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"Hören Sie auf zu twittern" Ischinger fordert Trumps Twitter-Ende

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Bisher hat Trump keine Anstalten gemacht, auf Twitter leisere Töne anzuschlagen oder gar zu schweigen.

(Foto: AP)

Die Tweets von Donald Trump sind zahlreich und oft provokant. Der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz hält das für Gift für die Außenpolitik. In einem Interview richtet Wolfgang Ischinger nun einen Appell an den US-Präsidenten.

Der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, hat das ständige Twittern von US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert. "Wer so pöbelt wie dieser Präsident das gegenüber Medien, Justiz und eigenen Geheimdiensten tut, der schadet seiner eigenen Berechenbarkeit und seinem Team", sagte Ischinger der "Bild"-Zeitung. "Hören Sie auf zu twittern, Mr. President", riet er Trump. Statt Berechenbarkeit in der Außenpolitik sei mit Trump "maximale Unsicherheit" entstanden.

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Wolfgang Ischinger kritisiert Trumps Unberechenbarkeit.

(Foto: imago/Jürgen Heinrich)

Trumps Außenpolitik habe keine Linie, sagte Ischinger vor der am Freitag beginnenden dreitägigen Münchner Sicherheitskonferenz in der bayerischen Landeshauptstadt: "Er sagte, er will ein ganz neues Verhältnis zu Russland, jetzt fordert er, Russland soll die Krim an die Ukraine zurückgeben. Trump muss eine Linie finden und auf ihr bleiben."

Zudem übte der Ex-Diplomat Kritik an den Mitarbeitern in Trumps Stab. Das höchste Gut in der Außenpolitik seien Vertrauen und Berechenbarkeit. "Wenn eine Persönlichkeit wie der US-Präsident sich mit Personen umgibt, die das stärken, ist das die halbe Miete", sagte Ischinger. "Wenn man sich aber mit Personen umgibt, deren Auftreten mehr Fragen als Antworten geben, dann gehen Berechenbarkeit und Vertrauen verloren."

Ähnlich äußerte sich der SPD-Außenpolitiker Gernot Erler mit Blick auf die Russland-Politik der Trump-Regierung. Der Russland-Beauftragte der Bundesregierung warnte im "Mannheimer Morgen" vor einem "gefährlichen Sonderweg" der USA gegenüber Moskau. "Washington untergräbt die Handlungsfähigkeit der westlichen Politik", sagte Erler in Bezug auf die wegen der russischen Annexion der Krim-Halbinsel verhängten Sanktionen gegen Moskau. Trump hatte in der Vergangenheit signalisiert, er könne sich eine Aufhebung der Sanktionen vorstellen. "Von Donald Trump geht eine große Verunsicherung aus ", betonte auch Erler.

Quelle: n-tv.de, hul/dpa/AFP

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