Politik

Hamas will keine Feuerpause Israel beschießt Gaza-Stadt

DAB2477-20110819.jpg3031651608561332790.jpg

Palästinenser flüchten in der Westbank vor einer Wolke von Tränengas.

(Foto: AP)

Im Nahen Osten folgt wieder Vergeltung auf Vergeltung. Nach dem Terroranschlag auf Israelis am Donnerstag beschießt Israel mit Raketen Gaza-Stadt. Die Zahl der Toten steigt immer weiter. Die Hamas feuert selbstgebaute Rakten Richtung Israel ab und droht mit weiteren Schlägen. Ägypten zieht seinen Botschafter aus Israel ab.

1313762527.jpg7988300131264262452.jpg

Ein von Israelis zerstörtes Gebäude in Gaza-Stadt.

(Foto: AP)

Israel hat seine Vergeltungsangriffe auf Ziele der radikal-palästinensischen Hamas im Gazastreifen fortgesetzt. In der Nacht zu Samstag schoss das Militär eine Rakete in Gaza-Stadt auf einen mutmaßlichen Extremisten. Das Geschoss traf nach Darstellung von Hamas-Vertretern auch ein Auto und tötete drei Insassen, darunter einen Arzt und ein Kind. Insgesamt kamen durch israelische Vergeltungsangriffe mindestens 15 Menschen ums Leben, mindestens 21 wurden seit Donnerstag verletzt.

Zugleich schlugen in den israelischen Gebieten um den Gazastreifen neuen Medienberichten zufolge mindestens 33 selbst gebaute Raketen und Geschosse ein. Zehn Israelis wurden Medienberichten zufolge verletzt, zwei von ihnen schwer. Nach israelischen Angaben konnte das neue Raketenabwehrsystem "Iron Dome" mehrere der Geschosse noch vor dem Einschlag zerstören.

2zp43917.jpg4573725418438051393.jpg

Palästinenser tragen einen 13-Jährigen zu Grabe, der bei den israelischen Vergeltungsschlägen ums Leben kam.

(Foto: dpa)

Palästinenser und Israelis erklärten, lediglich jeweils auf Angriffe des Gegners zu reagieren. Israel macht Extremisten aus dem Gazastreifen für Angreifer beschießen Reisende verantwortlich, bei denen am Donnerstag acht Israelis getötet und 31 verletzt worden wurden.

Unter den Toten im Gazastreifen sollen sich auch zwei führende Mitglieder der besonders radikalen Gruppe "Volkswiderstands-Komitee" (PRC) befinden. Nach israelischen Angaben wurden die beiden gezielt getötet. Diese Organisation dementierte jedoch, etwas mit der Serie von Terroranschlägen am Donnerstagim Süden Israels zu tun zu haben.

Netanjahu sieht erst Anfang

DAB2472-20110819.jpg8461475803964209594.jpg

Israelische Soldaten trauern um einen getöteten Kameraden.

(Foto: AP)

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas forderte eine Sondersitzung des Weltsicherheitsrates. Der palästinensische Vertreter bei den Vereinten Nationen in New York sei beauftragt worden, sich entsprechend einzusetzen, erfuhr dpa am Samstag aus palästinensischen Kreisen. Das ranghohe Fatah-Mitglied Nabil Schaath hatte zuvor von "Kriegsverbrechen" der Israelis im Gazastreifen gesprochen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wolle mit der militärischen Eskalation nur von der Israelis protestieren weiter im eigenen Land ablenken. Netanjahu sagte Medienberichten zufolge, die bisherigen Angriffe und die Tötung der PRC-Mitglieder seien nur der Anfang der israelischen Reaktion auf die Anschläge.

Im Hamas-Hörfunk hieß es, der bewaffnete Arm der Extremistengruppe fühle sich nach den israelischen Angriffen nicht mehr an die seit zwei Jahren bestehende Waffenruhe gebunden. "Es gibt keine Feuerpause mit dem Feind mehr", hieß es. Seit dem Ende des Kriegs zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen Anfang 2009 galt de facto eine Waffenruhe zwischen beiden Seiten. Ein Hamas-Sprecher erklärte später, die die Hörfunk-Erklärung sei nicht die offizielle Hamas-Position.

Kairo will Aufklärung

Die Kairo verlangt Klarheit von Israel kündigte indes nach dem Tod mehrerer ägyptischer  Polizisten an der Grenze zu Israel den Abzug ihres Botschafters aus Israel angekündigt. Der Diplomat solle erst auf seinen Posten zurückkehren, wenn Israel sich offiziell bei Ägypten entschuldigt  habe, hieß es im ägyptischen Staatsfernsehen. In Kairo war zuvor  ein Krisenkabinett der Übergangsregierung zusammengekommen, das die  Entschuldigung Israels nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur MENA in einer Erklärung forderte.

Tausende Ägypter demonstrierten in Kairo für die Ausweisung des israelischen Botschafters. Sie zündeten vor der israelischen Botschaft Feuerwerkskörper und riefen israelfeindliche Parolen. Die ägyptischen Streitkräfte schützten das Gebäude mit zehn gepanzerten Fahrzeugen.

Bei einem Zwischenfall an der Grenze zwischen Ägypten und Israel waren am Donnerstag unter bislang ungeklärten Umständen mindestens  drei ägyptische Polizisten ums Leben gekommen. Die Beamten wurden ägyptischen Medienberichten zufolge getötet, als ein israelischer Hubschrauber eine Rakete auf eine Gruppe Bewaffneter abfeuerte, die versuchten, über die Grenze zu gelangen.

Quelle: n-tv.de, ghö/dpa/rts/AFP

Mehr zum Thema