Politik

Neuer Rechtsextremismus-Skandal? Bundeswehr suspendiert Elitesoldat des KSK

Einem Medienbericht zufolge hat die Bundeswehr einen erneuten Fall von Rechtsextremismus in den eigenen Reihen. Gegen ein Mitglied des Kommandos Spezialkräfte sollen Ermittlungen laufen. Das Pikante: Der Mann sorgte schon vor einigen Jahren für einen Skandal.

Die Bundeswehr muss sich offenbar mit einem neuen Rechtsextremismus-Skandal auseinandersetzen. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, soll ein Elitesoldat des Kommandos Spezialkräfte (KSK), Obersleutnant Daniel K., derzeit vom Dienst suspendiert sein. K. wird unter anderem vorgeworfen, in Telefongesprächen gesagt zu haben, "der Staat habe die Lage nicht mehr im Griff seit der Flut an Asylbewerbern, die man alle zurückschicken müsse". So zitiert ihn das Blatt nach eigenen Angaben sinngemäß. Seiner Meinung nach müsse man die Dinge "jetzt selbst in die Hand nehmen". Die Aussagen flogen demnach auf, weil im Zusammengang mit den Ermittlungen gegen den rechtsradikalen Soldaten Franco A. Telefone überwacht wurden.

Die Bundeswehr bestätigte der Zeitung, dass ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden sei. Auch K. selbst soll sich auf Facebook zu den Vorwürfen geäußert haben: "Mir wurde heute als Kommandosoldat nach 28 Dienstjahren (...) verboten, die Uniform unserer Armee zu tragen, da man an meiner Treue zur Bundesrepublik Deutschland und zu unserer schützenswerten Grundordnung zweifelt." Seinen Kameraden soll K. zudem in einem Schreiben beteuert haben, "kein sogenannter Nazi" zu sein und versichert haben, dass er "nichts straftatbewährtes und oder disziplinar Relevantes zum Schaden des Verbandes gesagt, geschrieben oder getätigt habe".

Es soll jedoch nicht das erste Mal sein, dass K. für einen handfesten Skandal sorgt: Im Jahr 2007 soll er dem Bericht zufolge einem Kameraden per Mail gedroht haben, der sich statt Militärinterventionen für zivile Lösungen eingesetzt hatte: "Ich beurteile Sie als Feind im Inneren und werde mein Handeln danach ausrichten, diesen Feind im Schwerpunkt zu zerschlagen." K. soll jedoch mit einer "einfachen Disziplinarmaßnahme" davon gekommen sein.

Das KSK ist eine militärische Spezialeinheit der Bundeswehr, die unter anderem auf Terrorismusbekämpfung, Militärberatung und Kommandokriegsführung spezialisiert ist. Es ist nicht das erste Mal, dass Mitglieder des Kommandos durch rechtsextremes Verhalten oder Äußerungen aufgefallen sind. Erst vor wenigen Wochen akzeptierte ein Elitesoldat einen Strafbefehl, weil er mehrfach den Hitlergruß gezeigt haben soll. Dem Mann wurde das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen zur Last gelegt, der Strafbefehl umfasst 40 Tagessätze. Einem Bericht von "Spiegel"-Online zufolge soll es sich um 4000 Euro handeln.

Quelle: n-tv.de, lri mit dpa

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