Politik

Nach der Piloten-Verbrennung Der IS ermordet seine Kritiker

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Bei den Kämpfern des IS in Syrien.

(Foto: REUTERS)

Ein hochrangiger muslimischer Geistlicher kritisiert die Ermordung des jordanischen Kampfpiloten durch den IS und fordert, die Verantwortlichen für die Tat vor Gericht zu stellen. Sein Einwand könnte dem Mann aus Saudi-Arabien selbst das Leben kosten.

Nach der Ermordung eines jordanischen Kampfpiloten durch den Islamischen Staat (IS) geht die Extremistenorganisation offenbar gegen Kritiker der Tat in den eigenen Reihen vor. Ein Geistlicher, der Einwände geäußert hatte, soll der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge vor ein Gericht des IS gestellt werden. Die oppositionsnahe Organisation teilte mit, der Mann aus Saudi-Arabien könnte vom IS getötet werden. Er hatte beim Treffen eines religiösen IS-Gremiums in Syrien gefordert, die Verantwortlichen für die Tat vor Gericht zu stellen.

Der Pilot war nach seinem Absturz über IS-Gebiet bei lebendigem Leib verbrannt worden. Dies hat weltweit Entsetzen ausgelöst. Der IS verbreitet über Twitter einen religiösen Erlass, nach dem Ungläubige bei lebendigem Leib verbrannt werden dürfen. Hochrangige muslimische Geistliche haben dies als unzulässig verworfen.

Jordanien hatte auf die Ermordung des Kampfpiloten mit massiven Luftangriffen auf IS-Stützpunkte reagiert. Nach Worten von Außenminister Nasser Dschudeh würden diese weiter verstärkt. Dschudeh sagte im US-Sender CNN, die massiven Bombardements auf Ausbildungslager und Munitionsdepots der Extremisten in Syrien seien erst der Anfang gewesen. "Wir erhöhen den Einsatz", kündigte der Minister an. Jordanien werde den IS "mit allem, was wir haben verfolgen".

Abtrünnige werden getötet

Der IS hat weite Teile Syriens und des Iraks unter seine Kontrolle gebracht und dort ein Kalifat ausgerufen. Immer wieder wird berichtet, dass die Miliz auch ihre eigenen Kämpfer tötet, wenn diese sich vom IS abkehren und fliehen wollen. So sollen jüngst drei eigene aus China stammende Kämpfer getötet worden sein. Wie die staatlich kontrollierte "Global Times" berichtete, hatten sich die Chinesen dem IS im Irak und in Syrien angeschlossen, wollten dann aber fliehen. Zwei von ihnen seien Ende Dezember im Irak enthauptet, ein anderer Ende September in Syrien erschossen worden. Die Zeitung berief sich auf kurdische Sicherheitskreise.

Der "Global Times" zufolge kämpfen rund 300 Chinesen für den IS. Sie würden über die Türkei in den Irak und nach Syrien gelangen. Der im September Erschossene habe nach seiner inneren Abkehr vom IS in die Türkei zurückkehren und dort studieren wollen.

Quelle: n-tv.de, ppo/rts

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