Keine Empfehlung für die CDUCampact greift in den nächsten Wahlkampf ein

Die Organisation Campact ruft in Mecklenburg-Vorpommern zur Wahl der Grünen auf. In Sachsen-Anhalt schnitten SPD und Grüne nach einer ähnlichen Kampagne deutlich besser ab als zuvor in den Umfragen. Eine Wahlempfehlung für die CDU will Campact nicht abgeben.
Wie bereits bei der Wahl in Sachsen-Anhalt ruft die Kampagnenplattform Campact auch vor der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern zum "strategischen Wählen" auf. Dieses Mal unterstützt Campact nur die Grünen.
In Sachsen-Anhalt fing die Kampagne knapp drei Wochen vor der Wahl an, dieses Mal ist der Vorlauf deutlich kürzer: In Mecklenburg-Vorpommern wird bereits am kommenden Sonntag gewählt. Jüngste Umfragen sehen die Grünen bei 5 oder 6 Prozent. Campact will mit seiner Kampagne verhindern, dass die AfD mit Unterstützung des BSW eine Mehrheit im Schweriner Landtag erringen kann. Die von Sahra Wagenknecht gegründete Partei steht in Umfragen aktuell bei 4 Prozent.
Allerdings steht die CDU in Mecklenburg-Vorpommern aktuell ähnlich schlecht da. Zu ihrer Wahl ruft Campact nicht auf. Dies habe man zwar erwogen, sagte Campact Geschäftsführer Christoph Bautz. Aber "das ist uns nicht sicher genug", da "etliche Politiker" in der CDU die Brandmauer infrage stellten. Das gelte auch für einzelne Kandidaten auf der Landesliste der CDU in Mecklenburg-Vorpommern. Als Beispiel verwies Bautz auf CDU-Landtagskandidat Thomas Grote, der Berichten zufolge gesagt hatte, "dieser Brandmauer-Mist" müsse aufhören.
"In Mecklenburg-Vorpommern droht ein Woidke-Szenario"
Das Vorgehen der SPD in Mecklenburg-Vorpommern nannte Bautz "problematisch". Der Slogan von Ministerpräsidentin Manuela Schwesigs "Die Frau gegen Blau" könne "am Ende das komplette Gegenteil bewirken und den Blauen zur Regierungsmacht verhelfen". Entscheidend sei nicht, wer am Ende stärkste Kraft werde, "sondern dass genügend demokratische Kräfte im Landtag vertreten sind". Durch die Polarisierung drohe ein "Woidke-Szenario", sagte Bautz mit Blick auf den Ministerpräsidenten von Brandenburg, Dietmar Woidke.
Der SPD-Politiker hatte bei der Landtagswahl in Brandenburg 2024 angekündigt, er werde nur Ministerpräsident bleiben, wenn seine Partei stärker werde als die AfD. Dies gelang aus Sicht von Campact auf Kosten der Linken und der Grünen, die beide aus dem Landtag flogen. Die AfD habe zudem eine Sperrminorität erreicht, was vermutlich nicht passiert wäre, wenn Linke und Grüne den Sprung ins Potsdamer Parlament geschafft hätten.
Bautz nannte den Aufruf zum "strategischen Wählen" eine "Notfallmaßnahme". Er betonte, bei Landratswahlen habe Campact auch schon Kampagnen für CDU-Kandidaten gemacht.
In Sachsen-Anhalt lagen SPD und Grüne am Ende vor den Linken
In Sachsen-Anhalt hatte die Organisation zur Wahl von SPD und Grünen aufgerufen. Am Ende schnitten beide Parteien besser ab als die Linke. Diese war vor der Wahl in den Umfragen über ein Jahr lang zweistellig gewesen, erreichte bei der Wahl am 6. September aber nur 8,6 Prozent.
Campact zufolge finanziert die Organisation in Mecklenburg-Vorpommern mehr als 8000 Plakate, die zur Wahl der Grünen aufrufen. Zusätzlich sollen knapp 200.000 Postwurfsendungen verschickt werden. Es werde eine "gezielte Social-Media-Arbeit" geben, sagte Bautz. Die Kampagne koste 150.000 Euro. Wie bereits bei der Kampagne in Sachsen-Anhalt wird dies als Parteispende an die Grünen gewertet und entsprechend der dafür zuständigen Bundestagsverwaltung gemeldet, auch wenn kein Geld direkt an die Partei fließt. Die Mittel kommen laut Campact aus privaten Spenden.