Politik

China sammelt Kräfte an Grenze Hongkong streicht alle Abflüge

Weil sich Tausende Demonstranten in den Hallen des Hongkonger Flughafens versammeln, sagen die Behörden für den Rest des Tages alle Starts ab. Unterdessen droht eine Airline Unterstützern der Proteste mit schwerwiegenden Konsequenzen. China scheint sich bereits auf eine Eskalation vorzubereiten.

Wegen der anhaltenden Proteste der Demokratie-Bewegung hat Hongkongs Flughafen sämtliche Abflüge für den Rest des Tages gestrichen. Der Flughafen gilt als wichtiges Drehkreuz in Südostasien und ist einer der belebtesten Airports weltweit.

Tausende Demonstranten versammelten sich im Tagesverlauf in der Abflug- und Ankunftshalle des Flughafens, um gegen die Regierung und die Polizeigewalt bei vorangegangenen Protesten in der Stadt zu protestieren. Wie der Flughafen mitteilte, wurde der Check-in für die verbleibenden Flüge wegen ernsthafter Störungen des Betriebs ausgesetzt. Zuvor hatten noch Maschinen abheben können. Bereits am Wochenende hatten Hunderte Demonstranten am Flughafen demonstriert, wodurch der Flugbetrieb aber nicht groß verzögert wurde.

Derweil hat die Hongkonger Fluggesellschaft Cathay Pacific auf Druck Chinas Unterstützern der Proteste mit Entlassung gedroht. Beschäftigten, die "illegale Demonstrationen unterstützen oder daran teilnehmen", könne gekündigt werden, erklärte Cathay Pacific. Chinas Luftfahrtbehörde hatte die Airline am Freitag angewiesen, Teilnehmer der Proteste in Hongkong weder auf Flügen Richtung Festland-China noch durch den chinesischen Luftraum einzusetzen.

China hält Übungen an der Grenze ab

Die Fluggesellschaft hatte ihre Beschäftigten bereits am Wochenende informiert, dass sie sich an die Anweisungen aus Peking halten werde. Sie bestätigte zugleich, dass ein Pilot der Gesellschaft seit Ende Juli wegen seiner Beteiligung an den Protesten nicht mehr fliegen darf. Zwei Mitarbeiter des Bodenpersonals seien entlassen worden - hier nannte das Unternehmen allerdings nicht den Grund.

*Datenschutz

Cathay Pacific fürchtet einen Boykott in China. Konzernchef Rupert Hogg hatte am Samstag betont, die Geschäfte in China seien "ein Kernelement": Die Airline fliege nicht nur von und nach China, auch ein Großteil der Flüge nach Europa und in die USA führten durch chinesischen Luftraum.

Parallel zu den Protesten am Hongkonger Flughafen hat China offenbar Polizeieinheiten an der Grenze zu Hongkong versammelt. Wie die Zeitung "Global Times", ein Sprachorgan der Kommunistischen Partei, berichtet, seien am Wochenende in der Stadt Shenzhen zahlreiche gepanzerte Fahrzeuge für eine Übung zusammengezogen worden. Bereits in der vergangenen Woche sollen 12.000 Polizisten nahe der Stadt für den Ernstfall geprobt haben.

Die Proteste in Hongkong waren ursprünglich durch ein - später auf Eis gelegtes - Auslieferungsgesetz ausgelöst worden, das die Überstellung von Verdächtigen an Festland-China erlaubt hätte. Die Demonstrationen weiteten sich danach zu einer Bewegung gegen den wachsenden Einfluss Pekings in der ehemaligen britischen Kronkolonie und für mehr Demokratie aus. Die Demonstranten fordern inzwischen auch die Direktwahl für das Amt des Regierungschefs, das bislang von der Peking-treuen und laut Meinungsumfragen unbeliebten Carrie Lam ausgeübt wird.

*Datenschutz

Quelle: n-tv.de, jpe/dpa/AFP

Mehr zum Thema