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Zeltlager und Häuser in Brand Flüchtlinge randalieren auf Chios

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Eines der Zelte im Auffanglager "Souda" auf Chios vor den Ausschreitungen.

(Foto: REUTERS)

Auf der griechischen Insel Chios stecken Tausende Flüchtlinge fest. In dem völlig überfüllten Flüchtlingslager liegen bei vielen die Nerven blank. Eine Gruppe Migranten setzt das Lager mit Feuerwerkskörpern in Brand.

Auf der Ägäisinsel Chios ist es erneut zu schweren Ausschreitungen von Migranten gekommen. Wie "Politis" online berichtete, hatte eine Gruppe von Migranten am späten Mittwochabend ein Geschäft mit Feuerwerkskörpern geplündert und diese anschließend im Auffanglager "Souda" abgefeuert. Dort brannte im Verlauf der Nacht erneut ein Gutteil der Ausstattung ab.

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Die Feuerwerkskörper wurden demnach auch auf Häuser in der Nachbarschaft geworfen, die Szenerie habe einer Belagerung geglichen. Bewohner eilten in Panik auf die Straßen, die Bereitschaftspolizei rückte an, die Migranten warfen mit Steinen. Es gab mehrere Festnahmen.

Außerdem zerstörten aufgebrachte Migranten Berichten zufolge Zelte und Wohncontainer-Büros humanitärer Organisationen. Bei den Ausschreitungen sollen mindestens zwei Menschen verletzt worden sein. Allerdings gibt es darüber in den Berichten unterschiedliche Angaben. Die Polizei habe starke Einheiten eingesetzt, um die Randalierer daran zu hindern, das ganze Zeltlager zu zerstören, sagte ein Reporter vor Ort.

Angaben von Flüchtlingshelfern vor Ort waren Provokationen und gewaltsame Übergriffe von 60 bis 80 Neonazis der "Goldenen Morgenröte" vorangegangen. Demnach seien die Flüchtlinge mit Eisenstangen und Felsbrocken bedroht worden. Die Polizei habe nicht eingegriffen, so heißt es.

Die Registrierzentren (Hotspots) auf den Inseln der Ostägäis sind überfüllt. Allein auf Chios harren knapp 4200 Migranten aus. Die Flüchtlingslager können aber nur 1100 Menschen aufnehmen. Die Flüchtlinge auf Chios sollen im Rahmen des Flüchtlingspakts der EU mit der Türkei in die Türkei zurückgeschickt werden. Zuvor dürfen sie Asyl beantragen. Die Bearbeitung der Asylanträge geht wegen Personalmangels nur mühsam voran. Die Migranten sind frustriert. Es kommt immer wieder zu Streitigkeiten und Randale.

Ein Inselbewohner beschwerte sich am Donnerstagmorgen im griechischen Fernsehsender Skai, es könne nicht sein, dass die Ostägäisinseln mehr als 15.000 Flüchtlinge beherbergten und dass dies die Vereinbarung der griechischen Regierung mit der EU sei.

Quelle: n-tv.de, hul/dpa

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