Politik

Streit um Glyphosat EU-Staaten schaffen keine Einigung

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Glyphosat steht im Verdacht, Krebs zu erregen.

(Foto: dpa)

Kakophonie in der EU hinsichtlich des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat: Weil die Mitgliedstaaten sich nicht auf eine Verlängerung der Zulassung einigen können, soll nun eine Entscheidung in einem Vermittlungsausschuss gefunden werden.

Die EU-Länder haben sich vorerst nicht auf eine Verlängerung der Zulassung des Unkrautvernichters Glyphosat in Europa geeinigt. Bei einer Abstimmung unter Vertretern der Staaten in Brüssel fehlte dafür die nötige Mehrheit, wie EU-Diplomaten bestätigten.

Nun soll die Problematik in einem Vermittlungsausschuss geklärt werden. Falls dieser wiederum ohne Ergebnis bleibt, entscheidet die EU-Kommission. Die geltende Zulassung des weit verbreiteten Herbizids läuft Ende des Monats aus.

Deutschland hatte zuvor angekündigt, sich zu enthalten. Die Bundesregierung ist in der Frage gespalten. Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Unionsparteien möchten, dass Glyphosat weiter zum Einsatz kommt.

Die SPD-Minister lehnen dies bis auf weiteres ab und verweisen auf mögliche Gesundheitsgefahren. Das sozialdemokratisch geführte Bundesumweltministerium hatte erklärt, nationale Beschränkungen könnten zu Wettbewerbsverzerrungen zwischen den Staaten führen.

Glyphosat steht im Verdacht, Krebs zu erregen. Die Substanz ist der weltweit am meisten eingesetzte Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln. In Deutschland kommt er auf rund 40 Prozent der Felder zum Einsatz.

Quelle: ntv.de, wne/dpa