Politik

Spekulationen über Militärintervention Greift die Türkei in Syrien ein?

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Teil der Nato: Türkische Truppen beim Exerzieren.

(Foto: REUTERS)

Gerüchte, dass Ankara militärisch in den Syrienkonflikt eingreifen könnte, machen in der Türkei die Runde. Angeblich plant die Regierung, das Land in fünf Zonen aufzuteilen, Flüchtlingsströme zu unterbinden und PKK-Kämpfer auszuschalten. Völlig haltlos sind die Spekulationen nicht. Ankara bestätigt, dass es derartige Pläne gibt - nicht aber, dass die Türkei sie auch umsetzt.

Türkische Medien verbreiten neue Spekulationen über eine bevorstehende Militärintervention Ankaras in Syrien. Angeblich will die Regierung des Nato-Mitglieds fünf "Sicherheitszonen" auf syrischem Gebiet einrichten. Sie sollen sich von der türkischen Grenze aus rund 20 Kilometer tief ins Land entlang der wichtigsten Verbindungsstraßen erstrecken. Das berichtet zumindest die Zeitung "Cumhuriyet" unter Berufung auf Regierungskreise.

Das Blatt veröffentlichte seine Berichte ausgerechnet vor dem Besuch von US-Außenministerin Hillary Clinton in Istanbul. Die Chefdiplomatin der Vereinigten Staaten will am Samstag mit der türkischen Regierung das weitere Vorgehen in dem Konflikt abstimmen. US-Präsident Barack Obama und Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatten erst vor wenigen Tagen am Telefon über die Vorbereitungen auf eine neue Ära in Syrien nach einem Sturz der Regierung von Baschar al-Assad gesprochen.

Flüchlingsstrom könnte Eingreifen auslösen

Die Spekulationen sind nicht völlig haltlos: Ankara räumt ausdrücklich ein, dass es derartige Pläne gibt. Allerdings ist es laut der Regierung noch völlig offen, ob die Türkei sie auch umsetzt. Die türkische Militärpräsenz an der Grenze verstärkte sich zuletzt zumindest schon einmal. Ankara brachte etliche zusätzliche Einheiten in Stellung.

Regierungspolitiker skizzierten auch schon mögliche Szenarien für eine türkische Intervention. Dazu zählen im Norden Syriens. Aber auch ein großer Flüchtlingsansturm aus der nur 50 Kilometer südlich der türkischen Grenze gelegenen Wirtschaftsmetropole Aleppo könnte den Ausschlag für eine Intervention geben.

Aleppo ist derzeit die am heftigsten umkämpfte Stadt des Landes. Die Schlacht um die Metropole gilt als entscheidend für den Machterhalt von Syriens Präsident al-Assad.

Oppositionelle berichteten am Freitag erneut von schweren Gefechten im strategisch wichtigen Viertel Salaheddin. "Wir kämpfen weiter um Salaheddin, weil wir diesen Bezirk nicht aufgeben werden", hieß es. Zuletzt musste die Freie Syrische Armee das Viertel angesichts einer Übermacht der Regierungstruppen räumen.

Die Kämpfe in Syrien trieben schon rund Ihre Zahl hat sich seit Mai verdoppelt. Auch die Aktivitäten der PKK nahmen im Norden zu. Ankara wirft dem Assad-Regime vor, den Norden Syriens der als Terrororganisation eingestuften Gruppe zu überlassen, sie gar mit Waffen auszustatten, um die sunnitischen syrischen Rebellen zu schwächen.

Quelle: n-tv.de, ieh/AFP