Politik
Die Queen empfing den Präsidenten und dessen Frau auf Schloss Windsor.
Die Queen empfing den Präsidenten und dessen Frau auf Schloss Windsor.(Foto: AP)
Freitag, 13. Juli 2018

Präsident lässt die Queen warten: Elizabeth II. empfängt Trump

Nach politischen Gesprächen wird US-Präsident Trump in Großbritannien von der Queen empfangen. Er lässt sie zwar etwas warten, bekommt aber trotzdem militärische Ehren. Währenddessen werden in London Zehntausende Demonstranten sehr laut.

Queen Elizabeth II. hat US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania auf Schloss Windsor empfangen. Die 92 Jahre alte Monarchin begrüßte die beiden mit militärischen Ehren im Innenhof des Palasts. Sie hatte zunächst mehrere Minuten lang dort gewartet, was für Verwirrung sorgte. Tatsächlich war die Queen aber 12 Minuten zu früh im Hof erschienen. Trump stieg dann wie geplant gegen 17.00 Uhr aus seinem Wagen.

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Die Queen lächelte, als sie dem US-Präsidenten und der First Lady die Hände schüttelte. Sie trug einen königsblauen Mantel mit passendem Hut. Unter ihrem Arm klemmte eine schwarze Handtasche. Trump erschien in einem blauen Anzug mit gestreifter Krawatte. First Lady Melania trug ein crèmefarbenes Kostüm. Rotuniformierte Gardisten spielten die amerikanische Nationalhymne.

Anschließend zog sich die Monarchin mit ihren Gästen zum Tee zurück. Nach knapp einer Stunde verließen die Trumps das Schloss wieder. Trump hält sich derzeit für mehrere Tage in Großbritannien auf. Ursprünglich hatte Premierministerin Theresa May ihn zu einem Staatsbesuch im Namen der Queen eingeladen. Das stieß aber auf heftigen Widerstand in Großbritannien. Knapp 1,9 Millionen Menschen unterzeichneten eine Petition, um den Besuch herabzustufen, weil er "die Queen in Verlegenheit bringen würde".

"No fascist USA"

Zehntausende Menschen demonstrierten nun in London gegen Trumps Besuch. "Donald Trump ist nicht willkommen", skandierten die Teilnehmer, die über die Oxford Street zum Trafalgar Square liefen. Andere sich reimende Parolen lauteten "No Trump, no KKK, no fascist USA" (Kein Trump, kein rassistischer Ku-Klux-Klan, keine faschistische USA). Einige Demonstranten schlugen auf Töpfe und Pfannen ein, andere spielten Trompete oder andere Instrumente, viele hielten orange Luftballons mit der Aufschrift "Stop Trump".

Anderswo in London ließen Demonstranten einen riesigen Ballon in Form eines Trump-Babys mit Windeln über der Menge schweben. Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan, der seine Teilnahme an der Demonstration ankündigte, hatte zuvor die Genehmigung dieses satirischen Protests gegen den US-Präsidenten verteidigt.

Der Labour-Politiker erklärte zugleich, dass die Demonstration alles andere als antiamerikanisch sei. "Die meisten, die demonstrieren werden, lieben die USA, so wie ich", sagte er. Aber eine besondere Beziehung zu unterhalten, bedeute auch zu sagen, wenn "wichtige Werte in Gefahr" seien, fügte er in Anspielung auf das spezielle Verhältnis zwischen USA und Großbritannien hinzu.

Quelle: n-tv.de