Politik

Zehn Jahre nach Erfurt Bundestag plant Waffenregister

Nach jedem Amoklauf der vergangenen Jahre wird ein zentrales Waffenregister gefordert, jetzt beschließt der Bundestag ein solches deutschlandweites Register. Es soll bis Ende des Jahres eingeführt werden und 600 dezentrale Behörden ablösen.

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Jeder, der in Deutschland eine Waffe besitzt, soll künftig zentral erfasst sein.

(Foto: dpa)

Zehn Jahre nach dem Amoklauf am Erfurter Gutenberg-Gymnasium hat der Bundestag die Einrichtung eines deutschlandweiten Waffenregisters beschlossen. Das Parlament stimmte für die Einführung eines zentralen Registers bis Ende dieses Jahres. Allerdings muss auch der Bundesrat dem Gesetz noch zustimmen, damit es in Kraft treten kann. Bislang sind die Daten über genehmigungspflichtige Waffen bei 600 einzelnen Behörden gespeichert, die aber nicht miteinander vernetzt sind.

Künftig soll schnell abrufbar sein, wer Besitzer einer Waffe ist und wo er sie gekauft hat. "Der Weg einer erlaubnispflichtigen Waffe soll über den aktuellen Besitzer hinaus über etwaige Vorbesitzer bis hin zum Waffenhersteller oder Importeur zurückzuverfolgen sein", heißt es in dem Gesetzentwurf. Deutschland setzt damit vorzeitig eine EU-Richtlinie um, die vorsieht, dass spätestens bis zum 31. Dezember 2014 ein zentrales Waffenregister eingeführt wird.

In Erfurt hatte ein ehemaliger Schüler am Gutenberg-Gymnasium zwölf Lehrer, zwei Schüler, eine Sekretärin und einen Polizisten erschossen, bevor er sich selbst tötete. Nach diesem Vorfall sowie nach dem in Baden-Württemberg im Jahr 2009 war das Waffenrecht geändert worden. Auch die Forderung nach einem zentralen Waffenregister war wiederholt geäußert worden.

Quelle: ntv.de, dpa

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