Politik

Krise des Mehrwegsystems Hendricks lehnt Einweg-Aufpreis ab

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Im Mai 2014 wurde in Deutschland die 100-millionste Einwegflasche gezählt. Nicht einmal jede zweite gekaufte Flasche kann mehrfach befüllt werden.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Deutschen lieben Wegwerfflaschen aus Plastik - trotz des ungeliebten Pfands auf viele Einwegflaschen. Das Umweltbundesamt fordert deshalb eine Sonderabgabe von 20 Cent, die nicht erstattet werden. Die Umweltministerin will das Problem aber anders lösen.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks will vorerst keine Sonderabgaben auf Wegwerfflaschen einführen. "Für eine zusätzliche Lenkungsabgabe auf Einweg sehen wir derzeit keinen Bedarf", sagte ein Sprecher der SPD-Politikerin. Die Maßnahme wird diskutiert, um das System mit wiederbefüllbaren Mehrwegflaschen zu fördern.

Das Umweltbundesamt (UBA), das das Ministerium mit Handlungsempfehlungen und Expertisen berät, hatte eine Abgabe von 20 Cent neben dem Einweg-Pfand ins Spiel gebracht. "Eine Zusatzabgabe für Einweg zur Stützung des Mehrwegs schließen wir nicht aus", hatte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger gesagt. Eine solche Abgabe würde die Einwegflaschen teurer machen und nicht wie das Pfand zurückerstattet werden.

Grund der Debatte ist auch eine Entscheidung von Coca-Cola: Der Konzern will für 0,5- und 1,5-Liter-Flaschen verstärkt auf Einwegverpackungen setzen, die aber in der Regel auch recycelt und so wiedergenutzt werden. Der Mehrweg-Anteil bei den pfandpflichtigen Getränken lag zuletzt laut UBA nur noch bei 45,7 Prozent. Vor allem Discounter bieten in der Regel nur Einweg-Plastikflaschen in ihrem Sortiment an.

Quelle: ntv.de, nsc/dpa

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