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Befragung geretteter Flüchtlinge Bundeswehr sucht nach den Hintermännern

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Beim Einsatz der deutschen Bundeswehr im Mittelmeer werden gerettete Flüchtlinge gezielt zu ihrem Wissen über Schleuserbanden befragt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Seit Ende Juni befinden sich 300 Soldaten der Bundeswehr im Einsatz im Mittelmeer. Im Kampf gegen Schleuserbanden sollen möglichst genaue Informationen über deren Aktivitäten sammeln. Eine der wichtigsten Informationsquellen sind gerettete Flüchtlinge.

Bei dem Einsatz der deutschen Bundeswehr im Mittelmeer werden gerettete Flüchtlinge gezielt zu ihrem Wissen über Schleuserbanden befragt. "Im Rahmen des Einsatzes verifizieren wir Informationen, zum Beispiel über Sammelpunkte, Routen oder die Strukturen, in denen die Netzwerke arbeiten", sagte Fregattenkapitän Marc Metzger.

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Fregattenkapitän Marc Metzger mit Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Mit Hilfe der Beiträge, die andere Schiffe, Hubschrauber und Flugzeuge lieferten, könne so eine Bewertung der "mafiösen Strukturen" erfolgen. Um die Befragungen an Bord der deutschen Fregatte "Schleswig-Holstein" kümmerten sich Kräfte der sogenannten Feldnachrichtentruppe.

An der EU-Operation im südlichen Mittelmeer sind derzeit insgesamt vier Schiffe sowie zwei Flugzeuge und drei Hubschrauber aus mehreren Mitgliedstaaten beteiligt.

Erste von drei Einsatzphasen

In der aktuellen Phase I des Einsatzes sollen die beteiligten Soldaten möglichst genaue Informationen über die Aktivitäten von Menschenschmugglern sammeln. Diese schicken Migranten vor allem von der Küste des nordafrikanischen Bürgerkriegslandes Libyen aus auf den lebensgefährlichen Weg über das Meer in Richtung Europa.

Danach ist in den Phasen II und III des Einsatzes geplant, Schleuser-Schiffe zu beschlagnahmen und zu zerstören. Ob es jemals zum Einsatz von Gewalt kommt, gilt allerdings als ungewiss, weil dafür zumindest in libyschen Hoheitsgewässern ein UN-Mandat oder die Zustimmung der libyschen Behörden benötigt wird.

Deutschland hat für Phase I des Militäreinsatzes neben der Fregatte "Schleswig-Holstein" den Einsatzgruppenversorger "Werra" zur Verfügung gestellt. Die Schiffe mit rund 300 Soldaten an Bord waren Ende Juni die ersten, die neben dem Flaggschiff "Cavour" unter Befehl des zuständigen Konteradmirals Andrea Gueglio gestellt wurden.

Aufmerksamkeit erregte die Bundeswehr im Mittelmeer bislang vor allem mit ihren Seenotrettungseinsätzen. Allein deutsche Marinesoldaten retteten seit Anfang Mai mehr als 7000 Menschen aus Seenot.

Quelle: n-tv.de, cri/dpa

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