Politik

Liveticker zum Anschlag auf "Charlie Hebdo" +++ Die Ereignisse vom 07. Januar 2015 +++

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(Foto: AP)

Beim Anschlag auf das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" in Paris kommen zwölf Menschen ums Leben. Die Behörden zählen elf teils schwerverletzte Opfer. Bei dem Angriff sollen die Täter "Allahu Akbar" gerufen haben. Mit einem Großaufgebot fahnden Sicherheitskräfte nach den Tätern.

+++ 23:54 Obama bietet Frankreich US-Hilfe an +++
US-Präsident Barack Obama bietet Frankreich Unterstützung bei der Identifizierung der Täter und bei der Fahndung an. In einem Telefonat mit seinem französischen Amtskollegen François Hollande bekräftigte er nach Angaben des Weißen Hauses, dass die Amerikaner an der Seite des französischen Volkes stünden. Bereits zuvor hatte Obama den Anschlag als "feige, böse Tat" verurteilt. Hollande habe den US-Präsidenten über den Stand der Fahndung und der Ermittlungen unterrichtet, hieß es nach dem Telefonat weiter.

+++ 23:39 Spezialeinheit beginnt Großeinsatz in Reims +++
Die französische Polizei fahndet mit einem Großaufgebot nach den Tätern des Terroranschlags auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo". Die Behörden vermuten drei Tatverdächtige in der nordostfranzösischen Stadt Reims, rund 150 Kilometer nordöstlich von Paris. Die Sondereinheit Raid sei an einer Aktion beteiligt, heißt es. Bei den Attentätern soll es sich nach Behördenangaben unter anderem um zwei Brüder aus Paris handeln. Die Männer sollen 34, 32 und 18 Jahre alt sein. Die Polizei ruft Journalisten vor Ort zur "größtmöglichen Vorsicht" auf.

+++ 23:31 Deutsche Zeitungen drucken "Charlie Hebdo"-Karikaturen +++
Nach dem Terroranschlag auf das französische Satiremagazin übernehmen eine Reihe deutscher Verlagshäuser Mohammed-Karikaturen und andere religionskritische Zeichnungen des Blattes. Unter der Schlagzeile "Vive la liberté" ("Es lebe die Freiheit") bestreitet die Berliner Zeitung "B.Z." die gesamte Titelseite ihrer Donnerstagausgabe mit Titelbildern des französischen Magazins. Auch andere Blätter zeigen Zeichnungen von "Charlie Hebdo" auf ihren Frontseiten. "Wir tun das nicht, weil uns alle Karikaturen gefallen", heißt es in einer Erklärung der "Berliner Zeitung" an ihre Leser. "Wir veröffentlichen die Satire von Charlie Hebdo aus Respekt vor den Ermordeten, die die Meinungsfreiheit verteidigten."

+++ 23:25 Polizei fahndet nach Saïd Kouachi, Cherif Kouachi und Hamyd Mourad +++
Bei den drei Verdächtigen soll es sich nach bislang unbestätigten Angaben um Saïd Kouachi (32), Cherif Kouachi (34) und Hamyd Mourad (18). Die Polizei fahndet weiter unter Hochdruck nach drei Männern.

+++ 22:36 Polizei findet Personalausweis in Fluchtwagen +++
Einen bedeutenden Hinweis haben die Ermittler offenbar bei der Untersuchung des ersten Fluchtwagens gefunden. Dort wurde der Personalausweis von einem der Verdächtigen gefunden. Das teilt die französische Zeitung "Le Point" mit. Mit dem Citroen C3 waren die drei Täter zunächst vom Tatort geflohen, haben dann aber noch einmal das Fahrzeug gewechselt.

+++ 22:25 Imam vergleicht Anschlag mit 11. September +++
Der Imam von Bordeaux hat die Muslime in Frankreich zu Protesten gegen den Anschlag aufgerufen. Die Attacke sei "fast eine Kriegshandlung", sagte Imam Tareq Oubrou. Der Anschlag reiche "an das heran, was der 11. September für die USA war". Er sei zwar eigentlich ein Gegner von Demonstrationen, fügte der Imam einer der größten französischen Städte hinzu. Doch nun rufe er die Muslime in Frankreich auf, "in Scharen auf die Straßen zu gehen und ihre Empörung zu zeigen". Er nannte den Angriff auf die Satire-Zeitschrift ein "monumentales Beben. Eine rote Linie wurde gebrochen. Der zivile Frieden ist bedroht. Muslime müssen ihre Wut zeigen."

+++ 22:21 Verdächtige sind identifiziert und lokalisiert +++
Wie die Zeitung "Libération" berichtet, habe das französische Innenministerium Berichte, wonach die drei Verdächtigen bereits festgenommen worden seien, dementiert. Die Behörde teilt demnach jedoch mit, die Verdächtigen seien identifiziert und man wisse auch, wo sie sich befänden.

+++ 21:53 Drei Männer zwischen 18 und 34 Jahren unter Verdacht +++
Bei den drei Verdächtigen soll es sich laut Polizei um einen 18-Jährigen, einen 32-Jährigen und einen 34-Jährigen handeln. Die beiden Älteren sollen Brüder sein und die französische Staatsbürgerschaft besitzen, der Status des Jüngeren ist offenbar unklar, er lebte in der Vergangenheit offenbar ohne festen Wohnsitz. Das berichten verschiedene französische Medien übereinstimmend.

Demnach sollen die drei Verdächtigen sich zuletzt in der nordfranzösischen Stadt Reims aufgehalten haben. Spezialeinsatzkräfte der Antiterroreinheit RAID sind offenbar vor Ort.

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(Foto: imago/Haytham Pictures)

+++ 21:35 Drei Verdächtige identifiziert +++
Wie die Zeitung "Le Monde" meldet, seien drei Verdächtige inzwischen identifiziert. Die Zeitung beruft sich dabei auf polizeiliche Quellen, die der Redaktion vorlägen.

+++ 21:15 Polizei hat mögliche Spur der Täter +++
Wie die französische Zeitung "Le Point" schreibt, untersucht die Polizei die Spur zweier Verdächtiger. Dabei soll es sich um zwei 32- und 34-jährige französisch-algerische Männer handeln, die im vergangenen Sommer aus Syrien wiedergekommen sein sollen.

Einer der beiden soll einer "Bruderschaft" beigetreten sein und wurde laut dem Wochenblatt im Jahr 2005 bereits einmal verhaftet, als er nach Damaskus ausreisen wollte. Laut "Le Point" soll die Organisation Personen für den Kampf im Irak angeworben haben. Ein dritter Verdächtiger ist möglicherweise ein 1996 geborener Obdachloser.

+++ 21:10 Iran verurteilt Anschlag +++
Auch der Iran hat das Attentat in Paris verurteilt. Terroranschläge gegen unschuldige Menschen hätten nichts mit dem Islam zu tun und seien daher inakzeptabel, sagte Außenamtssprecherin Marsieh Afcham in einer Presseerklärung. Gleichzeitig fügte sie jedoch hinzu, dass Beleidigung von Religion und religiösen Persönlichkeiten unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit genauso inakzeptabel sei.

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(Foto: AP)

+++ 21:00 Mehr als 100.000 Menschen in Frankreich gedenken der Opfer +++
Mehr als 100.000 Menschen haben am Abend in ganz Frankreich bei Trauerkundgebungen der zwölf Todesopfer des Anschlags gedacht. In der Hauptstadt versammelten sich auf dem Platz der Republik mehr als 35.000 Menschen, wie die Polizei mitteilte. In Lyon kamen laut Polizei bis zu 15.000 Menschen zusammen, ebenso im südfranzösischen Toulouse. In beiden Städten riefen Menschen "Charlie", in Toulouse wurden Stifte als Zeichen für die Meinungs- und Pressefreiheit hochgehalten. In Marseille im Süden Frankreichs gingen etwa 7000 Demonstranten auf die Straße. Im westfranzösischen Nantes versammelten sich etwa 5000 Menschen, darunter Ex-Premierminister Jean-Marc Ayrault. Vor der französischen Botschaft in Berlin kamen am Abend etwa 500 Demonstranten zusammen, um ihrer Solidarität mit den Opfern zu bekunden.

+++ 20:36 Wolinskis Tochter: "Papa ist weg, nicht Wolinski" +++
Ein bewegendes Foto hat die Tochter des ermordeten Karikaturisten Georges Wolinski über Instagram gesendet. Es zeigt den leeren Schreibtisch ihres Vaters mit den Worten "Papa ist weg, nicht Wolinski".

+++ 20:26 Papst Franziskus: "Gewalt ist niemals zu rechtfertigen" +++
Papst Franziskus hat das "grausame Attentat" entschieden verurteilt. Die Tat habe Tod gesät, die gesamte französische Gesellschaft in Trauer gestürzt und alle Menschen, die Frieden liebten, tief aufgewühlt, heißt es in einer Mitteilung des Vatikans vom Mittwochabend. "Was auch immer der Grund ist, tödliche Gewalt ist abscheulich und niemals zu rechtfertigen."

+++ 20:07 "Die Freiheit wird immer stärker sein als die Barbarei" +++
In seiner Rede an die Nation fordert Hollande die Franzosen auf, zusammenzustehen. Entschlossenheit müsse die Antwort auf das Verbrechen sei. "Die Freiheit wird immer stärker sein als die Barbarei", sagte Hollande.

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+++ 20:02 Hollande kündigt Staatstrauer an +++
Hollande sagte, er habe entschieden, dass der morgige Tag ein Volkstrauertag sei. Die Fahnen in der Republik würden für drei Tage auf Halbmast wehen, so Hollande.

+++ 20.00 Präsident Hollande spricht zur Nation +++
Präsident Hollande betont, wie stark das Magazin die Meinungsfreiheit verteidigt habe. Die Redakteure von "Charlie Hebdo" seien schließlich für die Freiheit gestorben.

+++ 19:51 FBI hilft bei Fahndung nach den Tätern +++
Die US-amerikanische Bundespolizei FBI hat den französischen Behörden zugesichert, sich an der Fahndung nach den Tätern zu beteiligen.

*Datenschutz

+++ 19:21 Pegida-Bewegung fühlt sich durch Anschlag bestätigt +++
Die Dresdner Pegida-Bewegung wertet die Terrorattacke von Paris als Bestätigung für ihre These vor einer angeblich drohenden Islamisierung Europas. "Die Islamisten, vor denen Pegida seit nunmehr 12 Wochen warnt, haben heute in Frankreich gezeigt, dass sie eben nicht demokratiefähig sind, sondern auf Gewalt und Tod als Lösung setzen! Unsere Politiker wollen uns aber das Gegenteil glauben machen", heißt es auf der Facebook-Seite der Bewegung.

+++ 18:50 Über 5000 Demonstranten auf dem Place de la Republique +++
Über 5000 Menschen haben sich auf dem Place de la Repuvlique in paris eingefunden, um ihre Verbundenheit mit "Charlie Hebdo" auszudrücken. Viele heben einen Stift nach oben, um für die Redefreiheit einzustehen. Weltweit finden derzeit dutzende Demonstrationen für "Charlie Hebdo" statt. In Lyon kamen 15.000 Menschen zusammen, im südfranzösischen Toulose waren es etwa 10.000.

+++ 18:44 Salman Rushdie: Jede Religion verdient Satire +++
Der britische Autor Salman Rushdie hat den Anschlag auf die Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" verurteilt. "Ich erkläre mich solidarisch mit 'Charlie Hebdo', so wie wir alle es tun sollten, um die Kunst der Satire zu verteidigen, die seit jeher im Dienst der Freiheit gegen die Tyrannei steht", sagte der Schriftsteller. "Religionen verdienen wie alle anderen Ideen Kritik, Satire und auch furchtlose Respektlosigkeit." Das Attentat in Paris bezeichnete Rushdie als das Ergebnis eines "religiösen Totalitarismus". In Verbindung mit modernen Waffen werde Religion "zu einer echten Bedrohung für unsere Freiheit".

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(Foto: Reuters)

+++ 18:31 Über 3000 Polizisten suchen nach den Tätern +++
Paris gleicht einer Hochsicherheitszone: über 3000 Polizisten, darunter Spezialeinheiten des Antiterrorkommandos "Raid" sind auf der Suche nach den Tätern. Die französische Zeitung "Le Figaro" meldet, dass viele Spezialkräfte in die Pariser Vorstadt Seine-Saint Denis entsendet wurden.

+++ 18:14 Stilles Gedenken vor französischer Botschaft in Berlin +++
Auf dem Pariser Platz vor der französischen Botschaft in Berlin haben sich Hunderte Menschen eingefunden, um den Opfern des Attentats zu gedenken.

+++ 18:04 Chefredakteur wollte lieber aufrecht sterben +++
"Ich habe keine Kinder, keine Frau, kein Auto, keinen Kredit. Es ist vielleicht ein wenig schwülstig, was ich jetzt sage, aber ich ziehe es vor, aufrecht zu sterben als auf Knien zu leben", sagte "Charlie-Hebdo"-Redaktionsleiter Stéphane Charbonnier alias Charb im September 2012 der französischen Zeitung "Le Monde".

+++ 17:44 Immer mehr muslimische Verbände verurteilen Attentat +++
Immer mehr muslimische Verbände in Deutschland haben den Terroranschlag auf "Charlie Hebdo" mit scharfen Worten verurteilt. "Dies ist ein feindlicher und menschenverachtender Akt gegen unsere freie Gesellschaft", teilte der Zentralrat der Muslime in Deutschland mit.

In keiner Religion gebe es auch nur einen Bruchteil einer Rechtfertigung für solche Taten, sagte der Zentralratsvorsitzende Aiman Mazyek. "Heute wurde nicht unser Prophet gerächt, sondern unser Glaube verraten und unsere muslimischen Werte in den tiefsten Dreck gezogen."

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(Foto: dpa)

Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB) wertet den Anschlag in einer Stellungnahme als "Angriff auf die Menschlichkeit". Dies sei niederträchtig und absolut inakzeptabel. Der Liberal-Islamische Bund distanzierte sich in einer Mitteilung ebenfalls von den Angriffen. "Gleich welchen Hintergrund dieses Verbrechen hat, so kann niemand das mit irgendeiner Ideologie oder Religion rechtfertigen". Die Meinungsfreiheit sei ein hoher Wert, den auch Muslime nicht beeinträchtigt wissen wollten.

Auch das Königreich Saudi-Arabien verurteilt den Anschlag in Paris. Der Angriff sei ein "feiger Terrorakt, der durch die Religion des Islam und alle anderen Religionen abgelehnt wird", sagte ein Sprecher des Königshaus.

+++ 17:32 Schwierige Zeiten für Muslime in Frankreich erwartet +++
Der Pariser Korrespondent des arabischen Fernsehsenders Al-Dschasira kämpft in seinem Bericht in den Nachrichten mit den Tränen. Während Bilder gezeigt werden, auf denen einer der Täter einen um Gnade flehenden Polizisten mit einem Kopfschuss ermordet, schildert Noureddine Bouziane, wie schwer die nahe Zukunft für Muslime in Frankreich werden wird. Bereits am Nachmittag hatten sich in mehreren Orten Frankreichs Anhänger der rechtsextremen "Front National" zu Demonstrationen versammelt.

+++ 17:14 AfD-Politiker sieht in Attentat Rechtfertigung für Pegida +++
Der stellvertretende Bundesvorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD), Alexander Gauland, interpretiert den Anschlag auf die Redaktion von "Charlie Hebdo" als Rechtfertigung für die Anti-Islam-Bewegung Pegida. "All diejenigen, die bisher die Sorgen der Menschen vor einer drohenden Gefahr durch Islamismus ignoriert oder verlacht haben, werden durch diese Bluttat Lügen gestraft", sagte Gauland. Der tödliche Angriff auf die Redaktion des französischen Satiremagazins sei ein Anschlag auf Demokratie, Meinungs- und Pressefreiheit.

+++ 16:59 Immer mehr Kundgebungen für "Charlie Hebdo" +++

In vielen Städten auf der ganzen Welt sollen noch heute Kundgebungen für "Charlie Hebdo" und zum Gedenken an die Opfer des Attentas stattfinden. Die französische Tageszeitung "Le Monde" hat eine Karte mit den Standorten aller Demonstrationen veröffentlicht.

+++ 16:37 Zeitungsredaktion in Spanien evakuiert +++
Wegen Bombenalarms ist die Redaktion der Zeitung "El Pais" in Madrid evakuiert worden. Es handelte sich allerdings um einen falschen Alarm. Das Gebäude sei geräumt worden, nachdem ein verdächtiges Paket am Eingang entdeckt worden war, berichteten Zeitungsmitarbeiter am Mittwoch.  Die Polizei habe das Paket untersucht und nach rund einer Stunde Entwarnung gegeben, teilte das Blatt mit.

Bei der für ihre Mohammed-Karikaturen bekannten dänischen Zeitung "Jyllands-Posten" sind die Sicherheitsvorkehrungen verschärft worden. "Die Überwachung und das Sicherheitsniveau in und um unsere Büros in Kopenhagen und Viby wurden erhöht", hieß es in einer internen Mitteilung, die von der Zeitung "Berlingske" veröffentlicht wurde. "Wir verfolgen die Situation um den Anschlag auf 'Charlie Hebdo' sehr genau", teilte die Geschäftsführung mit.

+++ 16:27 Täter sagten, sie gehören zu Al-Kaida +++

Die Täter des Terroranschlags von Paris waren möglicherweise Franzosen. "Sie sprachen perfekt Französisch", sagte die Augenzeugin und Zeichnerin Corinne Rey, der Zeitung "l'Humanité". Dabei hätten die Täter behauptet, zur Terrororganisation Al-Kaida zu gehören. Rey berichtete, sie habe sich unter einem Schreibtisch in Deckung gebracht. Der Überfall habe etwa fünf Minuten gedauert. Nach dem Anschlag riefen die Terroristen mehrfach "Gott ist groß". Nach Augenzeugenberichten sollen sie zudem "Wir haben den Propheten gerächt" gerufen haben.

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(Foto: dpa)

+++ 16:17 Belgien und Italien verschärfen Sicherheitsvorkehrungen +++
Die Regierungen Belgiens und Italiens haben Krisensitzungen mit Terrorismusexperten einberufen. Italien erhöht die Zahl von Sicherheitskräften vor Einrichtungen wie Presseredaktionen. In Deutschland gebe es keine Hinweise auf Anschlagsplanungen dieser Art, teilt Bundesinneminister Thomas de Maizière mit: "Wir haben keinen konkreten Hinweis auf vergleichbare Anschlagsplanungen in Deutschland". Dennoch betonte er: "Wir sind ein gemeinsamer Raum demokratischer Werte." Deshalb bestehe auch eine gemeinsame Gefährdung. Es gebe Grund zur Sorge und Vorsorge, "aber nicht zur Panik".  

+++ 16:08 Europaweite Demonstrationen für "Charlie Hebdo" +++
In vielen europäischen Metropolen wird noch heute zu Kundgebungen zur Unterstützung der "Charlie Hebdo" aufgerufen. So etwa in Berlin um 18 Uhr am Pariser Platz, in Brüssel um 19 Uhr am Place de Luxembourg, in London um 18 Uhr am Trafalgar Square oder in Paris am Place de la Republique um 18 Uhr. Allein in Frankreich wurden bisher Demonstrationen in fast 40 Städten angemeldet.

+++ 15:58 Leibwächter von Charb unter den Opfern +++
Unter den Ermordeten ist nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa auch der Leibwächter des Chefredakteurs Stéphane Charbonnier alias "Charb". Er wurde ihm von der Polizei zur Seite gestellt, weil das Blatt schon in der Vergangenheit massiv bedroht wurde.

+++ 15:45 #jesuischarlie: Das Netz nimmt Anteil +++
Unter #jesuischarlie nimmt die Netzgemeinschaft Anteil am Schicksal der brutal ermordeten Journalisten.

+++ 15:35 Innenminister spricht von drei Tätern +++
Im Gegensatz zu früheren Angaben über die Anzahl der Täter, spricht der französische Innenminister inzwischen von drei Angreifern.

+++ 15:28 "Charlie Hebdo" twitterte fast zeitgleich zu Anschlag +++
Fast zeitgleich mit dem Anschlag auf die Redaktionsräume von "Charlie Hebdo" setzte die Redaktion noch einen Tweet mit einer Karikatur des IS-Anführers Abu Bakr al-Baghdadi ab. Der Text des Tweets lautet übersetzt: "Beste Wünsche übrigens." Der gezeichnete IS-Anführer sagt in der Zeichnung: "Und vor allem Gesundheit."

+++ 15:15 Hollande: "Akt außerordentlicher Barbarei" +++
Frankreichs Präsident Francois Hollande verurteilt den Anschlag als "Akt außerordentlicher Barbarei". Es sei Anschlag gegen Journalisten, die immer zeigen wollten, dass sie in Frankreich frei arbeiten und frei ihre Meinung sagen können. Auch der französische Rat des muslimischen Glaubens reagiert geschockt und verurteilte die Tat im Namen "der Muslime Frankreichs". Es sei ein Akt gegen Demokratie und Pressefreiheit, so die muslimische Organisation. Auch die den islamistischen Muslimbrüdern nahestehende Union der islamischen Organisationen Frankreichs (UOIF) kritisierte den "kriminellen Angriff und diese schrecklichen Morde".

+++ 15:00 Behörden sprechen von intensiver Vorbereitung +++
Die französischen Behörden bezeichnen das Attentat als Kommando-Aktion. Die Bewaffnung, Brutalität und das organisierte Vorgehen der Attentäter lasse auf eine intensive Vorbereitung der Täter schließen.

+++ 14:49 Vier Zeichner von Überlebendem identifiziert +++
Der Tod der vier Zeichner Charb, Cabu, Wolinski und Tignous wurde nun von der Staatsanwaltschaft bestätigt. Ein Überlebender des Anschlags hat die vier Männer identifiziert.

+++ 14:25 Vier Karikaturisten sollen ermordet worden sein +++
Die französische Zeitung "Le Monde" berichtet, dass vier Cartoonisten des Satire-Blatts, Charb, Cabu, Wolinski und Tignous, unter den Ermordeten seien sollen. Charb war der Chefredakteur der Zeitung.

+++ 14:02 Mohammed-Cartoonist soll unter den Toten sein +++
AFP berichtet, dass der Cartoonist Cabu unter den Toten sein soll. Er hatte 2011 die Mohammed-Karikaturen gezeichnet, die damals den Zorn frommer Muslime auf das Magazin "Charlie Hebdo" zogen. Cabu wäre in wenigen Tagen 76 Jahre alt geworden.

+++ 13:53 Täter exekutieren Mann auf der Straße +++
Kurz vor ihrer Flucht in einem schwarzen Citroen erschießen die Attentäter noch einen Mann auf offener Straße. Ein Video der Tat, von einem Dach aus aufgenommen, kursiert im Netz. Als der Mann schon angeschossen auf dem Boden liegt und um Gnade fleht, schießt ihm einer der Attentäter in den Kopf. Anschließend fahren die Täter davon.

+++ 13:29 Zahl der Toten erhöht sich auf zwölf +++
Die Ermittler in Paris korrigieren die Zahl der Toten auf zwölf. Das meldet die Agentur AP. Unter den Toten soll mindestens ein Polizist sein.

+++ 13:25 Amateurvideo: Attentäter rufen "Allahu Akbar" +++
Ein Video, das zufällige Zeugen von einem Dach aus gedreht haben, zeigt wie die Attentäter das Zeitungsgebäude stürmen. In die leere Straße hinein brüllen sie "Allahu Akbar" (Gott ist groß). Nach Augenzeugenberichten sollen sie bei dem Überfall außerdem gerufen haben: "Wir haben den Propheten gerächt."

*Datenschutz

+++ 13:15 Offenbar vier Verletzte in Lebensgefahr +++
Nach Angaben von Präsident François Hollande schweben vier der Verletzten des Anschlags bei Charlie Hebdo in Lebensgefahr. Laut französischem Fernsehen dauerte das Massaker 20 Minuten.

+++ 13:05 Frankreich ruft Terrorwarnstufe aus +++
Die französische Regierung hat die höchste Terrorwarnstufe für den Großraum Paris ausgerufen. Der Anti-Terror-Plan sei auf die Stufe "Anschlagsalarm" angehoben worden, hieß es am Sitz von Premierminister Manuel Valls.

+++ 12:57 Hollande bezeichnet Angriff als Terroranschlag +++
Frankreichs Präsident François Hollande bezeichnet den Angriff auf die Redaktion als Terroranschlag. "Daran gibt es keinen Zweifel", sagte der Präsident, als er den Ort der Bluttat im elften Arrondissement von Paris besuchte. Die Regierung will um 14 Uhr zu einer Krisensitzung zusammenkommen.

+++ 12:44 Agentur AFP spricht von mindestens elf Toten +++
Die beiden schwer bewaffneten Angreifer haben nach Angaben von AFP mindestens elf Menschen getötet. Die Täter sind flüchtig und haben bei ihrer Flucht einen Polizisten angeschossen und später einen Fußgänger überfahren.

Quelle: n-tv.de, mmo/nsc/bdk/dpa/AFP/rts