Politik

Neue Proteste in Hongkong Demonstranten verschanzen sich in U-Bahn

RTS2NBH9.jpg

Einige Teilnehmer versuchten, die Polizei daran zu hindern, in den Bahnhof vorzustoßen.

(Foto: REUTERS)

In einer Hongkonger U-Bahnstation versammeln sich Demonstranten zu einer Mahnwache: Dort war es vor vier Wochen zu blutigen Auseinandersetzungen gekommen. Doch dieses Mal eskaliert die Lage nicht völlig, die Polizei verzichtete darauf, Tränengas zu verwenden.

In Hongkong ist es nach einem friedlichen Sitzstreik an einer U-Bahn-Station erneut zu Spannungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Die Demonstranten verschanzten sich hinter Mülleimern und Ticketautomaten und versuchten, der Polizei den Zugang zur Station zu verwehren. Sie hatten sich zuvor versammelt, um des blutigen Ausgangs einer Demonstration an der gleichen U-Bahn-Station vor einem Monat zu gedenken.

Der Sitzstreik an der U-Bahn-Station nahe der chinesischen Grenze war bis zur Ankunft der Polizisten weitgehend friedlich verlaufen. Als die Polizei eintraf, setzten einige Teilnehmer Schutzhelme und Gasmasken auf und kippten Reinigungsmittel, Löschschaum, Bier und Öl in die Bahnhofshalle, um die Polizei vor dem Betreten zu hindern. Die Situation in der U-Bahn-Station war angespannt. Die Lage eskalierte allerdings nicht völlig, weil die Polizei darauf verzichtete, Tränengas zu verwenden oder die Reihen der Demonstranten mit Gewalt zu durchbrechen.

Am 21. Juli waren 50 Demonstranten und Zivilisten an dem U-Bahnhof von einem Mob mit Stangen und Stöcken teils schwer verletzt worden. Die Polizei nahm 28 Demonstranten fest und bestritt, in den Angriff involviert gewesen zu sein.

In Hongkong gibt es seit Wochen Massendemonstrationen für mehr Demokratie und gegen eine wachsende Einflussnahme Pekings. Die chinesische Regierung drohte den Demonstranten in der Sonderverwaltungszone zuletzt immer unverhohlener. Sie brachte sie mit "Terrorismus" in Verbindung und schickte Truppen an die Grenze. Die Sorge vor einem chinesischen Militäreinsatz wächst.

Quelle: n-tv.de, jki/AFP

Mehr zum Thema