Politik

Bosbach bei "Klamroths Konter" "Es wird keine Revolution geben"

Auf ihrem anstehende Parteitag wird die CDU keine Gelegenheit bieten, ihre Personalquerelen öffentlich zur Schau zu stellen. Dessen ist sich der frühere Unionsfraktionschef Bosbach sicher. Die Machtfrage wird nicht gestellt. Merz werde AKK den Rücken stärken.

Kommt es beim CDU-Parteitag Ende der Woche zum großen Showdown zwischen CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer und ihren Kritikern? Der frühere stellvertretende CDU-Fraktionschef Wolfgang Bosbach ist sich sicher, dass die offene Feldschlacht ausfällt. "Das wird ein an Harmonie nicht zu überbietender Parteitag sein", sagt er bei "Klamroths Konter". "Es wird keine Revolution geben, es wird nicht die Machtfrage gestellt." Zuletzt hatte AKK im Präsidium mit teils heftigem Gegenwind zu kämpfen. Als Gegner wird dabei vor allem immer Friedrich Merz genannt, der im Ringen um den Parteivorsitz vor einem Jahr den Kürzeren gezogen hatte.

Er glaube, "dass Friedrich Merz gut beraten ist zu sagen, es geht nicht darum, Annegret Kramp-Karrenbauer in Frage zu stellen, sondern ihr zu helfen", sagt der ehemalige Innenexperte Bosbach. "Friedrich Merz wird eine sehr staatstragende Rede halten." Eine "inhaltlich und rhetorisch" gute Rede und "der Parteivorsitzenden den Rücken stärken".

Klamroths Konter

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Allerdings wird auch die Kanzlerkandidaten-Frage nicht beim Parteitreffen in Leipzig geklärt werden. "Wenn wir jetzt wieder Personalien diskutieren, erwecken wir beim Publikum nur den Eindruck, in erster Linie geht es um Personen und Pöstchen, und nicht um Inhalte", sagt er. Und wie sollte sich AKK verhalten? Sollte sie auf dem Parteitag Merz als Kanzlerkandiat vorschlagen? Nein, und zwar "schon deshalb nicht, weil sich die Frage im Moment überhaupt nicht stellt". Die Union sollte diese "erst entscheiden, wenn sie entschieden werden muss".

Auf eine Personalie wollte sich der 67-Jährige indes nicht festlegen. Auf die Frage, ob Kramp-Karrenbauer denn das Amt ausfüllen könne, sagte er: "Ja, genauso wie drei, vier andere aus der Union auch." Es sei schwierig für AKK, einen eigenen Stil zu entwickeln, ohne sich von der Kanzlerin zu distanzieren.

"Meinungsvielfalt" statt Spaltung der Partei

Angesprochen auf seine Rolle als Querkopf in der Union, sagt Bosbach, dass dies in dem Moment angefangen habe, "als ich bei meiner Meinung geblieben bin". Auch halte er an seinen Ansichten "nicht aus Bockigkeit" fest, "sondern aus Überzeugung". Ihm sagten viele in der Partei, es sei gut, dass es noch die Merzens, die Kochs, die Stoibers und Bosbachs gebe. Mit Blick auf die Wahlergebnisse, die er erzielt habe, habe er nicht das Gefühl, dass er mit seiner "Art Politik zu machen, inhaltlich oder stilistisch so viel falsch mache".

Zudem sehe er keine Spaltung der Partei, sondern vielmehr eine "Meinungsvielfalt, die der Partei gut tut". Schon früher habe es "oft leidenschaftliche kontroverse Debatten" gegeben, "die uns am Ende nicht geschadet haben". Es würde hingegen der Partei schaden, "wenn bestimmte Meinungen in der Union überhaupt nicht mehr geduldet werden", sagt er weiter.

Die Sendung "Klamroths Konter" läuft heute Abend um 23.30 bei n-tv und wird am morgigen Mittwoch um 17.30 Uhr wiederholt. Sie ist zudem bei TV NOW abrufbar.

Quelle: n-tv.de, jwu