbau einer "Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung" vorlegen - mit Zustimmung von Grünen und Linkspartei, sagte der SPD-Chefhaushälter Johannes Kahrs.

Der Bund plant, die Arbeit der Stiftung mit jährlich um die zwei Millionen Euro zu unterstützen. Sie soll mit Sitz in Hamburg nicht nur das Wirken des legendären Staatsmannes auswerten und sich um das Wohnhaus der Schmidts in Hamburg-Langenhorn kümmern, sondern auch Analysen zu Deutschlands künftiger Rolle in der Außen-, Sicherheits- und Wirtschaftspolitik liefern.

Steinbrück im Kuratorium?

Im sechsköpfigen Stiftungskuratorium könnten für die SPD Ex-Finanzminister Peer Steinbrück und Kahrs sitzen. Steinbrück, der bereits Vorsitzender der privaten Helmut-und-Loki-Schmidt-Stiftung ist, dankte allen Fraktionen für ihre Unterstützung: "Die Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung wird das Wirken von Helmut Schmidt nicht nur würdigen, sondern auch für die zentralen Fragen des 21. Jahrhunderts auswerten." Kahrs meinte, die Stiftung solle nicht nur die Erinnerung an einen großen Staatsmann und aufrechten Sozialdemokraten bewahren, "sondern vor allem seine Mahnung in die Tat umsetzen, das langfristig Notwendige im Blick zu haben".

Unionsfraktionsvize Michael Kretschmer von der CDU betonte, in Sachen Streitkultur könnten sich viele ein Beispiel an Schmidt nehmen. "In Zeiten, in denen die Leute mit Twitter und Whatsapp kommunizieren, sendete Helmut Schmidt unmissverständliche Rauchzeichen." Auch Grüne und Linke wünschen sich, dass die Schmidt-Stiftung sich nicht nur um politische Bildung kümmert, sondern auch globale Zukunftsfragen in den Blick nimmt.

Schmidt war von 1974 bis 1982 als Nachfolger von Willy Brandt Bundeskanzler. Zu den größten Herausforderungen seiner Kanzlerzeit gehörten die Ölkrise in den 70er Jahren und der Kampf gegen den Terror der "Roten Armee-Fraktion". Schmidt war bis zu seinem Tod einer der populärsten Politiker in Deutschland.

Quelle: ntv.de, jgu/dpa

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