Politik

Union stürzt ab AfD macht Wahlkampf wieder spannend

Die Alternative für Deutschland rechnet fest mit einem Einzug in den Bundestag im September. Danach sieht es zwar bisher nicht aus, doch die AfD schafft es, der Union gehörig zuzusetzen. Eine bürgerliche Mehrheit ist derzeit nicht drin.

Die Anti-Euro-Partei Alternative für Deutschland (AfD) gibt sich für die Bundestagswahl im Herbst optimistisch. Auch wenn Meinungsumfragen diesen Optimismus zunächst nicht wiederspiegeln, schafft es die neue Partei, die Union erheblich unter Druck zu setzen. Im jüngsten "Stern"-RTL-Wahltrend rutscht die Union mit 39 Prozent erstmals in diesem Jahr unter die 40-Prozent-Marke. Forsa ermittelt für CDU/CSU ein Minus von drei Prozentpunkten. Bei genau 3 Prozent steht die neue Partei und kann damit im zweiten "Stern"-RTL-Wahltrend nach dem Gründungsparteitag der AfD um einen Prozentpunkt zulegen.  

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Beim Gründungsparteitag der AfD am 14. April in Berlin.

(Foto: picture alliance / dpa)

"Angesichts der enormen Welle an Zustimmung, die wir zurzeit kriegen, halte ich es für möglich, dass wir bis in den zweistelligen Bereich kommen können", hatte AfD-Sprecher Bernd Lucke dem "Tagesspiegel" gesagt. Am letzten Wochenende wurden weitere AfD-Landesverbände in Schleswig-Holstein, Thüringen, Berlin, Brandenburg und Sachsen gegründet. Zwei Wochen nach Gründung der Bundespartei gibt es damit bereits zwölf Regionalgruppierungen.

Auch wenn eine aktuelle Modellrechnung der Prognos AG ergibt, dass Deutschland entgegen der Überzeugung von Euro-Kritikern erheblichen Nutzen aus der Gemeinschaftswährung zieht, hat die Partei viele Fürsprecher. Auch die Linke warnt davor, die Gründer der AfD als Populisten abzustempeln. "In vielen Punkten haben sie mit ihrer Kritik an der derzeit praktizierten Eurorettung recht", sagte Sahra Wagenknecht im Interview mit n-tv.de. Zu suggerieren, "Wir müssen raus aus dem Euro, dann sind unsere Probleme gelöst", hält das Mitglied des Deutschen Bundestages jedoch für falsch.

Keine eigene Mehrheit

Nach dem Absturz um drei Prozentpunkte auf den Stand von Dezember 2012 könnte die Union derzeit keine regierungsfähige Mehrheit mit der FDP auf die Beine stellen. Auch wenn die Liberalen wie in den Vorwochen bei fünf Prozent verharren, kommen beide Parteien derzeit nur auf 44 Prozent. Die Mehrheit läge durch den relativ hohen Anteil der sonstigen Parteien (11 Prozent) bei 44,5 Prozent.

Allerdings können SPD und Grüne bisher nicht von der öffentlichen Diskussion um die Steuerhinterziehung von Uli Hoeneß profitieren. Mit zusammen 37 Prozent liegen die Sozialdemokraten (unverändert 23 Prozent) und die Grünen (unverändert 14 Prozent) noch immer 7 Prozentpunkte hinter dem bürgerlichen Lager.

Als einzige der etablierten Parteien gewinnen die Linken, die sich im Vergleich zur Vorwoche um einen Prozentpunkt von 7 auf 8 Prozent verbessern. Weiterhin unverändert bleiben die Piraten, die seit Wochen bei 3 Prozent stehen.

Im direkten Vergleich der Bundeskanzlerin zu ihrem Herausforderer Peer Steinbrück, liegt die CDU-Chefin mit 56 Prozent weiter klar in Führung vor dem SPD-Kandidaten, der auf 19 Prozent verharrt. Merkel verliert allerdings bereits die zweite Woche in Folge je einen Prozentpunkt. Steinbrück kann aus seiner kämpferischen Rede auf dem Augsburger Parteitag am 14. April offenbar kein Kapital schlagen.

Für den "Stern"-RTL-Wahltrend befragte Forsa vom 22. bis zum 26. April 2502  wahlberechtige Bundesbürger.

Quelle: n-tv.de, ppo

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