Politik

Schlechtester Wert des Jahres Grüne erleiden Schwächeanfall

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Ernste Mienen, schlechte Aussichten für Rot-Grün: Bei den Spitzenpolitikern der Grünen herrscht vier Monate vor der Wahl nur wenig Optimismus.

(Foto: picture alliance / dpa)

SPD und Grüne wollen im Herbst die Regierung Merkel ablösen. Die Umfragen machen beiden Parteien aber wenig Hoffnung. Als Ursache galt bisher vor allem die Schwäche von Kanzlerkandidat Steinbrück. Doch jetzt geben den rot-grünen Wahlkämpfern plötzlich auch die Werte der Grünen Anlass zur Sorge.

Das Wahlprogramm der Grünen kommt bei den Wählern offenbar nicht gut an. Wie schon in der Vorwoche rutscht die Partei im "Stern"-RTL-Wahltrend von Forsa um einen Punkt ab und erreicht nur noch 13 Prozent. Damit stehen die Grünen so schlecht da wie noch nie in diesem Jahr. Erst vor drei Wochen hatte die Partei ihr Wahlprogramm mit steuerlichen Mehrbelastungen für die Mittelschicht und Wohlhabende verabschiedet.

Die Aussichten für Rot-Grün sind im Vergleich zur Vorwoche unverändert. Während die Grünen verlieren, legt die SPD im "Stern"-RTL-Wahltrend um einen Punkt zu und steht derzeit bei 24 Prozent. Für eine gemeinsame Koalition reicht das nicht. Zusammen kommen beide Parteien vier Monate vor der Bundestagswahl nur auf 37 Prozent.

CDU und CSU befreien sich unterdessen aus ihrer Mini-Krise und kommen auf 41 Prozent, das ist ein Punkt mehr als in der Vorwoche. Dazu gibt es in der Union einen weiteren Grund zur Zuversicht. In der Kanzlerpräferenz scheint das Duell zwischen Peer Steinbrück und Angela Merkel längst entschieden. Der SPD-Kanzlerkandidat legt zwar um einen Punkt zu auf 20 Prozent, aber trotzdem wächst der Vorsprung der Kanzlerin. Gegenüber der Vorwoche verbessert sie sich um zwei Punkte. 59 Prozent der Deutschen wollen, dass Merkel im Herbst weitermacht.

Das letzte Drittel entscheidet

Trotz des deutlichen Vorsprungs hat die Kanzlerin jedoch noch immer ein gravierendes Problem: Wenn an diesem Sonntag Wahl wäre, würde die schwächelnde FDP beim Einzug in den Bundestag scheitern. Seit dem Parteitag in Nürnberg vor zwei Wochen ist es der Partei nicht mehr gelungen, über die wichtige 5-Prozent-Hürde zu klettern. Die Liberalen liegen noch immer nur bei 4 Prozent.

Das bürgerliche Lager liegt damit zwar acht Prozentpunkte vor Rot-Grün, aber für eine Mehrheit reicht auch das nicht. Möglich sind derzeit also nur Regierungsbündnisse, die von den Parteien nicht bevorzugt werden: eine große Koalition, Schwarz-Grün oder Rot-Rot-Grün.

Auch bei den kleinen Parteien gibt es bei Forsa nur wenig Bewegung. Die Linkspartei liegt bei 8 Prozent (ein Punkt weniger als in der Vorwoche). AfD und Piraten verharren bei 3 Prozent. Jeder dritte Deutsche hat bisher noch keine eindeutige Präferenz für seine Wahlentscheidung am 22. September. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen beträgt 31 Prozent.

Quelle: n-tv.de, cro

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