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Johnson holt Raab, Javid, Patel Drei Hardliner bekommen Ministerposten

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Auf ein Neues: Johnson und sein neuer Außenminister Dominic Raab im Juni.

(Foto: imago images / i Images)

Alles neu in London: Nach dem Rückzug von Theresa May bekommen die Briten einen neuen Premier. Der krempelt noch am Tag der Amtseinführung seine Regierung um. Im Kabinett Johnson übernehmen die Hardliner.

Der neue britische Premierminister Boris Johnson hat den früheren Brexit-Minister Dominic Raab zu seinem Außenminister ernannt. Raab soll die Nachfolge des kurz zuvor entlassenen Chefdiplomaten Jeremy Hunt übernehmen, teilte die Regierung in London mit. Raab war im November als Brexit-Minister zurückgetreten, weil er den Kurs der damaligen Premierministerin Theresa May in den Brexit-Verhandlungen mit der EU als zu nachgiebig empfand.

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Ex-Banker wird Finanzminister: Sajid Javid beerbt Philip Hammond als Schatzkanzler.

(Foto: imago images / ZUMA Press)

Außerdem soll Ex-Innenminister Sajid Javid künftig Finanzminister werden. Der Ex-Banker übernehme den Posten von Philip Hammond, hieß es in London. Hammond hatte kurz vor Johnsons Amtsantritt seinen Rücktritt erklärt und dies mit dessen Entschlossenheit begründet, Großbritannien bis zum 31. Oktober wenn nötig auch ohne Brexit-Abkommen aus der EU zu führen.

Ex-Entwicklungsministerin Priti Patel erhielt das Innenministerium. Patel war im November 2017 zurückgetreten, nachdem bekannt geworden war, dass sie sich ohne Absprache im Israel-Urlaub mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu getroffen hatte.

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Johnsons neue Innenministerin: Priti Patel.

(Foto: REUTERS)

Die 47-Jährige ist eine große Brexit-Anhängerin und zählt zum rechten Tory-Flügel. Vorab war bereits bekannt geworden, dass Johnson den Strategen der Brexit-Kampagne, Dominic Cummings, als hochrangigen Berater in sein Team berief.

Johnsons Ankunft im Buckingham-Palast verzögerte sich um eine knappe Minute, weil Anhänger der Umweltschutzorganisation Greenpeace dem Auto-Konvoi den Weg versperrten, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen. Später gingen in London hunderte Menschen gegen den neuen Premierminister auf die Straße. Am Donnerstag erwarten Johnson weitere Proteste: Die oppositionelle Labour-Partei rief für den Abend zu einer Demonstration für Neuwahlen auf.

Bundeskanzlerin Angela Merkel wünschte Johnson "eine glückliche Hand und viel Erfolg zum Wohl" Großbritanniens. EU-Ratspräsident Donald Tusk gratulierte dem Brexit-Hardliner im Namen des Europäischen Rates zur Ernennung. "Ich freue mich darauf, unsere Zusammenarbeit bei einem Treffen detailliert zu besprechen", teilte er mit.

Quelle: n-tv.de, mau/AFP/dpa

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