Politik

"Steht auf und erhebt euch" Isis ruft Muslime weltweit zum Umzug auf

2014-07-01T084347Z_1059890392_GM1EA711ABI01_RTRMADP_3_SYRIA-CRISIS-IRAQ.JPG1639221953172686758.jpg

Vor zwei Tagen wurde seitens der Isis das Kalifat ausgerufen.

(Foto: REUTERS)

Kaum ist das Kalifat ausgerufen, fordern Isis-Kämpfer Muslime aus aller Welt auf, in den islamischen Staat zu ziehen. Terrorchef Al-Baghdadi wendet sich persönlich an die Gläubigen. Dabei verhöhnt er auch westliche Werte - und kündigt Rache an.

Die radikalen Islamisten der Gruppe Isis haben Muslime in aller Welt aufgefordert, in das von ihnen ausgerufene Kalifat in Syrien und den Irak zu ziehen. Das sei ihre Pflicht, erklärte der Chef der Aufständischen und selbst ernannte Kalif, Abu Bakr al-Baghdadi, in einer Audiobotschaft im Internet.

Er rief zudem die Gläubigen zum Heiligen Krieg auf und kündigte Vergeltung für Verbrechen an, die an Muslimen begangen worden seien. "Bei Allah, wir werden uns früher oder später rächen." Es gebe keine Tat, die besser sei als der Dschihad. "Steht auf und erhebt Euch", forderte er.

Zugleich verhöhnt der Isis-Chef Frieden, Freiheit, Demokratie und Säkularismus als "irreführende Slogans" von Ungläubigen. Zeitgleich mit der Audiobotschaft verbreitete Isis im Internet Übersetzungen des Textes, darunter auch eine auf Deutsch. Die Botschaft wurde am dritten Tag des islamischen Fastenmonats Ramadan veröffentlicht.

Eklat im neu gewählten Parlament

Die bislang als Islamischer Staat im Irak und Großsyrien (Isis) bekannte Gruppe hatte sich am Sonntag in Islamischer Staat unbenannt und ein Kalifat ausgerufen. Damit ist der Anspruch auf die Führung aller Muslime weltweit verbunden. Islamische Gelehrte haben dies zurückgewiesen. Isis hat in den vergangenen Wochen große Geländegewinne im Irak erzielt. Im syrischen Bürgerkrieg kämpft sie gegen die Regierung, aber auch gegen anderen Islamisten.

Während die Zahl der zivilen Opfer im Irak auf einen neuen Höchststand gestiegen ist, hat sich der Streit der Parteien in Bagdad um die künftige politische Führung weiter verschärft. Die erste Sitzung des neu gewählten Parlaments wurde am Dienstag nach einem heftigen Wortwechsel der Abgeordneten auf die nächste Woche vertagt. Die Mitglieder des Hauses konnten sich nicht auf einen Kandidaten für das Amt des Parlamentspräsidenten einigen. Kurdische und sunnitische Abgeordnete verließen aus Protest die Sitzung, wie irakische Medien berichteten.

Quelle: ntv.de, fma/dpa/rts

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.