Politik

Übergriff auf Grenzposten Huthi-Rebellen greifen Saudi-Arabien an

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Huthi-Rebellen protestieren in Sanaa gegen die Luftangriffe Saudi-Arabiens.

dpa

Der Bürgerkrieg im Jemen hält unvermindert an. Und nicht nur das: Erstmals greifen schiitische Rebellen einen Grenzposten auf saudi-arabischem Gebiet an. Gespräche über einen Frieden gibt es nicht - auch weil die Golfmonarchien sie in Riad führen wollen.

Die schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen haben nach Angaben aus Riad erstmals saudi-arabisches Territorium angegriffen. Saudi-arabische Bodentruppen hätten den Angriff auf Beobachtungsposten an der südlichen Grenze nahe der Stadt Nadschran abgewehrt, teilte das Außenministerium laut der amtlichen Nachrichtenagentur SPA mit.

Dutzende Rebellen seien getötet worden, auf saudi-arabischer Seite drei Soldaten umgekommen. Die Truppen hätten im Kampf gegen die Rebellen Unterstützung aus der Luft erhalten, hieß es weiter.

Im Jemen liefern sich schiitische Huthi-Rebellen und mit ihnen verbündete Armeeeinheiten seit Wochen heftige Kämpfe mit den Truppen und Milizen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi. Saudi-Arabien steht an der Spitze einer von den USA unterstützten arabischen Militärallianz, die seit Ende März Luftangriffe gegen die Huthis fliegt. Saudi-Arabien wirft dem Iran vor, die Rebellen mit Waffen und Kämpfern zu unterstützen, was Teheran bestreitet.

Iran gegen Verhandlungen in Riad?

Die Golfmonarchien bestehen derweil darauf, dass Verhandlungen über einen Ausweg aus der Krise im Jemen in Saudi-Arabien stattfinden sollen. Wie die Außenminister des Golfkooperationsrats nach einem Treffen mitteilten, unterstützen sie die Bemühungen der jemenitischen Regierung, eine Konferenz "unter der Schirmherrschaft des Golfkooperationsrates in Riad" zu veranstalten. Teilnehmen sollten daran alle Konfliktparteien, die die "Legitimität" des jemenitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi anerkennen.

Damit wiesen die Golfmonarchien eine Forderung der iranischen Regierung zurück, auf neutralem Boden über den Jemen-Konflikt zu verhandeln. Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif hatte betont, dass mögliche Verhandlungen an einem Ort stattfinden müssten, "der nicht in den Konflikt verwickelt ist". Saudi-Arabien sei dafür genauso ungeeignet wie die Vereinigten Arabischen Emirate. Er forderte zudem Verhandlungen unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen.

IS ermordet 15 Soldaten

Derweil haben Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) einer Beobachtergruppe zufolge im Jemen 15 Soldaten hingerichtet. Vier von ihnen seien enthauptet worden, schrieb die auf Islamisten spezialisierte Beobachtergruppe Site auf ihrer Homepage. Sie berief sich auf ein im Internet veröffentlichtes Video der Extremisten. Die Soldaten werden darin als Abtrünnige bezeichnet. Die Tötungen ereigneten sich den Angaben zufolge in der südlichen Provinz Schabwa, wo Islamisten dem IS die Treue geschworen haben.

Quelle: n-tv.de, mli/dpa/AFP

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