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"Verstöße wurden verziehen" Iran gibt britischen Öltanker wieder frei

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Zwei Monaten war der britische Tanker beschlagnahmt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seit Mitte Juli hält der Iran einen britischen Öltanker fest. Er habe Vorschriften des Seerechts missachtet. Jetzt kommt die "Stena Impero" wieder frei. Doch der Tanker-Streit ist nur ein Puzzlestück in der angespannten Lage am Persischen Golf.

Der seit Mitte Juli in der Straße von Hormus beschlagnahmte britische Öltanker "Stena Impero" darf laut iranischem Präsidialamt in Teheran "losfahren". "Wie schon berichtet, sind die juristischen Untersuchungen abgeschlossen und die Verstöße des Schiffes wurden verziehen", sagte Regierungssprecher Ali Rabiei.

Die Entscheidungen vor Ort zeigten, dass der Tanker losfahren dürfe, sagte der Sprecher laut Fars Nachrichtenagentur. Ob das Schiff bereits den Iran verlassen hat, sagte Rabiei nicht. Die iranischen Revolutionsgarden hatten das Schiff am 19. Juli unter dem Vorwurf festgesetzt, Vorschriften des Seerechts im Persischen Golf missachtet zu haben. Die juristischen Untersuchungen in der südiranischen Hafenstadt Bandar Abbas hatten laut Teheran 65 Tage gedauert.

Auch Briten beschlagnahmten Tanker

Die Festsetzung der "Stena Impero" war erfolgt, nachdem 15 Tage zuvor britische Behörden in Gibraltar den iranischen Öltankers "Grace 1" beschlagnahmt hatten. Das hatte zu einer diplomatischen Krise zwischen Teheran und London geführt. Der Öltanker "Grace 1", der inzwischen in "Adrian Darya 1" umbenannt wurde, durfte am 15. August weiterfahren.

Die Behörden in Gibraltar erhielten nach eigenen Angaben die Zusage, dass die 2,1 Millionen Barrel Erdöl an Bord des Schiffes nicht nach Syrien geliefert würden. Am 10. September warf die Regierung in London dem Iran jedoch vor, die Zusage gebrochen und das Erdöl nach Syrien geliefert zu haben.

Im Persischen Golf und in der Straße von Hormus gibt es seit Monaten schwere Spannungen. Sie entwickelten sich im Zusammenhang mit dem Streit über das internationale Atomabkommen mit dem Iran, aus dem die USA im Mai 2018 ausgestiegen waren.

Quelle: n-tv.de, aeh/dpa/AFP

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