Politik

"Iran und Irak meiden" EU-Flugsicherheit warnt vor Überflügen

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Überflug vermeiden: Luftraum über dem Mittleren Osten.

(Foto: imago images / Panthermedia)

Nach dem Boeing-Abschuss durch die Revolutionsgarden sollten europäische Fluglinien den Luftraum über dem Iran meiden und auch dem Irak nicht überfliegen. Das empfiehlt die Europäische Flugsicherheit und betont, das sei eine reine Vorsichtsmaßnahme.

Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) rät den europäischen Fluggesellschaften nach dem Abschuss einer ukrainischen Passagiermaschine durch die Revolutionsgarden "bis auf Weiteres" von Flügen über den Iran ab. Auf der Grundlage aller verfügbaren Informationen und der derzeitigen Sicherheitslage laute die Empfehlung, "dass der Überflug über den Iran in allen Flughöhen bis auf Weiteres vermieden werden sollte", erklärte die EASA. Dabei handele es sich um eine "Vorsichtsmaßnahme".

Die EASA empfiehlt nach eigenen Angaben weiterhin, auch Flüge über den Irak zu vermeiden. Es handele sich aber um eine "sehr dynamische Situation", erklärte die EU-Flugsicherheitsbehörde. Sie werde die Lage daher Anfang kommender Woche zusammen mit der EU-Kommission und den Mitgliedstaaten neu beurteilen.

Der Iran hatte nach tagelangem Leugnen den versehentlichen Abschuss des ukrainischen Passagierflugzeugs mit 176 Menschen an Bord eingeräumt. Nach Angaben aus Teheran wurde die Maschine irrtümlich für ein feindliches Objekt gehalten und mit einer Rakete abgeschossen. Bei den Opfern handelte es sich vor allem um iranischstämmige Kanadier, Afghanen, Briten, Schweden und Ukrainer.

Der Abschuss der ukrainischen Maschine erfolgte am Mittwochmorgen inmitten heftiger Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Die US-Armee hatte zuvor den iranischen Top-General Ghassem Soleimani mit einer Drohne im Irak getötet. Der Iran antwortete darauf in der Nacht zum Mittwoch mit Raketenangriffen auf zwei von US-Soldaten genutzte Militärstützpunkte im Irak. Kurz darauf stürzte in der Nähe von Teheran die ukrainische Passagiermaschine ab. Die Führung in Teheran hielt drei Tage lang an der Version fest, die Boeing habe einen technischen Defekt gehabt, der zum Absturz führte.

Quelle: ntv.de, mau/AFP