Politik

Straßburg spricht letztes Wort Inzest bleibt verboten

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Patrick und Susan S. sind heute kein Paar mehr.

(Foto: dpa)

Erfolglos versucht ein Sachse, das Inzest-Verbot in Deutschland zu kippen. Laut einem Medienbericht lehnt der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte eine Verhandlung dazu ab. Damit wird ein entsprechendes Urteil der kleinen Kammer des EGMR rechtskräftig.

Inzest unter Geschwistern bleibt in Deutschland endgültig verboten. Wie das Münchner Nachrichtenmagazin "Focus" berichtete, lehnte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg den Antrag des Klägers Patrick S. aus Sachsen ab, seinen Fall vor der Großen Kammer zu verhandeln. Damit sei der Fall juristisch abgeschlossen.

Inzestverbot ist rechtens hatte bereits eine kleine Kammer des Straßburger Gerichts die Beschwerde von Patrick S., dessen Liebesbeziehung zu seiner Schwester vor einigen Jahren bundesweit für Aufsehen gesorgt hatte, abgewiesen. Das Verbot der Geschwisterliebe verstößt demnach nicht gegen die Menschenrechte.

Mit der Klage in Straßburg wollten S. und sein Anwalt Endrik Wilhelm das Inzestverbot in Deutschland kippen. Die Urteile der Großen Kammer sind definitiv und müssen von den Unterzeichnern der Menschenrechtskonvention umgesetzt werden.

Patrick S. und seine Schwester waren getrennt voneinander aufgewachsen und hatten sich erst als junge Erwachsene kennengelernt. Zwischen den beiden entwickelte sich eine Liebesbeziehung, das Paar bekam zwischen 2001 und 2005 vier Kinder, zwei davon sind behindert. Patrick S. wurde wegen Beischlafs mit Verwandten mehrfach verurteilt und war gut drei Jahre in Haft. Er zog bis vor das Bundesverfassungsgericht, das seine Beschwerde im Februar 2008 abwies. Im Zuge des Strafverfahrens trennte sich das Paar, drei der Kinder wurden in Pflegefamilien untergebracht.

Quelle: n-tv.de, AFP/dpa

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