Politik

CDU muss bangenAfD liegt in MV knapp vor Schwesigs SPD

20.09.2026, 18:00 Uhr
00:00 / 00:12
620442136
Leif-Erik Holm (r.), Ministerpräsidentenkandidat der AfD und Tino Chrupalla (l.), AfD-Bundesvorsitzender. (Foto: picture alliance/dpa)

Enges Rennen in Mecklenburg-Vorpommern: Hochrechnungen sehen die AfD vor Manuela Schwesigs SPD. Für die CDU könnte es knapp werden. AfD-Chef Chrupalla feiert ein "sensationelles Ergebnis" und sieht den Regierungsauftrag bei seiner Partei. Schwesig zieht trotz Verlusten ein positives Fazit.

Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD knapp vor der SPD. Nach den Hochrechnungen von ARD und ZDF muss die CDU um den Wiedereinzug in den Landtag bangen. 

Die AfD mit Ministerpräsidenten-Kandidat Leif-Erik Holm und dem Spitzenkandidaten Enrico Schult kommt laut Hochrechnung von 18:51 Uhr auf 37,3 bis 37,8 Prozent. Sie kann ihr Ergebnis mehr als verdoppeln (2021: 16,7 Prozent). Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig liegt nach einer Aufholjagd in den vergangenen Wochen bei 35,5 bis 36,3 Prozent (2021: 39,6 Prozent).

Die CDU stürzt auf ihr bundesweit schwächstes Landtagswahlergebnis seit Gründung der Bundesrepublik. Mit 5,1 bis 5,3 Prozent könnte sie erstmals in ihrer Geschichte den Einzug in den Landtag verpassen (2021: 13,3 Prozent).

Die Linke steht bei 6,2 bis 7,5 Prozent (2021: 9,9 Prozent). Unsicher ist, ob die Grünen mit 5,5 Prozent (2021: 6,3 Prozent) den Einzug in den Landtag schaffen. Auch das BSW zittert mit 4,8 bis 5,0 Prozent. Die FDP fliegt mit 1,0 bis 1,2 Prozent (5,8 Prozent) aus dem Landtag.

Chrupalla sieht Regierungsauftrag für AfD

AfD-Chef Tino Chrupalla kommentierte das Abschneiden seiner Partei bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern mit Begeisterung. Dies sei ein "sensationelles Ergebnis", sagte der Co-Parteivorsitzende der AfD nach der Veröffentlichung der Prognosen. Die Wähler hätten der AfD "ganz klar den Regierungsauftrag" gegeben. Er hoffe zudem auf einen Rücktritt von Bundeskanzler Friedrich Merz nach den Verlusten seiner Partei in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Das wäre für Deutschland "eine Erleichterung", sagte er.

Merz zeigte sich erschüttert. "Es ist ein Desaster", sagte er in Berlin zur Wahl in Mecklenburg-Vorpommern nach Schließung der Wahllokale. Im Land Berlin sei der Ausgang dagegen anders. Die CDU habe dort keinen Rückenwind von der Bundesregierung bekommen. Es gebe in Deutschland keinen Weg zurück. Das Land müsse für die Zukunft fit gemacht werden. Trotz der schlechten Ergebnisse will der Kanzler im Amt bleiben und den eingeschlagenen Reformkurs fortsetzen. "Ich möchte unser Land voranbringen", sagte er. "Die Reformen müssen kommen."

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Schwesig zog trotz der Verluste ihrer Partei ein positives Fazit. Vor einem Jahr habe die SPD in den Umfragen nur bei 19 Prozent gelegen, sagte Schwesig auf der Wahlparty der Sozialdemokraten in Schwerin. Danach habe sie aber den Kampf aufgenommen. "Was für eine Aufholjagd", sagte Schwesig. Schwesig sagte, sie habe von Anfang an geglaubt, dass eine solche Aufholjagd möglich sei und dass die SPD der AfD etwas entgegensetzen könne. Mit Inhalt, mit Personen und mit Klarheit sei dies gelungen. "Das ist eine Teamleistung", sagte die Ministerpräsidentin. 

Quelle: ntv.de, uzh/dpa

Landtagswahlen Mecklenburg-VorpommernFDPCDUAfDBündnis 90/Die GrünenManuela SchwesigSchwerinSPDBSWMecklenburg-Vorpommern