Politik

Einen Tag nach dem Attentat Henriette Reker wird Kölner Oberbürgermeisterin

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Henriette Reker vor dem Attentat.

(Foto: dpa)

Die Kölner wählen die bei einem Attentat schwer verletzte Henriette Reker zur Oberbürgermeisterin. Schon im ersten Wahlgang kommt sie über 50 Prozent. Die Kandidatin konnte ihre eigene Stimme wegen der Verletzung nicht abgeben.

Die parteilose Henriette Reker hat bei der Oberbürgermeisterwahl in Köln schon im ersten Wahlgang die nötige absolute Mehrheit bekommen. Laut vorläufigem Endergebnis bekam sie 52,7 Prozent der Stimmen. Auf SPD-Kandidat Jochen Ott entfielen 32,0 Prozent. Reker wurde im Wahlkampf von CDU, Grünen. FDP, Piraten und der lokalen Partei "Deine Freunde" unterstützt.

Ott gratulierte seiner Kontrahentin und hielt vor seiner Anhängerschaft eine kurze Rede, in der er sich gegen Rechtsextremismus wandte. Er wolle der neuen Oberbürgermeisterin die Hand reichen für eine konstruktive Zusammenarbeit. Die Stadt brauche nun stabile Verhältnisse. Seine Niederlage führte Ott auf die Übermacht von insgesamt fünf Parteien zurück, die Reker unterstützt hatten.

Die Wahlbeteiligung war verhältnismäßig niedrig: Nur 40,0 Prozent der Stimmberechtigten waren zur Wahl gegangen.

Drittstärkster Kandidat war Mark Benecke von der Satire-Partei "Die Partei". Hendrick Rottmann von der AfD kam auf 4 Prozent, der freie Bewerber Marcel Hövelmann auf 2,8 Prozent. Die freie Bewerberin Sabine Neumeyer sowie der Republikaner-Kandidat Kevin Krieger landeten bei 0,8 beziehungsweise 0,5 Prozent.

Reker war am Samstag im Wahlkampf von einem 44-Jährigen mit einem Messer attackiert und schwer verletzt worden. Gegen den Mann wurde am Sonntagnachmittag Haftbefehl wegen versuchten Mordes erlassen. Laut Polizei nannte er fremdenfeindliche Motive für seine Tat.

Der Anschlag war eines der beherrschenden Themen in den Wahllokalen. "Wir zeigen Flagge und das haben sehr viele Menschen heute getan", sagte Kölns scheidender Oberbürgermeister Jürgen Roters am Wahlabend im Rathaus.

Quelle: ntv.de, che/bdk/dpa

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