Politik

Wachleute in Libyen enthauptet Islamisten greifen Ölfeld an

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Burtaler Machtkampf um die Öleinnahmen: Kämpfer des Rebellenführers Ibrahim Jathran an einem Checkpoint des Ölfördergebiets al-Ghani (Archivbild).

(Foto: REUTERS)

Im Süden Libyens gewinnen fanatische IS-Anhänger offenbar immer mehr an Boden: In der Wüste kann die Armee nur mit Mühe einen Angriff der Dschihadisten auf Förderanlagen abwehren. Acht Menschen sterben einen grausigen Tod.

Bei einem Angriff eines regionalen Ablegers der Dschihadistenorganisation "Islamischer Staat" (IS) auf ein Ölfeld im Süden Libyens sind acht Wachleute getötet worden. Die Soldaten seien bei dem Überraschungsangriff auf das Ölfeld al-Ghani enthauptet worden, sagte ein Sprecher der Ölanlagen.

Nach dem Eintreffen von Verstärkung habe die Armee die Anlage wieder unter ihre Kontrolle gebracht. Die Nationale Ölgesellschaft bestätigte die Angaben zu den Toten und erklärte, die Angreifer hätten die Anlage geplündert und die Gebäude in Brand gesteckt.

Der Fluch des Reichtums

Die Mitarbeiter des Ölfeldes seien in die nahegelegene Ortschaft Sela geflohen, erklärte die Ölgesellschaft. In Libyen liefern sich seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 rivalisierende Milizen erbitterte Kämpfe um die Kontrolle von Städten und Ölfeldern.

Anfang der Woche brachten radikale Islamisten die Ölfelder Al-Mabruk und Al-Bahi rund 200 Kilometer südlich der Küstenstadt Sirte in ihre Gewalt. Die Ölgesellschaft machte daraufhin "höhere Gewalt" geltend, um sich vor eventuellen Klagen wegen Nichteinhaltung der Verträge zu schützen.

Ölförderung bricht ein

Die Ölgesellschaft drohte zudem mit der Einstellung der Ölförderung, sollte sich die Sicherheitslage nicht bessern. Die Ölförderung ist seit dem Sturz Gaddafis massiv eingebrochen. Zuvor betrug sie 1,5 Milliarden Barrel pro Tag und kam für 95 Prozent der Exporte des Landes und 75 Prozent der Staatseinnahmen auf.

Nach einem Vorstoß des islamistischen Bündnisses "Fadschr Libya" im Dezember zur Eroberung der Ölfelder in Ostlibyen fiel die Fördermenge auf 350.000 Barrel pro Tag. Der Vorstoß wurde von den Truppen der international anerkannten Regierung zurückgeschlagen.

Quelle: ntv.de, mmo/AFP