Politik

67 weitere Städte kriegen Post DUH legt beim Böllerverbot nach

Feuerwerksraketen explodieren in der Silvesternacht vom 31.12.2018 auf den 01.01.2019 über der Innenstadt. Foto: Matthias Balk/Archivbild

Für Städte, in denen die Feinstaubbelastung ohnehin zu hoch ist, fordert die DUH ein Verbot von Feuerwerkskörpern.

(Foto: Matthias Balk/dpa)

Die Deutsche Umwelthilfe will die Luft sauber halten. Deshalb beantragt sie in 67 Städten ein Verbot privater Feuerwerksballerei. Bereits im Juli hatte die Organisation erste Verbotsanträge eingereicht. Ein Rechtsgutachten soll die Forderung untermauern.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) weitet ihren Kampf gegen Böller und Silvesterfeuerwerk aus. Nach eigenen Angaben beantragte die Organisation in weiteren 67 deutschen Kommunen ein offizielles Verbot in Innenstädten. Bereits im Juli hatte sie dies in 31 Kommunen getan. Die DUH kritisiert die Feinstaubbelastung und die Verschmutzung, die durch Einsatz von Pyrotechnik entsteht.

Verbotsanträge reicht sie nach eigenen Angaben in Städten ein, in denen die Luft im Jahresmittel mit mehr als 20 Mikrogramm Feinstaubpartikeln je Kubikmeter belastet ist. Laut einer Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO sollte diese Konzentration nicht überschritten werden. Am Neujahrstag liege die Feinstaubbelastung mancherorts bei bis zu 1000 Mikrogramm. Neu auf der Liste der DUH stehen Städte wie Bremen, Dresden und Mannheim.

Zudem legte die DUH bei einer Pressekonferenz in Berlin ein Rechtsgutachten vor, das Möglichkeiten für entsprechende Verbotsregelungen durch Kommunen aufzeigen soll. Die Städte sollen dadurch mehr Handlungsspielraum bekommen und Verbote zum Schutz der Luftqualität durchsetzen können.

Gleichzeitig veröffentlichte der Verband der pyrotechnischen Industrie ein Gegengutachten, demzufolge Feuerwerksverbote von Kommunen nicht zulässig seien. Die geltende Gesetzeslage erlaube derzeit nur das Verbot von Knallkörpern, wie zum Beispiel Böllern, hieß es dort. Um Feuerwerk verbieten zu können, bedürfe es einer Änderung im Sprengstoffgesetz, das auf Bundesebene geregelt wird.

Lasershow statt Feuerwerk: Landshut macht es vor

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Ärgernis oder Spaß? Der Silvesterhimmel über Stuttgart.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die DUH setzt sich seit Langem dafür ein, den Brauch des Abbrennens von Feuerwerk an Silvester in Deutschland zu beenden. Sie argumentiert dabei sowohl mit Umwelt- und Sicherheitsaspekten als auch mit dem Tierwohl, weil der Lärm Tiere verschreckt.

In einigen Städten ist Pyrotechnik im Innenstadtbereich zum Jahreswechsel bereits verboten. So wird der Jahreswechsel in Landshut mit Lasershow und Musik anstatt mit einem Feuerwerk gefeiert und in Berlin wird es in diesem Jahr drei Verbotszonen für Böller und Feuerwerke jeder Art geben. Die Forderung nach generellen Verboten ist allerdings stark umstritten. Befürworter wollen mit einem Verbot die teils exzessive Böllerei eindämmen, immer wieder verletzen sich Menschen beim Abbrennen von Feuerwerkskörpern. Gegner lehnen die Anträge der Umwelthilfe als Bevormundung ab.

Quelle: ntv.de, fge/AFP